Mittwoch, 2. September 2009

Die Tragik der Sache und die ersten Tränen

Während ich diese Zeilen schreibe, laufen mir immer noch Tränen über’s Gesicht… doch wo soll ich anfangen?
Denn – NEIN – es sind nur indirekt Heimwehtränen.

Ich habe heute einen meiner Klienten zum vorerst letzten Mal gesehen.
Vielleicht werde ich ihn im Herbst wieder sehen. Aber das Problem ist das VIELLEICHT!
Nun, man muss dazu sagen, dass dieser Junge, der nebenbei mein allererster Klient war, ein wirklich schwieriger Fall ist und zu Beginn mein absoluter Hassklient war.
Doch nun nach 4 Wochen sind er und seine Familie, die nebenbei bemerkt gerade eine wirklich schwierige Zeit durchmachen muss, mir so sehr ans Herz gewachsen, dass mir der Abschied unendlich schwer fiel.

Ich lief mit einem Lachen nach Hause und es regnete.

Doch nach ein paar Schritten wurde mir nach und nach bewusst, wie scheiße das alles ist.

Ich nahm den Bus. MP3-Player an. Und die Phrase „I’ll be there waiting for you“ brachte mich dann endgültig zum Heulen. Erst nur leise Tränen und die restliche Busfahrt und der Nachhauseweg von der Bushaltestelle war es dann ein nicht enden wollender Heulkrampf. (Musste im Treppenhaus sogar stehen bleiben vor lauter Tränen.)

Alles lag einfach an der TRAGIK DER SACHE.

Denn was mir in diesen Minuten durch den Kopf ging, war Folgendes:
Du bist hier ein Jahr. Du machst Bekanntschaften. Du begleitest Menschen. Du erleichterst ihnen das Leben. Bereitest ihnen Freude.
Und dann bist du weg.
WEG.
Nicht nur, dass du ihnen ans Herz wächst und diese dich verabschieden müssen, sondern dass auch du unter einer Trennung leiden wirst. (So wie ich heute.)
Darüber hinaus sind da ja noch die Multikulti-Freunde von sonstwoher, mit denen du ein Jahr deines Lebens verbringst und du weißt mit Sicherheit, dass ein Kontakthalten nur schwer möglich ist.

Was ist das also? Scheiße, verdammte Scheiße!!

Und wie ich da so filmreif im roten Doppeldeckerbus vor mich hin heule (Ja, der Humor kommt langsam wieder – ich hab aufgehört zu weinen.) wird mir klar, wie sehr ich jetzt eine Freundin, einen Freund, eine Mami, einen Papi, einen Felix brauchen könnte, der oder die mich in den Arm nimmt.
Ja, wie gesagt – eben indirekte Heimwehtränen.
Ach wie wäre es schön, jetzt jemanden hier zu haben.
Aber es geht nicht und damit muss ich mich vorerst abfinden.

Das waren die ersten Tränen und mir geht’s, nachdem ich das hier aufgeschrieben habe, schon um Einiges besser.

Gott, ist das peinlich, dass jetzt zu veröffentlichen und wehe ihr schreibt mir dann so ‘ne Mitleidmails!!! ;O) (Juhu, das erste Lachen)

Ja, was sonst – natürlich: Ich vermisse euch!

Eure Maria

PS: Versprochen der nächste Eintrag wird erfreulicher.

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