Haha, ein weiterer Monat ist verstrichen (Jaja, „time flies“ sagt man hier so schön!) und nun sind es nur noch 20 Tage bis der Weihnachtsmann an die heimischen, deutschen Scheiben klopft!
Doch es bleibt keine Zeit für sinnloses Schwelgen in der nahen Zukunft, denn es ist wieder mal soweit für den monatlichen Aha-Report.
Nun, nach vier Monaten habe ich gelernt:
- dass eine Oma mit Krückstock und iPod nichts ungewöhnliches ist
- dass die britische Slang-Form von „definitely“ „defo“ ist (Ich liebe dieses Wort! I doubt wether you’ll find it in any dictionary!)
- dass man „Marmite“ entweder abgöttisch liebt oder hasst (Ich persönlich gehöre zur letzterwähnten Gruppe!) (http://de.wikipedia.org/wiki/Marmite_%28Lebensmittel%29)
- dass britische Pubs (sowieso) und Clubs verdammt zeitig schließen
- dass die britischen Frauen scheinbar noch nie was von applikatorlosen Tampons gehört haben (Geht hier mal in ‘ne Drogerie, Mädels!) (Sorry, Jungs!)
- dass man nicht mit 30 Einkaufswaren an die hier sehr üblichen Selbstbedienungskassen gehen sollte
- dass es hier wahnsinnig viele der sogenannten Charity-Shops gibt, die für einen bestimmten Zweck (beispielsweise der Krebsforschung) gebrauchte, gespendete Dinge zu einem Spottpreis verkaufen (Dort bekommt man Bücher, DVDs, CDs, PC-Spiele für weniger als £3.)
- dass der Klimawandel in GB, besonders in den Medien ein stark verwendetes Themengebiet ist (Jede zweite Radiowerbung beinhaltet „energy-saving“, „low carbon“, etc..)
- dass in GB wirklich alles eine Stunde später losgeht – sprich Arbeit und Schule beginnt um 9 und Shops öffnen um 10
- dass man hier wahrscheinlich vergebens nach einem wirklichen Elektro-Fachhandel sucht (Hach, wie vermisse ich da manchmal Saturn oder Mediamarkt!)
Nun, nachdem ich offensichtlich in diesem Report gründlich auf das britische Einkaufswesen eingegangen bin (Nein, das ist nicht nur euch aufgefallen!), drehen sich meine Bloggedanken nun um ein weiteres britisches Phänomen: Das Wetter (Ja, irgendwann musste es ja mal sein…)
Das britische Wetter ist, wie man mit Sicherheit weiß, alles andere als vorhersehbar („predictable“ für die, die noch was lernen möchten). Doch die, die im Geounterricht aufgepasst haben, müssten auch wissen, dass die Temperaturen um einiges milder sind. Und so kommt es, dass ich, während ihr euch daheim in Mütze und Schal mummelt, hier in den milderen Arealen, da ich zu faul bin eine warme Jacke anzuziehen, in meiner Sommerjacke und meinem Tuch friere. Tja, so ist das Leben.
Hinzu kommt, wenn man sich dann noch den britischen Mädels meines Alters, die aussehen wie 14, und auch denen, die älter sind, anpasst, friert man des Öfteren in Highheels und Leggins oder Strumpfhose.
Aber weiter möchte ich euch auch nicht mit meinen Faulheits- und Eitelkeits-bedingten Problemchen nerven, kommen wir lieber zu einer Episode, die sich vor etwa einer Woche ereignete und zumindest indirekt mit Wind und Wetter zu tun hatte:
Es trug sich zu (hört, hört und staunt), dass ich eines Samstagmorgens nach Thamesmead – 20 Minuten mit dem Bus von Woolwich entfernt – zu einem Klienten musste. Doch, wie so häufig, war ich nicht zu spät, nein, zu früh.
Was fängt man da an?
Es war windig (so viel zum Wetter) und 10.30 am.
So entschloss ich mich also mit MP3-Player im Ohr, neugierig wie ich bin, die Gegend zu erkunden, denn ich hatte noch eine schöne halbe Stunde zu frieren.
Und da lief ich also einen Weg – wohl eher Trampelpfad - entlang und stand nach 50 Metern vor einer Art Hügel.
Selbstverständlich stapfte ich nach oben und erklomm die terrassenartigen Absätze – einen nach dem anderen. (Lustig, wenn man dabei ein Lied namens „Such great hights“ hört!)
Und dann war ich da.
Im grand finale des Liedes oder zumindest bei der Phrase „you will hear the shrillest highs“.
Oben.
Ich lehnte mich für Sekunden, gefühlte Stunden gegen den Wind und war frei.
Ein schönes Gefühl.
Die Sonne war aufgegangen … und flackerte nun da - irgendwo im Südosten.
Und nachdem der Wind dann abgenommen, ich meine Arme wieder gesenkt und mich wieder normal hingestellt hatte, da sonst jedes physikalische Gesetz zu fatalen Wehwechen geführt hätte, schaute ich mich um:
Auf diesem Plateau waren die Himmelsrichtungen vermerkt und das Witzige war, dass, sobald ich mich gen Westen richtete, sich die Großstadt vor mir auftat – die Hochhäuser von Canary Warf – LONDON. Und im Osten? Tja, wollt ihr die Wahrheit hören? Nichts. Bäume und so, aber echt nicht mehr.
Das ist ein komisches Gefühl auf solch eine Art und Weise mit bekannten Tatsachen konfrontiert zu werden, aber vielleicht war dies auch nur eine fixe Konnotation. - Schließlich würde sich im Westen Londons das blühende Zentrum im Osten und das Nichts im Westen befinden.
Wo gehen wir nun weiter auf der Episodenleiter?
Ah. Die Notwendigkeit der Tatsache verlangt den Report eines Verlustes.
Mein MP3-Player hat den Geist aufgegeben. Daher:
Die Ode an den MP3-Player
Auf Schritt und Tritt hingst du an mir, mein Herzblut, mein Geliebter.
8 GB, ich brachte dir Musik und tolle Lieder.
Wenn Angst und Schrecken um mich war, gabst du mir meinen Frieden.
Doch leider bist du nicht mehr da, ich werd dich immer lieben.
Nun ruhe sanft mein treuer Schatz, schlaf wohl in Edens Garten.
Und wenn du einen Hörer brauchst, sind Engel da, die warten.
Ja, mein liebster MP3-Player ist irgendwann nicht mehr angegangen und seitdem höre ich per Handy Musik. Was kein Zustand ist, denn 30 Songs sind NOT ENOUGH!!!
Aber vielleicht bringt der Weihnachtsmann ja einen Ersatz… wohlbemerkt einen Ersatz, denn meinen treuen, geliebten Freund kann man nicht ersetzen!
Nun ansonsten gibt es nicht viel Neues. Ich freu mich immer noch wahnsinnig auf Weihnachten. Nächste Woche werden wir von unserem Projekt zum Line Dancing geschleift (Irgendwie hab ich Angst…) und dann findet nächste Woche auch noch ein weiterer CSV-Day statt (…) – diesmal im Pub – und ich freu mich drauf…
Ich hoffe es geht euch allen gut.
Küsse und Umarmungen
Und einen reich gefüllten Stiefel morgen!
Eure Maria
P.S: The Stone Roses wurden von einem Briten als wohl beste britische Band „ever“ bezeichnet. Nicht ganz meine Meinung. Und trotzdem sind sie es wert, hier in meinem Blog Erwähnung zu finden, besonders aufgrund der Tatsache, dass die in GB jeder in DE keiner kennt!!

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