Dienstag, 12. Januar 2010

Weihnachten, Silvester und Uneindeutigkeiten bei der Phrase "zu Hause"

Hallo ihr Lieben, (boar, was für 'ne langweilige Anrede)
(Änderung:) Hallo ihr Zuckerschnuten und Zuckerschnitten,

Es ist lange her, seitdem ich das letzte Mal geschrieben habe, ich weiß, doch eine aufregende Zeit, die kaum Erholungs-oder-wegen-des-„anstrengenden“-Schreibens-doch-weniger-Erholungs-Pausen zuließ, liegt hinter mir.
Aber first things first. (Zu Deutsch: Eins nach dem anderen)

Eigentlich fand ich es nicht mehr erwähnenswert, doch einer einzigen, gewissen Person versprach ich in gewisser Weise, davon zu berichten, und so folgt jetzt eine kleine Beschreibung der Londoner Weihnachtsmärkte. (Diese Person darf sich geehrt fühlen ;))
Ja, auch in England gibt es Weihnachtsmärkte, die dann auch „Christmas Markets“ heißen und praktisch an unsere deutschen Varianten angelehnt sind: Es gibt Buden, es gibt Glühwein, ein paar Schnitzerei-Verkaufsstände und wenn man Glück hat auch gebrannte Mandeln.
Doch letztendlich war der Besuch von zwei Weihnachtsmärkten in London (1. Christmas Market in der O2-Arena 2. Christmas Market im Hyde Park) eher enttäuschend: Meine mir herbeigesehnten Kräppelchen gab es nicht, die Stände standen ungewöhnlich weit auseinander und was Achterbahnen und Gruselkabinette auf einem Weihnachtsmarkt zu suchen hatten, hab ich auch nicht verstanden. (Hinzu kommen die verdammten VIER PFUND für einen Glühwein!!!)
Doch ich will nicht nur meckern, denn sobald man die Ansprüche etwas heruntergeschraubt hatte, konnte man auch auf diesen Weihnachtsmärkten Spaß haben. Besonders die Tatsachen, dass ein Großteil der Stände deutscher Herkunft war und der Elch im Hyde Park auch deutsche Weihnachtslieder sang, riefen in mir ein wohliges Gefühl hervor. Man fühlte sich FAST wie zu Hause und kam ansatzweise in Weihnachtsstimmung!


Mein absolutes Highlight war letztendlich eine Papiertüte, in der Chips (also Pommes) verkauft wurden: Unter all den Deutschen Dingen (hauptsächlich Berliner oder Bayrischer Herkunft) auf den Weihnachtsmärkten oder auch allgemein in London, war diese Papiertüte mit einer Ausgabe der „Leipziger Neueste Nachrichten“ aus dem Jahre 1930 bedruckt.
Und wie hab ich mich gefreut.
Wie ein kleines Kind.
Voller Stolz nahm ich die fettige Tüte von Mitchi (dem Japaner) entgegen und sie klebt jetzt bei mir an der Wand! L.E. ist einfach mal die tollste Stadt auf diesem Planeten. (Ok, einige werden mir hier widersprechen, aber ein bisschen Patriotismus darf doch noch sein.)


Nun, wenn wir jetzt unsere Ereignisleiter weiter hinauf kraxeln, erreichen wir auch schon den 23. Dezember.
Der Tag, an dem ich die Weihnachts-Silvester-Heimreise antreten sollte, brach an. Und so machte ich mich gegen 1 Uhr nachmittags auf dem Weg zum Zug - theoretisch viel zu zeitig, doch, da das Schneechaos dem Londoner Verkehr ganz schön zugesetzt hatte, wollte ich kein Risiko eingehen und nahm lieber ein paar Züge eher in Richtung Flughafen London Stansted. Leider kam ich wider aller Erwartungen sogar überpünktlich an und war schon gegen 2.45 pm am Flughafen.
Nachdem ich mich dann durch die Kontrollen gequält hatte, nahm ich irgendwo Platz, zwischen all diesen typischen Weihnachtspassagieren, die nichts anderes wollen, als nach Hause – und gehörte damit zu ihnen.
Mein Flieger sollte 6.45 pm gehen, doch wie es das Schicksal wollte, durfte ich mir noch anderthalb Stunden länger als geplant die Zeit auf dem Flughafen vertreiben. (Und wer sich jetzt fragt wie es mir ging: Ja, verdammt, ich hatte die Schnauze sowas von voll!) Gegen 8 saß ich im Flieger und gegen 11 deutscher Zeit kam ich dann an. Aber Nein, doch noch nicht in Leipzig, oder Altenburg. Nein, leider erst in Berlin Schönefeld, von wo mich mein Papi sehnlichst wartend abholte.
So viel zu meiner „Heimreise“.

Und meine Güte, war das ein komisches Gefühl zu Hause zu sein. (Schon begriffsmäßig wurde es schwierig, schließlich hatte ich die vergangenen Monate Woolwich mein „zu Hause“ genannt.)
Alles war irgendwie bekannt und doch so anders und ungewohnt. Da gab es wieder Schwarzbrot (Meine Mutsch schmierte mir nachts um 1 noch eine Schnitte, weil ich diesen Geschmack richtigen Brotes (Ja, ich gehöre noch zu der Genitiv benutzenden Minderheit!) nicht erwarten konnte.), ordentliches Klopapier und ordentliche Taschentücher, große Häuser und breite Treppen, Duschen ohne Heiß-Kalt-Aufteilung, Rechtsverkehr (Ich bestand übrigens am 30. Dezember meine Fahrprüfung.), die deutsche Sprache, Natur (Wiesen und Wald so weit das Auge reicht), Hühner-Frikassee, ein warmes Wohnzimmer, eine elektrische Zahnbürste, deutsche Weihnachtsdeko, relativ viele Fahrradfahrer (obwohl Winter ist), usw.
Und, ich sah sie alle wieder: Meine Mama, meinen Papa, mein Bruderherz (mit seinen Thomanern – und auch wenn es ein komisches Gefühl ist, dass mein Jahrgang jetzt raus ist (nach der 12. geht man üblicherweise) und alle jünger sind – ihr habt grandios gesungen – wie hab ich es vermisst!) und – meine Freunde, meine heftig vermissten Freunde.
Die Umarmungen bleiben noch lange in meiner Erinnerung.

Die ersten Weihnachtstage verbrachte ich mit meiner Familie, mit viel Essen und tollen Geschenken (Ich habe jetzt einen neuen MP3-Player… ein tolles Teil…) und die restlichen Tage, bzw. Abende waren meinen Freunden gewidmet. (Ach, und der Fahrschule… ;))
Auch Silvester verbrachte ich mit meinen Leuten und es war wirklich toll, Leipzig gegen 12 von einer Dachterrasse im Zentrum zu beobachten!
Vorsätze gibt es keine, die halt ich eh nicht ein, und doch gehe ich zumindest jedes Jahr mit einem neuen Optimismus-Euphorie-Initiative-Packet an, was ein ziemlich inspirierendes Prickeln in mir auslöst. (Meine Fresse, ein „inspirierendes Prickeln“, mich hat heut echt die Muse geküsst!)


(Steffen, 'ne Blondine und Jana)


(Marvin, Kenny und Konrad - die Poser)


(Neumi mit meinem also dann ihrem Weihnachtsgeschenk)

Und dann nach einem Abschiedsbrunch am Samstag machte ich mich heute, zum Sonntagmorgen (3. Januar 2010), wieder auf den Weg zurück – nach London. Diesmal ohne Verspätung, doch mit der fehlenden Euphorie kam ich an!

Und nun sitz ich hier und muss feststellen, dass unser Internet nicht funktioniert, was bedeutet, dass ich diesen Blog auch erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen kann. Außerdem kann ich weder meinen Eltern von meinem Befinden berichten, noch Lisa die Bilder schicken, noch meinem Bruder einen Mini-Auftrag geben, noch allen Londonern Bescheid geben, dass ich zurück bin. Doch ich find mich damit ab und hab schließlich jetzt Zeit gefunden, das hier zu schreiben und kann heute zeitig ins Bett gehen. (Immer optimistisch bleiben! Still smiling indeed!)

Doch eh ich’s vergesse und ich diesen Post abschließe, noch etwas ganz Wichtiges:
Ja, mein monatlicher Aha-Report ist überfällig:
Nach fünf Monaten hab ich gelernt, dass:
- die Briten besessen von Weihnachtskarten sind
- es in England kaum Fahrräder gibt (und ganz wenige Engländer Fahrrad fahren können)
- 3 cm Schnee den Londoner Verkehr beinahe gänzlich außer Gefecht setzen können
- es auch in London arschkalt werden kann
- viele englische Verkäufer deutsche (Euro-)Führerscheine nicht als Ausweisdokument anerkennen, um Alkohol zu kaufen (und den Personalausweis auch fast gar nicht)
- sich auch hier die Busfahrer, trotz dass es so viele Busse gibt, grüßen
- der Früchtetee, den man hier kaufen kann, von allein schon so süß ist, dass man ihn nicht zuckern muss
- die “Langsamfahrhügel“ auf den Straßen hier niedlicherweise „sleeping policemen“ genannt werden
- „Hüttenkäse“ auf Englisch wirklich „cottage cheese“ heißt
- 3 cm Schnee nicht nur den Verkehr lahm legen, sondern auch dafür sorgen, dass so gut wie jede Schule Großbritanniens vorübergehend geschlossen wird

Nun denn, ich habe festgestellt, dass dieses elende Wetter, nicht nur die Laune der Briten, sondern auch meine trübt. Drückt mir die Daumen, dass es in den nächsten 7 Monaten aufwärts geht.
Nein, ich korrigiere (meinen Ruf als Weltverbesserer-Gute-Laune-Macher lass ich mir nicht so leicht versauen), mir geht es fantastisch, meine Güte, ich bin grad wieder in dem ultimativen, jungen, stylischen London und ich trotze den Wolken.
Sonne komm raus!
Maria lacht!

Ich wünsch euch allen einen fabelhaften Tag.

Ich vermisse euch trotzdem.
Küsse und Umarmungen (die ab jetzt wieder nur auf elektronischem Wege übermittelt werden)

Eure Maria

ps: Ich habe das neue Vampire Weekend Album ... und es ist schön! Wer VW nicht kennt, hat was verpasst! Keine Briten, aber in GB wahnsinnig bekannt. Hier ein Hörbeispiel noch vom alten Album:



ps: Und hier noch was für meine U14-Leserinnen: (Kennt man den schon in DE?)(Das ist eigentlich nicht meine Musik und ich bezweifle, dass sich meine Leserschaft im U14-Bereich befindet... trotzdem!)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Nur ein kleiner Post

Hallo ihr Lieben,

Da ich endlich mal die Zeit hatte, mein Zimmer aufzuräumen und allen, die noch nicht in den Genuss eines Skype-Rundgangs kommen konnten, den Anblick meines kleinen London-Reiches nicht vorenthalten möchte, gibt es nun ENDLICH Bilder von meinem Zimmer:

Da hätten wir zunächst meinen Hauptaufenthaltsort: mein Bett + die ausklappbare Schlafcouch! Wunderschön Grau ... und werft auch mal einen Blick auf die traumhafte Tapete! *haha*


Dann wäre da mein Schreibtisch und mein Schminktisch (Ja, ein Mädchen braucht sowas!):


Nun folgt die dritte Ecke: Der große Schrank, dessen Innenleben mich anekelt. (Ich vermeide jegliches Öffnen!!) Ahhh und die wunderbaren Adventskalender ... *da hat man an mich gedacht* ...^^


Die letzte Ecke beinhaltet die (irgendwo ja notwendige) Tür und einen weiteren Klamotten-Aufbewahrungs-Ort (Ich weiß langsam echt nicht mehr wohin damit! (Übrigens, ich will ja ehrlich sein! Hinter der Tür befinden sich ein Klamottenhaufen, 2 Müllsäcke, Styropor und ein Besen! Die haben einfach nicht in das idyllische Bild meines kleinen Reiches gepasst ;o):


Doch mit dieser langweiligen Tür möchte ich den "kleinen Post" nicht beenden, stattdessen schwingen wir noch einmal zur Mädchentapete über dem Schreibtisch:
Alles, was mir wichtig ist, was mir geschickt wird, mich an Menschen und Ereignisse erinnert, kommt hier dran! Ja, ich finde auch, dass das noch mehr sein könnte, also: Her mit der Post! (Es ist mir zu gefährlich hier meine Adresse zu posten, von daher fragt mich, oder meine Ellis, oder manche Menschen ... ^^!)


So, das war's auch schon für heute!
Gleich geht's zum Line Dancing ;o)
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend (einen schönen Tag für meine Lieben am anderen Ende der Welt)!

Küsse und Umarmungen

Maria

P.S.: Das hätte ich ja fast vergessen - meine geniale, grandiose, sensationelle, fantastische, umwerfende, atemberaubende und extravagante Lampe:

Samstag, 5. Dezember 2009

Von Momenten, Musik und Mistelzweigen

Hallo ihr Rotzlöffel und Rotznasen, ward ihr auch alle brav?

Haha, ein weiterer Monat ist verstrichen (Jaja, „time flies“ sagt man hier so schön!) und nun sind es nur noch 20 Tage bis der Weihnachtsmann an die heimischen, deutschen Scheiben klopft!

Doch es bleibt keine Zeit für sinnloses Schwelgen in der nahen Zukunft, denn es ist wieder mal soweit für den monatlichen Aha-Report.

Nun, nach vier Monaten habe ich gelernt:
- dass eine Oma mit Krückstock und iPod nichts ungewöhnliches ist
- dass die britische Slang-Form von „definitely“ „defo“ ist (Ich liebe dieses Wort! I doubt wether you’ll find it in any dictionary!)
- dass man „Marmite“ entweder abgöttisch liebt oder hasst (Ich persönlich gehöre zur letzterwähnten Gruppe!) (http://de.wikipedia.org/wiki/Marmite_%28Lebensmittel%29)
- dass britische Pubs (sowieso) und Clubs verdammt zeitig schließen
- dass die britischen Frauen scheinbar noch nie was von applikatorlosen Tampons gehört haben (Geht hier mal in ‘ne Drogerie, Mädels!) (Sorry, Jungs!)
- dass man nicht mit 30 Einkaufswaren an die hier sehr üblichen Selbstbedienungskassen gehen sollte
- dass es hier wahnsinnig viele der sogenannten Charity-Shops gibt, die für einen bestimmten Zweck (beispielsweise der Krebsforschung) gebrauchte, gespendete Dinge zu einem Spottpreis verkaufen (Dort bekommt man Bücher, DVDs, CDs, PC-Spiele für weniger als £3.)
- dass der Klimawandel in GB, besonders in den Medien ein stark verwendetes Themengebiet ist (Jede zweite Radiowerbung beinhaltet „energy-saving“, „low carbon“, etc..)
- dass in GB wirklich alles eine Stunde später losgeht – sprich Arbeit und Schule beginnt um 9 und Shops öffnen um 10
- dass man hier wahrscheinlich vergebens nach einem wirklichen Elektro-Fachhandel sucht (Hach, wie vermisse ich da manchmal Saturn oder Mediamarkt!)

Nun, nachdem ich offensichtlich in diesem Report gründlich auf das britische Einkaufswesen eingegangen bin (Nein, das ist nicht nur euch aufgefallen!), drehen sich meine Bloggedanken nun um ein weiteres britisches Phänomen: Das Wetter (Ja, irgendwann musste es ja mal sein…)

Das britische Wetter ist, wie man mit Sicherheit weiß, alles andere als vorhersehbar („predictable“ für die, die noch was lernen möchten). Doch die, die im Geounterricht aufgepasst haben, müssten auch wissen, dass die Temperaturen um einiges milder sind. Und so kommt es, dass ich, während ihr euch daheim in Mütze und Schal mummelt, hier in den milderen Arealen, da ich zu faul bin eine warme Jacke anzuziehen, in meiner Sommerjacke und meinem Tuch friere. Tja, so ist das Leben.
Hinzu kommt, wenn man sich dann noch den britischen Mädels meines Alters, die aussehen wie 14, und auch denen, die älter sind, anpasst, friert man des Öfteren in Highheels und Leggins oder Strumpfhose.
Aber weiter möchte ich euch auch nicht mit meinen Faulheits- und Eitelkeits-bedingten Problemchen nerven, kommen wir lieber zu einer Episode, die sich vor etwa einer Woche ereignete und zumindest indirekt mit Wind und Wetter zu tun hatte:

Es trug sich zu (hört, hört und staunt), dass ich eines Samstagmorgens nach Thamesmead – 20 Minuten mit dem Bus von Woolwich entfernt – zu einem Klienten musste. Doch, wie so häufig, war ich nicht zu spät, nein, zu früh.
Was fängt man da an?
Es war windig (so viel zum Wetter) und 10.30 am.
So entschloss ich mich also mit MP3-Player im Ohr, neugierig wie ich bin, die Gegend zu erkunden, denn ich hatte noch eine schöne halbe Stunde zu frieren.
Und da lief ich also einen Weg – wohl eher Trampelpfad - entlang und stand nach 50 Metern vor einer Art Hügel.
Selbstverständlich stapfte ich nach oben und erklomm die terrassenartigen Absätze – einen nach dem anderen. (Lustig, wenn man dabei ein Lied namens „Such great hights“ hört!)

Und dann war ich da.
Im grand finale des Liedes oder zumindest bei der Phrase „you will hear the shrillest highs“.
Oben.
Ich lehnte mich für Sekunden, gefühlte Stunden gegen den Wind und war frei.
Ein schönes Gefühl.
Die Sonne war aufgegangen … und flackerte nun da - irgendwo im Südosten.


Und nachdem der Wind dann abgenommen, ich meine Arme wieder gesenkt und mich wieder normal hingestellt hatte, da sonst jedes physikalische Gesetz zu fatalen Wehwechen geführt hätte, schaute ich mich um:
Auf diesem Plateau waren die Himmelsrichtungen vermerkt und das Witzige war, dass, sobald ich mich gen Westen richtete, sich die Großstadt vor mir auftat – die Hochhäuser von Canary Warf – LONDON. Und im Osten? Tja, wollt ihr die Wahrheit hören? Nichts. Bäume und so, aber echt nicht mehr.
Das ist ein komisches Gefühl auf solch eine Art und Weise mit bekannten Tatsachen konfrontiert zu werden, aber vielleicht war dies auch nur eine fixe Konnotation. - Schließlich würde sich im Westen Londons das blühende Zentrum im Osten und das Nichts im Westen befinden.

Wo gehen wir nun weiter auf der Episodenleiter?
Ah. Die Notwendigkeit der Tatsache verlangt den Report eines Verlustes.
Mein MP3-Player hat den Geist aufgegeben. Daher:

Die Ode an den MP3-Player

Auf Schritt und Tritt hingst du an mir, mein Herzblut, mein Geliebter.
8 GB, ich brachte dir Musik und tolle Lieder.
Wenn Angst und Schrecken um mich war, gabst du mir meinen Frieden.
Doch leider bist du nicht mehr da, ich werd dich immer lieben.
Nun ruhe sanft mein treuer Schatz, schlaf wohl in Edens Garten.
Und wenn du einen Hörer brauchst, sind Engel da, die warten.


Ja, mein liebster MP3-Player ist irgendwann nicht mehr angegangen und seitdem höre ich per Handy Musik. Was kein Zustand ist, denn 30 Songs sind NOT ENOUGH!!!
Aber vielleicht bringt der Weihnachtsmann ja einen Ersatz… wohlbemerkt einen Ersatz, denn meinen treuen, geliebten Freund kann man nicht ersetzen!

Nun ansonsten gibt es nicht viel Neues. Ich freu mich immer noch wahnsinnig auf Weihnachten. Nächste Woche werden wir von unserem Projekt zum Line Dancing geschleift (Irgendwie hab ich Angst…) und dann findet nächste Woche auch noch ein weiterer CSV-Day statt (…) – diesmal im Pub – und ich freu mich drauf…

Ich hoffe es geht euch allen gut.
Küsse und Umarmungen
Und einen reich gefüllten Stiefel morgen!

Eure Maria

P.S: The Stone Roses wurden von einem Briten als wohl beste britische Band „ever“ bezeichnet. Nicht ganz meine Meinung. Und trotzdem sind sie es wert, hier in meinem Blog Erwähnung zu finden, besonders aufgrund der Tatsache, dass die in GB jeder in DE keiner kennt!!

Freitag, 13. November 2009

Von Verkleidungen, Lichtern und einem komischen Gefühl

Hallo ihr Lieben, das heißt ihr, die mir so sehr am Herz liegen, dass dies bald im Herzschmerz endet; und ihr, die mir glücklicherweise neu ans Herz gewachsen sind, dass ich froh bin, euch als Herzbalsam zu haben; und selbstverständlich ihr, die ich nicht kenne und die ich trotzdem herzlich grüße!

Nun, nach einer „kurzen“ Verspätung ist es wieder einmal Zeit für einen Monatsreport, denn ja, ich kann es selbst kaum glauben, ich befinde mich nun schon mehr als 3 Monate auf einer Insel, die mir zunächst fremd war und die ich nach diesem Jahr meine zweite Heimat nennen werde!
Well, nach drei Monaten habe ich gelernt:
- dass man, wenn man hier „half seven“ sagt, nicht „halb sieben“, sondern „half past seven“, sprich „halb acht“ meint
- dass ich hier wegen der ersten 5 Fragen, nicht bei „Who wants to be a millionaire“ mitmachen könnte, denn diese sind NUR für Briten und Muttersprachler einfach
- dass die Briten hier aus vielen europäischen Marken ihr eigenes Ding machen, das heißt, es ist das selbe, heißt aber anders, und so heißt „bebe“ hier „Johnson's“
- dass die Briten das Wort „Bonbon“ nicht kennen
- dass den englischen Eltern hier sehr viel an der Elektro-Hauptsache-Bildschirm-und-Knöpfe-Erziehung liegt (so gut wie jeder Haushalt besitzt eine Wii, Playstation, Nintendo DS, etc.)
- dass man hier ebenso gerne streikt, wie in Deutschland
- dass manche Lehrer hier sogar per Skype mit ihren Schülern und den Eltern in Kontakt stehen
- dass es hier sogenannte „muffins“ gibt, die den deutschen Toasties entsprechen und damit keine Muffins in unserem Sinne sind (Eine der leckersten Dinge, die ich hier bisher gegessen habe und die das Fehlen von anständigem Brot etwas erträglicher machen.)
- dass „Health and Safety“ hier eine wahnsinnig große Rolle spielt, man in jedem öffentlichen Raum so an die 20 Warnungsschilder auffinden kann und jeder Arbeitgeber mit tausenden an „policies“ versucht sich gegen eine mögliche Anklage/Anschuldigung zu schützen (Man hat ja gewarnt…)
- Nein, auf die Schweinegrippe werde ich nicht eingehen…

Nun, wo fange ich an, denn ich werde diesen Eintrag nicht beenden ohne euch von weiteren wundersamen Ereignissen auf der Insel zu berichten.

Ok, gehen wir einige Wochen zurück. Genauer zum 24. Oktober. Dieser sollte der Tag sein, an dem ich die liebe Thesi, die ursprünglich aus Halle kommt und jetzt als Freiwillige in Coventry arbeitet, wiedersehe.
Unser Ziel war die Portobello Road und der Portobello Market. Hach, und wie war das wieder einmal schön! Wir genossen die „Aussichten“ und bekamen allerhand Rabatt durch „Schmuck-Massen-Käufe“. Und dann … ja, dann war da noch dieser Stand … mit diesen … Brillen. Wir überlegten lange, ob wir unser kostbares Geld in solch einen Sinnloskauf investieren sollten. Doch nach langer Überlegung und dem In-Betracht-Ziehen (o.O. mein Deutsch leidet) der Tatsache, dass wir einfach mal so ultra-cool wären mit diesen Brillen, kauften wir sie uns.
Das Ergebnis: Ein Wahnsinns-Gefühl und unheimlich viel Spaß!


Auch das folgende Wochenende hielt so einige >Verkleidungen< bereit, denn ja, juchee, es war Halloween!!!
Dies wurde – meinerseits in einem Sexy-Hexe-Kostüm – mit reichlich Punsch, Kunstblut und wieder sehr viel Spaß zelebriert!


(Na Yeon, Youna und Yukimi)


(Mal)


(Hannah)


(Nelli - einfach nur genial, dieses Bild)


(Mads und Marvin)


(Adrian und Mitchi)

Der Abend bzw. die Nacht wurde lang und so gegen 4 verabschiedete sich ein Großteil in die Nachbarwohnung in Bexleyheath ins Bett – das heißt Marvin, Phil und Vivien schliefen im Wohnzimmer und ich schlief bei Nelli im Bett. Bzw. ich schlief letztendlich dort, doch zuvor wurde der Abend noch einmal voll und ganz auseinandergenommen, was zu zahlreichen Lachanfällen und heftigen Beschwerden Marvins führte, denn der musste am nächsten Tag arbeiten.
Nelli und ich wachten am nächsten Tag verkatert auf, und stellten ein paar Stunden später, nach einem leckeren Tee und Rührei-Toast-Frühstück fest, dass wir nicht die Einzigen waren. Nachdem sich dann so gegen 12 Uhr mittags der Rest verabschiedet hatte, bestellten wir uns Pizza und verbrachten die restlichen Stunden voller Reue, verkatert vor dem Fernseher und Laptop.
Gegen 6 machte auch ich mich auf dem Heimweg!

Und wieder ein Wochenende später – das ist irgendwie witzig, wie ich mich hier von einem Wochenende zum anderen hangele – sollte der Samstag einem traumhaften Feuerwerk gewidmet sein.
Doch wo fang ich da an? Mh. Donnerstag der 5. November („Remember, remember the 5th of November“) war Guy Fawkes Night, auch Bonfire Night genannt. Dieser Tag und die zahlreichen Feuerwerke sind dem Menschen gewidmet, der 1605 versucht hatte, die Regenten, das Parlament und die Bischöfe des Landes in die Luft zu sprengen. „Der Grund hierzu lag in der Verfolgung, der Angehörige der katholischen Kirche ausgesetzt waren.“ (Quelle: Wikipedia, Stichwort Guy Fawkes (Hach, was wären wir alle nur ohne dieses wunderbare Internetlexikon?)). Doch der Putsch scheiterte und die britische Bevölkerung verehrt ihn heute. (Auch hierzu gibt Wikipedia eine interessante Information: „In Großbritannien sagt man auch heute noch scherzhaft, dass Guy Fawkes der einzige Mann sei, der je mit ehrlichen Absichten in das Parlament gegangen ist.“ (Quelle: Wikipedia, Stichwort Guy Fawkes))
Nun, und da der 5. November ungünstig lag, wurde das GROSSE Feuerwerk in Blackheath auf den Samstag, den 7. November verlegt.
Wir, das heißt ich und meine Jungs (meine beiden Mitbewohner Marvin und Geoffrey) machten uns um 7 auf den Weg (Blackheath ist theoretisch 10 Minuten mit dem Bus entfernt). Doch dies war ein Kurzschluss!!!!!!!
Alle Busse waren voll und manche hielten nicht mal an!
So kamen wir auf die geniale Idee ein paar Bushaltestellen in die entgegengesetzte Richtung zu fahren – in der Hoffnung, dass dort die Busse weniger voll waren! Und wir hatten Recht! Wir bekamen einen Bus! Und fuhren winkend an unserer „Ur-Haltestelle“ vorbei! (Nein, natürlich nicht. Für wie dreist haltet ihr uns denn? ;o) )
5 Minuten zu spät kamen wir an, doch das Feuerwerk ließ noch auf sich warten.
So marschierten wir auf die Riiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiesenwiese, die, wie ich später erfuhr, mit 65 000 (!!!) Menschen bestückt war. Und als wir einen schönen Platz gefunden hatten, ging’s los! Das nenn ich Timing.
Nun, und erwähnte ich schön, dass ich begeistert war? Nein. Also ich war begeistert! Einfach grandios. Das schönste Feuerwerk, das ich in meinem ganzen Leben je gesehen habe. Und das ist keine Übertreibung!

Hier ein paar Bilder (Ich will euch doch an meiner Freude teilhaben lassen. Die Videos sind toller, aber so'n Technikfreak bin ich noch nich, dass ich die hier einbasteln kann!):






Nun, der 9. November stellte für die Menschen hier keinen besonderen Tag dar, doch aber für euch, ihr Daheimgebliebenen und mich!
Bei den Bildern, die man hier in den Nachrichten sehen konnte, kamen mir die Tränen. Ein Lächeln. Und ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. War das Stolz? Das ist komisch, denn schließlich bin ich nach dem Mauerfall, sogar nach der Wiedervereinigung geboren.
Ich würde in diesen Tagen wirklich gerne in Leipzig sein. Dabei sein. Wegen der Atmosphäre. Wegen dem Kribbeln. Wegen den Menschen. Weil es Leipzig ist!
Aber nun gut, Schluss mit der Gefühlsduselei. Genießt die Zeit für mich mit! (Ja, damit seid auch ihr gemeint, ihr Geschichts-und-Kultur-Banausen!)

Ach, und damit wären wir jetzt schon im Jetzt.
Ich sitze hier, muss heute arbeiten, muss morgen arbeiten und auch am Sonntag arbeiten. Und werde am Samstag trotzdem zu der Party nach Bexleyheath fahren. Man ist schließlich nur einmal jung! ^^

Bald ist Weihnachten, ach und da sind wir ja schon wieder bei einem Thema:
Ich hätte mich so wahnsinnig aufregen können: Gegen Ende Oktober war ich mit Nelli in London (auf der letztendlich erfolglosen Suche nach einem Frisör) und was muss ich sehen? Da auf der Oxfordstreet?


Hallo? Die Blätter sind noch AUF den Bäumen (oder AN, wie ihr wollt)! Und da schmückt man prunkvoll weihnachtlich! Hallo? Es war Ende Oktober!!!! Ich war noch sowas von gar nicht in Weihnachtsstimmung!
Aber nun. Jetzt. Ja. Jetzt bin ich in Weihnachtsstimmung. Soll ich euch den Anlass verraten? Der Geruch von Glühwein in Covent Garden. Dies war eine Sache von 3 Sekunden und doch war ich mit einem Mal in Weihnachtsstimmung!
Ich find es so schade, dass ich dieses Jahr nicht auf den Weihnachtsmarkt kann und doch freu ich mich auf die Kräppelchen meiner Mutter und die Komplet meines Bruders am 24.!
Und ich freu mich darauf, zu meiner Familie zu kommen, meine Freunde zu sehen, die einfach nicht zu ersetzen sind, und diese heimliche, weihnachtliche Gemütlichkeit in vollen Zügen zu genießen.

Nun, es regnet hier wie aus Eimern.
Ich schenke euch ein dem-Regen-trotzdendes Lachen
Und Umarmungen und Küsse

Eure Maria

P.S.: Achso, hier mein Soundtrack der letzten Wochen:
Platz 1 Frankmusik - Such Great Heights (Cover)
Platz 2 Acid House Kings - This Heart Is A Stone
Platz 3 Young Soul Rebels - I Got Soul
Platz 4 Charlie Winston - Like A Hobo
Platz 5 Regina Spektor - Fidelity



P.S.: Kommt mal aus dem Knick wegen Silvester!

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Mein erster Besuch und eine kalte Nacht

Wiedermal ein herzliches Hallo an alle meine Lieben, an die Daheimgebliebenen, an die Weitgereisten und an die neugierigen Fremden,

Eine spannende Woche liegt hinter mir und aus dieser Tatsache folgt die Notwendigkeit einer ausführlichen Maria-Beschreibung:

Nach 2 Wochen auf Droge (Antibiotikum), Regenwetter, folgenschweren Treppenstürzen und unangenehmen Schlafpositionen (…) war ich erfüllt von Vorfreude, denn am Dienstag den 17.10. erwartete ich meinen allerersten BESUCH von Zu Hause – meinen BRUDER!
Hach, wie freute ich mich als ich ihn da abends nach einer aufregenden Solo-Tour durch London, die auch ich schon einmal - zu meiner Ankunft - absolvieren musste, vom Zug abholen und in die Arme schließen konnte!
Und so waren Nudeln zur Feier des Tages ein unumgängliches Abendmahl! Den restlichen Abend verbrachten wir, wie in alten Zeiten *haha*, mit dem Laptop auf den Schoß und dem Hinundher-Spielen diverser Filme und Musikstücke.

Und so machten wir uns am nächsten Tag nach einem ausgiebigen Frühstück auf in die große Stadt, denn solch ein Besuch bietet stets die Möglichkeit einer Sightseeing-Tour! (Nun, ich war jetzt zwar schon mehr als einmal in London, aber - ganz ehrlich – ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich die Zeit und Lust habe mir alleine eine der etlichen London-Attraktionen anzusehen.)
Unser erster Halt sollten die geschichtsträchtigen Gemäuer des Tower of London sein. Und auch wenn unser Aufenthalt länger dauerte als erwartet (2,5 h) so hatten wir doch einigen Spaß UND jaaa, wir haben die Kronjuwelen gesehen.


Nach Felix‘ ersten Fish’n’Chips machten wir uns dann auf zur St.Paul’s Cathedral, doch was haben wir auch wieder für ein Glück!
„We’re closing now!“ waren die Begrüßungsworte des Einlassers, als wir die Treppen des beeindruckenden Hauptportals emporstiegen.
Doch wir sind ja nicht zu so schnell unterzukriegen.
Unser nächster Stop war Westminster Abbey, denn dort sollte es – nach Aussagen schlauer Reiseführer – täglich 17 Uhr einen Gottesdienst geben, bei dem der Eintritt frei ist und man sich so die £9,50 für jede touristische Besichtigung sparen kann.
Nun, doch irgendwie meinte man es an diesem Tag nicht gut mit uns.
Schön.
„Taglich“ sagen die Reisefüher.
„Everyday but Wednesdays“ sagte uns der Mann am Eingang.
Schön.
Doch was fängt man mit den restlichen Abendstunden an?
Ich schlug Soho vor.


Und so bahnten wir uns zum Piccadilly Circus, und dann vorbei an ominösen Reklameschildern, Schwulenbars und anderweitig suspekten Geschäften, bis wir Covent Garden und damit einen außerordentlich beeindruckenden Straßenzauberer fanden. Ich kann echt nicht glauben, wir er diese Melonen mit hochgekrempelten Armen unter die Hüte gezaubert hat…
Und dann hatten wir Hunger. Doch irgendwie schien alles ein klein wenig teuer… (ja, ein gaaaanz kleines bisschen) und dann fanden wir einen kleinen Innenhof, zwischen hohen Häuserwänden, die in allen vorstellbaren Farben angestrichen waren. Rot. Pink. Blau. Grün. Gelb. Die Stühle ebenso. Und so war in einer zauberhaften Pizzaria für unser Abendbrot gesorgt.

Der nächste Tag begann zeitig, denn trotz der Tatsache, dass ich um 1.30 pm Wheelchair-Training hatte (vom Projekt vorgeschrieben), wollte ich mit Felix noch ins Modern Tate.
Und so machten wir uns auf in das große Backsteingebäude, in die Fabrikhallen der Kunst, zu Monet, Miró, Picasso und einem Künstler namens Nitsch, wessen Bilder (oder die Betrachtung ebenjener) ein vorheriges Frühstück unumgänglich machen.
Trotzdem, der Aufenthalt dort war außerordentlich interessant, teilweise inspirierend und des Öfteren belustigend. Ein paar Bespiele:

Ein Metallrohr an der Wand. DAS ist Kunst.
Ein Seil auf dem Boden. DAS ist Kunst.
Zwei Baumstämme. DAS ist Kunst.
Haha.




Und während Felix dann noch die Höhen der St. Paul’s Cathedral erklomm, lernte ich, wie man risikofrei Rollstuhlfahrer durch die Kante schubst – upps – fährt.

Der Freitag und seine beinhaltenden Attraktionen sollten meine Kreditkarte um einige Pfund leichter machen, doch es gibt einfach Dinge, die man gesehen haben muss.
Nr. 1 war Madame Taussaud’s. Völlig überteuert, wie ich finde, doch wie gesagt, es gibt Orte, wo man gewesen sein muss.


Selbstverständlich genoss ich die klebrig-glänzende Nähe meiner männlichen Idole… und auch Felix hatte seine Spaß (...)












Und dann. Omg. ein kleiner Gruselgang mit Live-Darstellern sollte den Beinahe-Abschluss bilden.
DIES ist eher lustig als furchterregend, wenn man am im hinteren Teil der Gruppe läuft.
Ha. Schön.
Blöd nur, wenn man den Anfang macht. Scheiße man, ich hab mich in meinem ganzen Leben wahrscheinlich noch nie so gegruselt, ich wollte nur noch da raus und schob meinen Bruder wörtlich vor mir her, der dies mutig ertrug.
Nun, eine wirklich gute Erholung bot dann unser folgender Aufenthalt im Regent’s Park. Und wieder einmal war ich von der gardening-Kunst der Briten überzeugt.






Hach. Toll. Selbstverständlich mussten dann die Fast-10 Pfund im dort-gelegenen Cafe sein. Ein endlos-schokoladiger Schokoladenkuchen. Ein zauberhafter Blaubeermuffin. Und zwei heiße Schokoladen.
Als wir dann weiter durch den Park schlenderten, kamen wir zur Rockery Island … ein Ort, an dem man hinter jedem kleinen Busch Peter Pan vermutet und Tinkerbell über die bezaubernden Bächlein schweben sieht. Wer dort ist, MUSS dorthin - Ohne wenn und aber.
Weiter ging’s nach Notting Hill, denn ich fand, dass ich Felix diese Londoner Attraktion nicht vorenthalten kann und ich denke, ihm gefiel’s. ;o)
Daraufhin hatten wir noch eine Verabredung mit den Gruselgestalten des London Dungeon. Nun, der Brüller war’s nicht, aber lustig war’s allemal.
Und dann: Ja, dann. Dann ging’s kulturschockmäßig dorthin, wo man hingehen sollte, wenn es 17 Uhr, aber nicht Mittwoch ist. Ja genau, in die Westminster Abbey zum Gottesdienst.
Und mein Bruder und ich können nun von uns behaupten den als Ehrengast anwesenden Erzbischof von Canterbury live erlebt zu haben.
Was den Männerchor angeht, so erlaube ich mir als Thomasser-Schwester diesen Kommentar: In einigen Tenoren sind vielleicht ein paar Opernsänger verloren gegangen, aber dieser eine Sopran war der Traum und alles in allem war dies ein wirklich tolles Erlebnis.
Ach, und nicht zu vergessen ist da dieser junge (heiße) Business-Anzug-Londoner, der vor uns saß. ;o)

Der Samstagmorgen könnte mit „Abschied“ betitelt werden, denn 13.35 Uhr sollte der Flieger gehen.
Doch vorher hielt ich es noch für notwendig, einen Stop im zauberhaften Greenwich Park einzulegen und meinen Bruder die Aussicht genießen zu lassen.
Und dann fuhren wir wieder einmal in die große Stadt, doch diesmal mit der Gewissheit, dass ich die Heimfahrt diesmal allein antreten würde.
Nun, es war wirklich kein schönes Gefühl meinen kleinen, trotzdem größeren Bruder da an der U-Bahnstation von dannen gehen zu sehen. (…)
Und so schluckte ich den Kloß schnell hinunter und entschied mich zum Frustshoppen in Camden, denn wir Freiwilligen hatten uns für den Abend „London-clubbing“ vorgenommen. Ein passendes Outfit musste her.
Und – omg – ich habe wirklich noch nie so viel (eigenes) Geld auf einmal für Sachen ausgegeben. Sooo schnell waren die 50 Pfund weg, doch ich war stolz auf mich, denn man sollte wirklich nicht den auf dem Markt gegebenen Preis für ein Kleidungsstück akzeptieren. Und so wirken ein Ausschnitt, ein Schmollmund und die nötige Standhaftigkeit Wunder. ^^

Und nun.
Der Abend.
Ja. Der Samstagabend.
Ich fuhr zunächst nicht nach London, sondern eine Stunde in die komplett andere Richtung nach Bexleyheath, wo die anderen Freiwilligen wohnen.
Dort wurde angetrunken.
Und dann gegen halb 11 (Oder war es um 10?) machten wir (Nelli, Hannah, Daniel, Adrian-Gaydrian und ich) uns auf den Weg nach London zu einem Club namens Roxy, wo wir zu Mads und Belle stießen.
Hach. Welch ein lustiger Indie-Club. Doch so ganz wollte die Stimmung zunächst noch nicht steigen, denn die Musik war weniger Indie, mehr Elektro-Rock, was weiß ich. Doch dann trauten wir uns und wagten uns auf die Tanzfläche. Haha, und wie war das lustig.
Gegen 2 leerte sich der Club schon etwas und ich wurde ernsthaft von einem Mann, der mein Vater hätte sein könnte, gefragt, ob ich mit zu ihm nach Hause kommen möchte. „Nein“ sagte ich und stieß ihn weg. Meine Güte, was denkt der sich. Ja, ich war geschockt.
Nun, gegen halb 4 schloss der Club (Irgendwie schließen die hier alle verdammt zeitig!) und so machten wir uns gegen Viertel auf in die Nacht, auf nach Bexleyheath. (Ich hatte selbstverständlich keine Lust und nicht den Mut mitten in der Nacht alleine nach Woolwich zurückzukehren.)
Nach einer gefühlten halben Stunde – vorbei an lustigen Clubs, wo die Britinnen jedes Vorurteil erfüllten und betrunken in 12-cm-High-Heels, Gerade-Überm-Po-Röcken und Ausschnitten bis zum Bauchnabel durch die Gegend steuerten – kamen wir an der Bushaltestelle an. Und hätte man uns nicht früher sagen können, dass wir 40 Minuten warten müssen, deine scheiße man, es war VERDAMMT kalt!
Mein Outfit: Ein Gerade-Überm-Po-Oberteil (Ihr seht, ich passe mich langsam an!), 2 dünne Strumpfhosen, Ballerinas und ein Mantel. Alles, in allem – Ich war zu dünn angezogen. Ahhhh. Es war sowas von kalt.
Nun, dann kam der Bus und ich schlief ein, wachte auf, schlief ein. Es wurden Bilder gemacht. Es wurde ein Video gedreht. Na danke auch, ich schlafe mit offenem Mund! ;O)
Und dann waren wir in Bexleyheath, aber immer noch nicht zu Hause. Denn wir mussten dort auf einen weiteren Bus warten (es war mittlerweile viertel 6). Und wir alle hatten das Gefühl, dass es „auf dem Land“ irgendwie noch kälter war. Und wieder froren wir uns den Arsch ab.
Dann kam der Bus. Wir fuhren ein Stück.
Und dann mussten wir auch noch ein Stück laufen, wobei wir feststellten, dass sogar die Autos Raureif auf den Scheiben hatten und wir konnten unseren Atem sehen.
Schön.
Um 6 machte ich die Augen zu.
Um 1 wachte ich auf.
Hach, und wie schön ist es doch nach solch einer Nacht mit Gleichgesinnten zu frühstücken. Nelli und ich machten es uns also noch für 2 Stunden gemütlich und dann machte ich mich auf nach Woolwich, was am Tag weniger gruselig ist.
Doch einen hab ich hier in dieser ganzen 2,5-h-Heimweg-Geschichte ja ganz vergessen! Unseren Gaydrian.
Dieser war nämlich, als wir den Club verlassen wollten, nicht aufzufinden und beantwortete auch keine Anrufe. Und so stiefelten wir alleine los (ok, ich wäre froh, wenn ich Stiefel gehabt hätte… ).
Als wir dann im Bus saßen, muss er Mads auch angerufen haben, und gefragt haben, wo wir seien. Doch wir konnten ihm nur die Auskunft geben, dass er den Nachtbus nehmen muss.
Am Montag erfuhr ich dann den Rest der Geschichte: Adrian, der nach britischer Manier (er kommt aus Nottingham) ganz schön gebechert hatte, war irgendwann weg, und auf einmal am Heathrow-Airport. (…) gegen 12 Uhr mittags kam er ohne Schlüssel (hatte er verloren) in Bexleyheath an!!! *räusper* *Ohne Kommentar*

Nun, ich hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen!
An alle Daheimgebliebenen: Ich komme zu Weihnachten nach Leipzig (vom 23. bis zum 3.)!!! Wo kann ich Silvester mitfeiern?

Küsse und Umarmungen
von eurer
Maria

P.S.: Habt ihr schon einmal versucht mit einem Messer eine Dose aufzumachen?

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Die Ambiguität des Strahlens

Hallo meine Lieben,

Auch wenn es heute nicht viel zu erzählen gibt, verspüre ich das dringende Bedürfnis, mich (unmittelbar) mitzuteilen.
(Nun ja, ihr kennt mich ja.)

Die Notwendigkeit diverser Besorgungen trieb mich heute wieder einmal ins wunderschöne Greenwich.
Das Wetter war ein Traum (nachdem es gestern wie aus Eimern geschüttet hatte), die Sonnenstrahlen taten gut und mein Husten im Bus sorgte für Beinfreiheit, denn keiner traute sich aus Angst vor Schweinegrippe auf den Platz mir gegenüber. ;o) (Kurzer Zwischenstand: Ich bin jetzt mittlerweile seit etwa 10 Tagen krank und nehme seit 4 Tagen Antibiotika – keine schöne Sache… und NEIN, es ist KEINE Schweinegrippe!)

Und wie ich da dann so durch Greenwich schlenderte, auf der Suche nach einem gewissen Flohmarkt, fand ich einen Buchladen.
Und mit Buchläden ist das so eine Sache: Sobald ich alleine bin und einen Buchladen sehe, MUSS ich da rein. Folglich betrat ich voller Neugier dieses Buchstabenuniversum mit der Intension vielleicht ein schönes Buch für eine gewisse Person zu finden. Doch es kommt meist ganz anders, und so stand da auf einmal dieses Buch:

The Stuff of Thought – by Steven Pinker

Schon der Name des Autors ist geil. Ein 439-Seiten-Wälzer. Rotes Buch. Hellblauer Einband. Und ein Schild mit ‚£5‘ drauf. Was gibt’s da noch zu überlegen?
Natürlich kaufte ich mir dieses Buch.
Und kennt ihr das Gefühl, wenn ihr ein Buch gekauft habt und die Ladentür hinter euch schließt? Das ist so, als hätte man einen kostbaren Schatz, als hätte man unendliches Wissen in der Tüte… Hach, ich fühlte mich gut.
Auf der Heimfahrt las ich dann auch den Klappentext und ich hätte mich echt wegschmeißen können, passt auf:
„How does a mind that evolved to think about rocks and plants think about love and physics and democracy?” (The Stuff of Thought, Steven Pinker)

Nun, bevor ich jedoch zur Heimfahrt komme, noch ein kleines Erlebnis:
Ich laufe den Fußgängerweg entlang, und mir kommt ein Mann entgegen - und hier spielt keine Rolle, ob er mein Typ war oder nicht, ob er mein Alter war oder nicht – die Sache war die:
Er hat gelacht. Nun, nicht laut losgelacht. Nein. Er hat geschmunzelt. Sei es aus Verliebtheit oder Erfolg – spielt keine Rolle.
Er war glücklich.
Und wisst ihr, was Maria dann gemacht hat? Haha, ihr könnt es euch sicherlich denken!
Ja.
Sie hat gelacht.
Sie war glücklich. Sie war sehr glücklich.
Mein Gott, wie einfach ist es doch, mich glücklich zu machen. Fast zu einfach.
Also: Lacht, Leute! Lacht, Leute! Lacht, Leute! Lacht, Leute! Lacht, Leute! (Welch eine zauberhafte Zungenbrecher-Alliteration.)

Und nachdem ich die „diversen Besorgungen“ dann erledigt hatte, machte ich mich also auf den besagten Heimweg. Und bei der Erwähnung von ebenjenem möchte ich nicht noch einmal auf den Fahrtkomfort, sondern diesmal auf die Fahrtdauer eingehen: Brauchte ich bei der Hinfahrt 45 Minuten nach Greenwich, so benötigte ich rück zu nur ganze 15 Minuten. Wie kommt das? Zauberei?
Nein.
Die Antwort ist simpel und stellt wieder einmal die Darstellung eines Londoner Ortsphänomens dar:
Auf der Hinfahrt geriet ich schlicht und einfach in den Londoner Berufsverkehr, das heißt falsche Uhrzeit (9 Uhr), falsche Richtung (selbstverständlich Richtung London). Aber mir konnte heute nichts die Laune verderben, und ihr kennt mich – ich lache.

In diesem Sinne verabschiede ich mich für heute
Ich vermisse euch
und schenk euch ein Lächeln

Eure Maria

ps: Und wieder einmal hat der Höhepunkt bei "2:30 des Claire de Lune von Debussy für eine Gänsehaut gesorgt. Ihr hättet das erleben müssen: Wie die Sonne über die Baumwipfel klettert und höher und höher steigt, kämpfen sich die Streicher in die musikalischen Sphären bis an den Steg! Wunderbar. Schön.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Von Stars, Nackeninspektionen und einem besonderen Montag

Ein herzliches Hallo an alle Leipziger, Engländer, Neuseeländer, Australier, Amerikaner, Franzosen … kurzum an alle meine Lieben!

Trotz der Tatsache, dass ich hier grade im übelsten Rotz und Beinahe-Fieber auf meiner Couch sitze und jede Haltung irgendwie unbequem ist (Ja, ich bin krank!), lässt es mein schlechtes Gewissen nicht zu, euch weitere 2 Wochen auf einen Blogartikel warten zu lassen, daher hier ein weiterer Bericht aus meinem Leben im Land der höflichen Tee-Trinker:

Wieder ist ein Monat vergangen (Ja, die Zeit scheint hier in scheinbarer Lichtgeschwindigkeit zu vergehen…) und damit wird wieder ein Monatsbericht (mir ist immer noch kein passender Begriff eingefallen!) fällig:

Nach zwei Monaten weiß ich:
- dass ich mittlerweile schon einen Punkt revidieren muss: Es gibt auch 1£-Shops (Danke, Phil!)
- dass es die Bezeichnung „Grüner Daumen“ auch im Englischen gibt – „green thumb“
- dass die Phrase „Nonetheless they provide a useful starting point in thinking about…“ definitiv auf den 12 Seiten Englisch-LK-Oral-Exam-Phrases fehlte
- dass Mandarinen, Clementinen und Orangen hier ohne jeweilige Unterscheidung als "oranges" bezeichnet werden [GEÄNDERT - am ersten des Monats, an dem meine Mutter Geburtstag hat - um ... keine Ahnung, etwa eine halbe Stunde nach der Erst-Publikation ^^]
- dass Busse in besonderen Fällen nicht nur die Aufschrift „NOT IN SERVICE“ tragen, sondern „SORRY, NOT IN SERVICE“ tragen (Jaja, die höflichen Briten!)
- dass das klitzekleine Wort ‚a‘ [ӕ] hier von einigen Muttersprachlern als [ӕɪ] ausgesprochen wird
- dass „to have a job jobbed“ eine tolle umgangssprachliche Wendung ist
- dass mir nach einem Monat englischer Schulzeit (Anfang September ging hier die Schule los) die Schulkinder in den Bussen schon sowas von auf den Geist gehen… Wie kommt man als Bürgermeister Londons auch nur auf die zwar geniale, aber für mich ungünstige Idee, die Busfahrten zur Schule und zurück für Schüler kostenlos zu machen?
- dass man sich hier nicht auf die Postboten verlassen kann, denn da werden gerne mal Pakete vor die Wohnung abgelegt, wenn man nicht da ist
- dass sich so gut wie keiner im Londoner (bzw. auch Englischen) Verkehr an die Ampelzeichen hält – und trotzdem geht (zu meinem Erstaunen) alles glatt

Nun zu meinen letzten 2 Wochen. Diese waren weniger arbeits- dafür umso erlebnisreich!

Da wäre da zum Beispiel letzte Woche das Kennenlernen eines echten – ja, man glaubt es kaum - Stars:
Anlass war das 10-jährige Jubiläum unseres Projektes (Ach so’n Mist ich hab euch immer noch nicht beschrieben, was ich hier genau mache… naja, kommt noch… irgendwann).
Damit verbunden war eine Veranstaltung, wo hauptsächlich weniger wichtige Menschen aufeinandertrafen (die sich teilweise aber sehr wichtig fühlten), aber unter den wichtigeren waren: wir Freiwillige selbstverständlich (haha…) UND PAM FERRIS! Diese Frau sagt euch jetzt vom Namen sicherlich nichts, aber wenn ich „Agatha Knüppelkuh“ und „Harry Potters fliegende Tante“ in den Raum werfe, werdet ihr mit Sicherheit ein bisschen neidisch. (Ich weiß, dass ihr nicht neidisch werdet, aber bitte lasst mich in dieser naiven Träumerei!)^^


Nun, diese Schauspielerin war als Ehrengast geladen, da sie Vizepräsidentin von „Princess Royal Trust for Carers“ ist (hoho… klingt schon mal bombastisch) und selbst carer-Erfahrung besitzt! Naja, und sie war nicht eine der VIPs, die nach ihrer 3-Minuten-Rede mit viel Tamtam verschwinden, sondern sich nach einigen (sie sehr sympathisch machenden) Worten sogar zu uns Freiwilligen an den Tisch setzte und zumindest vorgab, sich für uns zu interessieren…
Hach, es ist schon toll, an der Quelle der Reichen und (nicht immer) Schönen zu
wohnen… ^^
(Hier noch ein Gruppenbild, das am Ende der Veranstaltung in einem der schönsten englischen Parks entstanden ist, die ich hier je erblicken durfte:)



Wie mach ich weiter?

Nun da wäre da noch der Freitag der letzten Woche. Dieser war einem London-Besuch mit besonderer Begleitung gewidmet: Ein Besuch mit Thesi aus Halle, die auch Freiwillige in GB ist. Wir haben uns lustigerweise über’s Internet gefunden und Freitag war es dann soweit – wir wollten uns treffen.
Haha.
Ach, was war das für ein schöner Tag!
Erst saßen wir gechillt in der Sonne des St.James-Parks, dann trafen wir auf der Suche nach Postkarten einen Deutschen, der in Hong-Kong arbeitet, aber mal für ein paar Stunden in London war. (Oh ja, dieser definitiv zu alte Typ hätte es gerne, gesehen, wenn wir ihm noch ein bisschen die Stadt gezeigt hätten, aber nüscht gibt’s… der war definitiv zu alt!) ;o)
Und dann genossen wir mit unserem Subway-Snack die Aussicht auf dem Trafalgar Square… die Aussicht, nun ja, das war hauptsächlich das maskuline Angebot der britischen Metropole (Bei diesem Wort ein ganz lieber Gruß an Chrisi, kannst du dich noch an das Activity-Spiel erinnern?)… Jaja, diesbezüglich hat London schon so Einiges zu bieten…
Und als krönenden Abschluss schlenderten wir noch an die Westminsterbridge und konnten gar nicht aufhören zu reden… ja, der Abschied war blöd, denn Thesi arbeitet jetzt in Coventry… ;((( Aber wie war das? Halt Ausschau nach Schopf-Nacken-Schulterkombinationen und wenn du nach London kommst, stürzen wir uns ins Nachtleben!
Hach, was für ein wirklich schöner Tag!


Und nach einem lustigen und wirklich schönem Feier-Wochenende folgte ein wahnsinnig ereignisreicher Montag: Leset und staunet:

Keiner von uns CSV (so heißt meine Sendeorganisation in GB… jaja, meine Arbeitsbeschreibung wird echt langsam notwendig…) – Freiwilligen bei meinem Projekt – das heißt: Daniel, Nelly (aus DE … vor einigen Wochen angekommen), Adrian (aus GB … vor 2 Wochen angekommen) und ich – hatte am Wochenende so recht Lust auf diesen Tag, denn wir waren nach London-City zum CSV-Day eingeladen worden.
Wie klingt das schon CSV-Day? Und wir richteten uns auf Kennlernspielchen und stundenlanges Rumhocken und Woanders-Sein-Wünschen ein.
Doch es stellte sich alles besser raus als gedacht:
Nachdem wir etwa um eine halbe Stunde zu spät angekommen waren („The traffic was hell!“ ist eine allseits geltende Ausrede), teilte man uns in Fünfergruppen ein, wo das befürchtete Kennlernen stattfinden sollte. Wie heißt du? (Namensschildchen nahmen einiges Fragematerial vorweg, aber man fragte trotzdem.) Wo kommst du her? (Auch das wurde auf der Brust eines jeden vermerkt.) Was machst du? Wo genau arbeitest du? sollten die Fragen sein, um die sich alles in den nächsten Minuten drehte… Nun gut… nicht sonderlich spannend, und die Nachbargruppen schienen sowieso immer um einiges interessanter…
Auf diese etwas steife Konversation folgte eine langweilige aber dafür nicht allzu lange Präsentation der CSV-Mitarbeiter. Und schließlich wurden wir alle, wenn auch mit einer kleinen Aufgabe, erlöst und nach draußen in einen niedlichen Hinterhof entlassen: Wir sollten ein Gedicht schreiben – über CSV.
Gut, diese Aufgabe war ersteinmal nebensächlich – jetzt ging’s an’s Kennenlernen. Dabei wurde Vielen die Kontaktaufnahme durch die Tatsache, dass die „Deutschen-Konzentration“ sehr hoch war (etwa dreiviertel der etwa 35 oder 40 Freiwilligen), erleichtert.
Eigentlich sind wir hier alle nach England gekommen, um Englisch zu lernen, und nun landen wir in einer deutsch-dominierten Organisation.
Wir könnten uns ja auf Englisch unterhalten, aber Faulheit und der Wunsch genau das sagen zu können, was man will, sind in diesem Zusammenhang zu überwindende „obstacles“ (Hindernisse). Nun gut… ich kann’s verkraften.
Nach und nach traf man also auf viele Deutsche und einige andere und genoss die frische Luft. Und dann machte man sich zumindest teilweise auch daran, Verse zu verfassen, die irgendetwas mit der Organisation zu tun hatten. Ich steuerte irgendwo 4 Verse bei und dann ging es wieder in den stickigen Raum, wo die zahlreichen Gedichte verlesen wurden. Ok… es waren 3!
Darauf folgte eine angenehme Essenspause: Der Lunch bestand aus Mitgebrachtem… Maria war vorher noch (schweineteuer) bei Marks&Spencer einkaufen. Naja, wenn einem die Notwendigkeit des Mitbringens erst am Montagmorgen einfällt… Selber schuld! (Und wieder rede ich von mir in der dritten Person… haha.) ^^ Und auch bei dieser physischen Zufriedenstellung stand man mal da, mal dort und machte sich bekannt.
Krönender Abschluss des CSV-Days war ein Wissenstest, der in Gruppen absolviert werden sollte. Fragen über Schauspieler, Allgemeinwissen, Michael-Jackson-Songs, landestypische Spezialitäten und Flaggen und Hauptstädte waren der Inhalt und zahlreiche wertvolle Preise die Belohnung: Meine Gruppe wurde Zweiter und wir durften daraufhin einige CDs und eine Männerparfümprobenbox unser Eigen nennen. (Verdammt nochmal, wir hatten die Führung… wir hätten Erster werden können und dann schnappt uns diese eine Gruppe (…) den obersten Treppchenplatz vor der Nase weg… Aber nein, ich gönn ihnen die „The Incredible Hulk“-DVD.)
Nun, der spannende Aufenthalt im CSV-Büro neigte sich seinem Ende zu und nach der Absolvierung der obligatorischen One-Month-Interviews mit einer CSV-Mitarbeiterin machten wir uns auf den Heimweg.
Nein.
Das stimmt nicht ganz.
Wir liefen etwa 100 Meter, trafen Hannah und Mads (zwei Freiwillige meines Projektes) und entschlossen uns – wenn auch nur kurz – in einem Londoner Pub einzukehren. Dort traf man auch einen Großteil, der neuen Bekanntschaften wieder… und trank …

Nun ja. Kommen wir damit also endlich mal zur Sache – zum Bier! *haha*
Die letzten 2 Wochen waren aufgrund der eher geringen Arbeitsbeanspruchung von so einigen Pub-Besuchen durchzogen. Und so konnte ich nicht nur endlich mal etwas Zeit mit meinen anderen Freiwilligen außerhalb von obligatorischen Office-Besuchen und CSV-Days verbringen, sondern mich auch mit britischen Pubsitten und Biersorten vertraut machen:
Was die Pubsitten betrifft, so kann ich sagen, dass es lustig war, den Am-Tresen-Order-Gebrauch und das „Last Order“-Klingeln endlich mal live zu erleben.
Und bezüglich der Biersorten … nun, es steht fest, dass ich in den 2 Monaten (leider) noch nicht alle Biersorten ausprobieren konnte und euch daher auch noch keinen „lager“-Favoriten nennen kann.

Nun ja, und dann hatte Mads noch die schöne Idee Tadz zu besuchen (Jaja… die ganzen Namen – egal – Tadz ist eben einer, der mal Freiwilliger war und jetzt in irgendnem Restaurant im Bankenkomplex (den ich sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue) arbeiten soll, …). Also machten wir uns per tube und Zug auf den Weg… Und menno… ich war doch noch mal im Pub bei den „ladies“, aber ich hab in diesen 20 Minuten Fahrt, die schmerzvollsten, ja die schlimmsten Minuten meiner ganzen 2 Monate hier verlebt. Peinlich aber wahr – soviel dazu!
Wir kamen also im Bankenkomplex an und nach dem Besuch diverser Örtlichkeiten ward ein jeder erschlagen von einer unglaublichen Protzigkeit: Man hat in diesem Bankenkomplex am Fuße diverser Wolkenkratzer eigene Zugstationen, und diese sind, nicht wie üblich im Grau-Metallic-Look „dekoriert“. Nein! Feinster Granit ziert die Wände, Böden und Oyster-Automaten!!!
Als wir hinaustraten, erblickten wir einen säuberlichen Platz mit etwas Grün, etwas Wasser und vielen fein gekleideten Menschen. Kurz gesagt: Wir fühlten uns ein klein wenig UNDERDRESSED!!! (Ja, nur ein gaaaanz kleines bisschen!)
Egal, wir suchten also Tadz, mit dem fabelhaften Ergebnis ihn nicht zu finden.
Schön, also entschieden wir uns zur Heimfahrt. Genauer: Alle anderen fuhren Zug und ich entschied mich für den Bus.
FALSCHE ENTSCHEIDUNG!
Auch wenn, ich die Wolkenkratzer von meinem Fenster aus sehen kann,


heißt dies nicht zwangsläufig, dass ich eine halbe Stunde nach Hause brauche, denn ich vergaß: Einer kleiner Fluss namens Themse trennte mich von meinem Zu Hause.
Schön.
Es kostete mich ganze 2 Stunden, bis ich nach chaotischen Ins-Nichts-Fahrten, Nach-Diversen-Bushaltestellen-Suchen und Tunnel-Fahrten letztendlich in Woolwich ankam.
Nun und dort folgte ein weiteres Fiasko, aber ich will ja nichts vorweg nehmen:
Ich hatte mir vorgenommen für mich und meine Jungs Kartoffelmus, Fischstäbchen und Fisch zu machen. Ist ja auch nicht sonderlich schwer.
Nun ja… die Meeresbewohner (wenn auch in neuem Zustand) sind mir gelungen, nur das Kartoffelmus war absolute Grütze…
„Ich hatte nicht die richtigen Stampfer!“ war meine Ausrede.
‘Die Kartoffeln wurden nicht lang genug gekocht!‘ ist die Wahrheit.
Mit allerlei Komplimenten, was mein verkacktes Kartoffelmus anging, versuchte zumindest Marvin meine Laune aufzubessern – Danke, lieb gemeint, aber die Tatsache, dass ich versagt hatte, ließ sich einfach nicht beschönigen bzw. verleugnen.

Aber gut, der Dienstag begann mit Halsschmerzen und meinen jetzigen Zustand hab ich euch beschrieben…

Ich hoffe euch geht es besser
und ich vermisse seit neustem mein Zimmer
und selbstverständlich EUCH!

Liebste Grüße
Eure Maria

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