Montag, 14. September 2009

Orlando Bloom, The Shins und ein Junggesellenabschied

Hallo, Ihr Lieben,

Nun, nach meinem vier-einhalb-tägigen Kurzausflug in den Süden gibt es so unwahrscheinlich viel zu berichten, dass ich überhaupt nicht weiß, wie ich das jetzt am Besten mache… Ah ich hab’s. Naja, ich will euch ja nicht überlasten und werde meinen folgenden Blogeintrag unterteilen, denn diese Masse an Informationen ist sicher nicht mit einem Mal aufzunehmen und es soll auch nicht gesund sein, so lange einen Bildschirm anzustarren.

Nun gut, beginnen wir also mit:

TEIL 1
CANTERBURY
(10/09/09)

Ich bin mir nicht so sicher, aber es muss so gegen 4.30 gewesen sein, als nach einer kurzen Nacht mein Wecker klingelte, denn mein Zug in Richtung Canterbury – mein ersten Ziel - fuhr 6.55. (Ja, Mädchen brauchen lange … und außerdem musste ich ja noch ein Ticket kaufen!)
So saß ich also in den frühen Morgenstunden am Bahnhof. Vollbepackt. Noch müde. Und von Business-Richtung-London-fahrenden Männern umgeben. Mein Soundtrack: Amarcord – In this Heart. Ein Lied, das einfach passte. So langsam, wie die Sonne sich über den Horizont kämpfte. So langsam, wie die Leute in scheinbarer Slowmotion über die Treppen den Bahnsteig betraten. Und trotzdem: Dieses falsche Englisch hat mich zwar schon immer gestört, aber an diesem Morgen hab ich Amarcord auch nur für dieses eine Lied ausgehalten! (... obwohl sie wirklich klasse sind!)

Darauf folgten 2 Stunden Busfahrt mit Neumi-Mucke im Ohr. (Haha, Nichtwissende – Mich-nicht-Kennende googeln jetzt bestimmt „Neumi“.)

Und dann kam ich an: Eine noch verschlafene Stadt – oder sollt ich besser sagen ein noch verschlafenes, süßes Städtchen? Fachwerkhäuser. Traumhafte Läden. Kopfsteinpflaster. Einfach nur zauberhaft.


Und nach dem obligatorischen Touristen-Info-Besuch klapperte ich dann die Sehenswürdigkeiten Canterburys ab. Selbstverständlich auch die Kathedrale von Canterbury: Ein Monster von einer Kathedrale und der Besuch ist wirklich empfehlenswert!



An dieser Stelle nun eine Info für meine ehemaligen Deutsch-LKler: Könnt ihr euch noch an meinen "The Tragicall History of Doctor Faustus" von Christopher Marlowe - Vortrag erinnern? Mmh bestimmt nich, aber zur Sache: Kein Schwein kennt bzw. kannte Christopher Marlowe (ein Zeitgenosse Shakespeares), doch die Geburtsstadt diese elisabethanischen Dramatikers kommt aus ihrem Marlowe-Fieber gar nicht mehr heraus und ist dabei sogar ein Marlowe-Theatre zu errichten… aber nun Schluss mit meiner Klugscheißerei.

Nach diesem Sightseeing war ich dann reif für eine Auszeit und setzte mich mit einem fantastischen Chicken-Avocado-Bacon-Baguette und ‘ner Cola an den zuckersüßen Fluss namens Stour, der sich durch Canterbury schlängelt.


Und dort fiel mir die Aufschrift auf der Cola auf: (das mit den Gemüseextrakten)
Gibt’s das auch auf deutschen Cola-Dosen?


Nun und was dann? Es war gegen 14 Uhr. Ich hatte alles gesehen. Kein Geld für Shopping (Dafür ist Canterbury leider wirklich gut geeignet…) Und so entschied ich mich dazu, meinen ganzen Reiseplan auf den Kopf zu stellen und schon einen Tag eher nach Dover zu fahren.
Somit geht’s weiter mit:
Ach nein halt, noch kurz ein Einschub: Wer den Titel des Blogs liest, fragt sich, was Orlando Bloom dort zu suchen hat. Preisrätsel: Wer das rausfindet, kriegt ein Maria-Lächeln!!!

Orlando Bloom, The Shins und ein Junggesellenabschied

TEIL 2
DOVER
(10/09/09)

Der Fahrkartenschalter gab mir die Möglichkeit ein Ticket nicht nur nach Dover Priory (der Bahnhof in Dover), sondern auch nach Dover Castle zu kaufen, was ich natürlich mit großer Freude tat. Und so fuhr ich los. Richtung Süden. In die Hafenstadt mit den Kreidefelsen.

Nun kam ich an, und ging davon aus, dass es meinem Ticket zufolge doch einen Shuttle-Service zum Dover Castle geben musste. Doch falsch gedacht, Maria!
Nichts mit Shuttle-Service - und so irrte ich – oder besser gesagt: bahnte ich mir erfolgreich einen Weg durch Dover, um letztendlich sogar noch eine Bergbesteigung hinlegen zu müssen. Ok, Bergbesteigung ist vielleicht übertrieben, aber das Castle liegt auf einem Berg, einer Erhöhung, was weiß ich, und der Weg nach oben, war nicht gerade ein Kinderspiel. Aber letztendlich war mein Soundtrack (The Shins – Phantom Limb) ein fantastischer Motivator und die Sicht da oben entschädigte für alle Strapazen, doch dazu später mehr.

Nach dem Ticket-Kauf wollte ich zuerst ins Castle und dann die Kreidefelsen vom südlichen Aussichtspunkt sehen. Naja, ich bin aber leider zu blond, um Karten richtig zu lesen. Und so landete ich zuerst am Aussichtspunkt.
Naja, nicht so schlimm. Ich bin ja spontan.
Und damit zur Aussicht: Das Wetter war gut und die Kreidefelsen und mein geliebtes Meer (Ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber für mich hat das so eine spirituelle Wirkung. Wer mich also beruhigen will, schickt mich lieber ans Meer.) waren einfach atemberaubend.
„Ich-bin-der-König-der-Welt-Posen“ für mich alleine und eine Fotosession folgten.


Und dann ging‘s zum ursprünglichen Attraktionspunkt 1 dem Castle: Ich will euch jetzt nicht die ganze englische Geschichte, die mit dem Dover Castle zusammenhängt, herbeten (obwohl, die wirklich interessant ist), doch ich muss euch hier von meinen Begegnungen berichten:
Beim Lauschen der Audio-Einführung stieß ich auf eine deutsche Truppe, die ihre 10-Klasse-Abschlussfahrt machte und einen 20-Kilometer-Marsch hinter sich hatte (oder stieß sie auf mich?). Egal, die Konsequenz meiner Offenheit und Suche nach Gesprächspartnern war, dass ich meinen Schlossrundgang mit diesen lustigen Leuten durchführte. Wie schön es doch immer wieder ist, Deutsch zu reden… ;o)
Dann machten wir noch einen Castle-Shop-Besuch (sie mussten ja ihr Kleingeld loswerden…), was letztendlich nicht ganz zu meinen Ungunsten war…(Hiermit lieben Dank an Svenja!)


Und als dann ihre (für ihre Strenge bekannte) Lehrerin per Handy an die Heimfahrt erinnerte, verabschiedete ich mich und bahnte mir meinen restlichen Weg alleine über die Schlosswiesen und dann letztendlich wieder zu Fuß zurück zum Bahnhof.


Nach der Fahrt zurück nach Canterbury (dort war meine Jugendherberge) trottete ich also zu meiner Schlafgelegenheit und fand eine wahnsinnig süße Unterkunft vor. Und erst meine Zimmergenossinnen: Eine amerikanische Fast-Rentnerin, die mal in Deutschland studiert hatte und die mir erst am nächsten Tag unsympathisch wurde, als sie mir veröffentlichte, dass sie eine „Healing-through-Prayer“-Prkatizierende sei, das heißt, das ist ihr Job…. Egal, mein zweiter flat-mate war eine Ende-40-Holländerin mit Kurzhaarschnitt, die einfach nur goldig war - schon allein wegen ihrem Akzent. Dann eine Deutsche (Mitte 20), die so wie ich England auf eigene Faust erkundete. Und zuletzt noch 2 Japanerinnen, die meine Dover-Infos gerne annahmen (es war ihr nächstes Reiseziel) und von denen eine so sehr schnarchte, dass wir sie mehrmals in der Nacht aufwecken musste, damit sie sich dreht…

Nun, die Nacht war erholsam, traumreich, wenn auch schnarchunterbrochen … und der nächste Morgen startete mit einem Inklusive-Frühstück. Ach und da bin ich auch schon beim Geld: Diese Jugendherberge ist wirklich wärmstens zu empfehlen. Ein unschlagbarer Preis von an die 10 Pfund pro Nacht (wie gesagt inklusive Frühstück) spricht für sich. Und dann die Einrichtung und die Zimmer… einfach goldig. Wer also Infos dazu braucht, meldet sich einfach bei mir!


Und dann ging’s weiter:

Orlando Bloom, The Shins und ein Junggesellenabschied

TEIL 3
BRIGHTON
(11/09/09)

Nun, jetzt hab ich wirklich schon 'ne Menge geschrieben, macht mal eine Pause, aber ich würde es euch nicht verzeihen, wenn ihr nicht weiterlest, denn hier kommt das absolute Highlight meines Südenglandtrips:

Eine etwa 2,5-stündige Zugfahrt brachte mich also nach Brighton. Und das Schöne an solchen Zugfahrten ist, dass diese wirklich größtenteils über’s Land führen. Da sieht man also Schafe, Felder, Schafe, Kühe, Schafe, Schwäne, Schafe, niedliche Landhäuser, ach, und erwähnte ich schon Schafe? ;o) Und so gucke ich gegen Ende der Zugfahrt interessiert (ja wirklich, ich finde das schön!) nach rechts… und nach etwa ‘ner halben Stunde guck ich mal nach links: Ha, da fahren wir die ganze Zeit an der Küste lang! Naja, ich bin halt auch so’n Schaf! Egal… es war eh bewölkt!


Und dann BRIGHTON. Hach, wie kann ich diese ersten Eindrücke am besten beschreiben?
Die Sonne kam raus (ja, es wurde richtig heiß). Wie ein Mai-Juni-Tag in der L.E.. Zuzüglich der Meerprise.
Und dann die Menschen: Alternative. Mit mehr Chic als sonstwo. Luftig bekleidet. Aber nicht billig. Hüte. (Es war sowas von klar, das The Kooks aus Brighton stammen!) Röhrenhosen. Tuniken. Sandalen. (Nein, das wird keine Modebeschreibung.)
Nach anderthalb Tagen in Brighton muss ich aber sagen, dass diese Stadt so wahnsinnig schöne Menschen zu bieten hat. Und damit meine ich nicht nur die Männer (die natürlich auch ^^) auch die Frauen… Es war echt eine Augenweide. Jungs und Mädels, diese Stadt ist voll von hübschen und jungen Menschen… Wer also nichts zu tun hat…fährt am besten mal nach Brighton!

Und dann lief ich die Straßen (die teilweise San-Francisco-ähnlich für-Küstenstädte-ungewöhnlich hügelig waren) entlang zu meiner zentral gelegenen Jugendherberge, um meine Sachen dort abzuliefern und weniger bepackt meinen Sightseeing-Trip zu beginnen.

Und los ging’s zum Brighton Pier, der zwar wirklich schön war, aber von Tourismus-Attraktionen nur so strotzte. Da gab es also ein ganzes Casino, eine Achterbahn, Karusselle, Zuckerwattestände, etc. (Wie man mir aber später erzählte, scheinen die Engländer auf solches Zeug wahnsinnig abzufahren… egal, mir gefiel’s nicht.) Aber die Sicht war gut und die Möwen stellten sich als außerordentlich posier-freudige Tiere heraus.





Nachdem ich einmal hin und zurück gelaufen war, strebte ich also in Richtung Sightseeing-Punkt Nummero 2: The Royal Pavilion – Lustschloss von King George IV, das im chinesischen Stil errichtet wurde, obwohl keiner der Architekten und Inneneinrichter jemals in China war. Aber gut, Schluss mit der Geschichtsherbeterei. Fakt ist, dass dieses Schloss einfach nur der Hammer ist, auch wenn ich etwas stinkig war, dass ich trotz meiner Freiwilligenaktivität den vollen Eintrittspreisbezahlen musste… Wer in Brighton ist, MUSS dahin! Da gibt es diesen einen Saal, der der absolute Wahnsinn ist und der jeden Besucher einfach nur umhaut (was schon der Zweck zu seiner Errichtung Anfang des 19. Jahrhunderts war…)!!
Und auch der Park, der dieses orientalisch angehauchte Schloss umgibt, ist sehenswert.


Und so schlängelte ich mich nach diesem Besuch, durch die Wege der Grünanlage, hin zum nächsten Punkt:
The Museum of Brighton and Art Gallery.
Wer deutsche Ordnungsverhältnisse gewohnt ist, dem rate ich hier von einem Besuch ab, denn so wirklich einleuchtend war die Anordnung der Kunstgegenstände und der Räume nicht, aber der Eintritt war frei und es beinhaltete so einige interessante und Maria-Lachen-erzeugende Ausstellungsstücke. Da war da zum Beispiel der Raum, der sich dem Thema Hair-Skin-Body widmete. Dort wurde man zunächst mit einer Videoinstallation (ja, England und Brighton sowieso sind ja reich...) empfangen, wo Menschen sich dazu äußerten, ob sie ihre Haare, ihre Haut, bzw. ihren Körper mögen und was sie ändern würden, wenn sie könnten. Darüber hinaus wurden noch einige abschreckende Informationen über den Trend der Schönheitschirurgie veröffentlicht… (Nein, das will keiner sehen.)
Dann ging es weiter in einen Raum, dem wieder eine gewisse Ordnung fehlte, der aber wieder interessante Ausstellungstücke aufwies: Outfits. Darunter waren: Kleider aus dem 17. Jahrhundert, ein Schlafgewand von King George IV, Samtkleider aus dem frühen 20. Jahrhundert, Indische Gewänder, ein Punk-Outfit aus den 70ern, Skaterklamotten und Gothenoutfits aus dem frühen 21. Jahrhundert. Ja, ich musste wirklich lachen. Outfits, die teilweise jeder kennt, die aber in 100 Jahren und vielleicht schon in 50 Jahren zur Attraktion werden, aber sie jetzt schon zu sehen, war einfach mal sehr… ungewöhnlich.
Nun, und weiter will ich euch nicht mit den mehr oder weniger interessanten Museumsdingen langweilen.

Denn nach diesem Besuch war ich hungrig, kaufte mir etwas zu essen (logisch) und setzte mich irgendwo in die erwähnte Grünanlage. Nun – irgendwo – ist nicht ganz aussagekräftig. Unter scheiß-freudigen Tauben, vielleicht etwas mehr!!! Ja, es soll ja Glück bringen, aber gleich 2mal angeschissen zu werden, ist echt kein schönes Gefühl!!!
Aber gut, nachdem ich mich umgesetzt und aufgegessen hatte, steuerte ich die „Lanes“ an. Das frühere Fischerdorf… oder so. Egal. Lauter teure, süße Geschäfte, Restaurants, Boutiquen (Ey, ich hab das Wort beim ersten Mal richtig geschrieben, ohne Microsoft-Word-Meckerei… ich bin stolz auf mich!)… einfach nur goldig! Meine Errungenschaften: 3 teure Grußkarten, für 3 Menschen, die sich bei gegebenen Anlass auf eine zum Totlachen komische Karte freuen dürfen! (Jaja Neumi, ich weiß, du hasst es, wenn man so von etwas schwärmt aus Angst, dass die Erwartungen dann nicht erfüllt werden, aber ich versprech dir, du lachst!)

Nach diesem Trip setzte ich mich an den Brighton Beach, der weniger ein Beach ist, da er aus Steinen besteht… (Ja, mann, ich war den vorherigen Tag etwa 10 Stunden durchgängig gelaufen – da konnte ich mir an diesem Tag einfach nicht so viel zumuten! Also gönnte ich mir eine zweite Pause!)
Die Sicht war gut und der Himbeer-Orange-Smoothie war der Hammer (mein neues Lieblingsgetränk!)


Nach dieser Rast hatte ich vor, bei meiner Jugendherberge einzuchecken.
Nun und da wären wir auch schon bei… (Nein ich verrate nichts, lest weiter!)
Ich kam an und ein freundlicher, englischer Rezeptionist (den jemand später als kiffende Schwulette bezeichnen sollte) führte mich zu meinem Zimmer.
Ja, mein Zimmer: Zehn Betten.
Und:
An die 5 Bierkisten auf den Betten verteilt. Und Sporttaschen. Könnte es sein, dass ich in einem geschlechtergemischten Zimmer gelandet war?
Ja, das konnte sein, denn nach etwa 10 Minuten der Ruhe stolperten 7 brünftige, 20 bis 30-jährige Männer ins Zimmer! Alle mit Einheitsoutfit und zu guter letzt: Ein mit einem grasgrünen Borattanga-Bekleideter! Ab dann war alles klar: Ah, ein „Junggesellenabschied“!!!! Und nach einem peinlich-berührten Kennenlernen und der Information, dass der Jüngste (der sich später als Nic herausstellte), der über mir schlafen sollte, kein Bettnässer sei, flüchtete ich nach unten und wollte ins Internet. Dies ging aber irgendwie nicht (und auch wenn der Rezeptionist mir seinen Laptop anbot) entschied ich mich zur weiteren Flucht in eine „Lanes“-Pizzaria!
Meine Güte war das schweineteuer, aber auf diesen Schock, musste ich mir eben was gönnen… So bestellte ich eine Fanta und, da mir eine Margherita dann doch zu peinlich war, bestellte ich für 7 Pfund eine Pizza – mit etwas mehr als nichts drauf! Aber sie war gut – das kann man nicht anders sagen!

Nun, dachte ich mir in diesen Minuten, es ist zwar schön allein zu reisen, aber manchmal hab ich dann doch das Gefühl, so fand ich da, dass ich mich dumm und dämlich laufe, was man mit Begleitung nicht macht (aus Rücksicht, da man denkt, man mutet dem jeweils anderen zu viel zu). Natürlich, so empfand ich, sehe ich viel, doch manchmal wäre es schön die Momente zu zweit zu genießen, also jemandem die Eindrücke sofort mitzuteilen – und dabei geht es nicht nur unbedingt um’s Reden.
Glück ist nunmal das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt! Dieser Spruch ist zwar ausgelutscht, aber wahr!

Ha, ist euch diese herausragende grammatikalische Struktur aufgefallen (Ausdruck von Gedanken aus der Vergangenheit!)?
Und wer denkt, dass ich diesen Text hier aus puren Gedanken schreibe (mittlerweile bei Word Seite 6), der irrt gewaltig. Ich habe mir während meines Trips ganz oft Notizen gemacht, damit ich euch auch ja nichts vorenthalte!

Und nun lest weiter und erfreut euch an der Beschreibung einer unglaublichen Nacht!

Orlando Bloom, The Shins und ein Junggesellenabschied

TEIL 4
BRIGHTON
(11/09/09 und 12/09/09)

Ja, was war das nur für eine Nacht?
Nun, nachdem ich mich dann noch 'ne halbe Stunde fröstelnd an den Strand gelegt hatte und mich an den Lichtern des Piers und den Sternen erfreut hatte. (Ja, manchmal ist es gut, wenn Eltern nicht dabei sind (siehe Blogartikel 13/07/09) und manchmal ist es schön unvernünftig zu sein – zu frieren – nachts alleine an einem Strand in einer fremden Stadt in einem fremden Land zu sitzen – so schön – fast zu schön!)
Doch dann: Ausgelaugt und mit hammermäßigen Kopfschmerzen lief ich zur Juhe (Jugendherberge… Felix, ich liebe deine Insider-Begriffe!). Dort öffnete mir – mit einem Finger auf den Lippen – eine Deutsche die Tür. Ich solle ja leise sein, sie haben jetzt (21 Uhr) 2 Stunden gebraucht ihn ins Bett zu kriegen! „Ihn“ – ja, das war Nic, der sich so ins Koma getrunken hatte, dass nichts mehr ging und der trotzdem stets versuchte aufzustehen und seinen Freunden (die uns mit ihm alleine gelassen hatten) in irgendeine Bar zu folgen! Apropos, diese einmaligen Gentlemen brachten es sogar fertig, sich in einer 2-Zeilen-SMS bei den 2(!!) Mädels (Becci und Jenny) für ihre harte Arbeit zu bedanken! Na danke auch! Ich hoffe, ihr versteht die Ironie!
Die beiden Mädels wollten dann aber auf jeden Fall noch etwas essen und trinken gehen. Und nachdem wir Nic, der mittlerweile wieder vermehrte Aufstehversuche unternommen hatte, dann ruhig gestellt hatten, verabschiedeten sie sich und plötzlich war ich Kindermädchen. Denn, nein, Mister blieb natürlich nicht in seinem Bett. Mehrmals bin ich von einem lauten Ächzen oder Knarren wach geworden (ja, ich bin dann ins Bett) und musste mit Engelszungen auf ihn einreden. „I like Germans!“ war das Ergebnis. Aber er tat mir auch irgendwie leid. Der 23-Jährige machte gerade so Einiges durch, was ich nur zu gut kannte… *hehe* Trotzdem ist das keine Entschuldigung dafür, dass er unser ganzes Bad, inklusive den Fliesen hinterm Klo bepisst hat!

Doch der Abend war noch lange nicht zu Ende!
Gegen viertel 1 kamen die Mädels wieder (die dann doch nicht wirklich zum Essen gekommen waren ;O)) – und ja – wir sind Mädchen … gegen ¾ 2 sagten wir uns dann endgültig „Gute Nacht“! Und dankbar für die Ohropax (Danke, Becci!) schlief ich ein!
Doch, auch dieser Schlaf war nur von kurzer Dauer, denn wer denkt, dass hier schon Schluss ist, der irrt gewaltig! Denn Schlaue haben bestimmt schon bemerkt, dass der Rest ja irgendwann wieder zurück kommen würde…

Gegen ¾ 3 kamen SIE!
Und eine alkoholisierte Männerstimme fragte mich charmant, ob ich Lust hätte noch etwas Trinken zu gehen.
Eigentlich wollte ich „Nein“ sagen, doch da Becci und Jenny (Die übrigens Mitte-Ende 20 waren. Darf ich das sagen, ihr beiden?) sich schon anders entschieden hatten und ich nicht alleine bleiben wollte (Ja, selbst Nic war mit von der Partie!) zog ich mich an – oder nein, alle Mädels zogen sich unter Freude der Männer um!
Und so zogen wir mit einigen Packen Bier zum Strand.
Ich will nicht sagen „Unerschrockene“, aber „Sehr-Betrunkene“ trauten sich dort ins Wasser (bzw. Nic unfreiwillig!) und nach einer Stunde wurde es uns dann zu kalt.
So trotteten wir zurück.
Doch es dauerte noch etwa eine Stunde bis die Jungs (wie Babies) einschliefen, denn „Meine Damen und Herren, heute Abend sinkt für Sie – das Niveau!“ !!!
„Jenny, come down to me and let me be your Forrest!”
“Becks, what size are your breasts?”
“Maria, please come up to me and we can TALK. You can teach me German!”
Und das ging ja noch, denn es kam auch zu “You can leave your hat on”-Gesängen und Hintern-Präsentationen der besonderen Art!
Und dann der Geruch in unserem Zimmer: Schweiß, Pisse und Bier … unangenehm maskulin! *haha*

Und dann der Morgen danach:
Die Jungs schliefen noch (wie Babies eben) alle mit offenen Mündern und teilweise auch nicht bekleidet (Nicht wahr, Jenny?), als ich zur Dusche (eine Etage drüber, denn unser Bad... naja, ihr wisst ja) steuerte.
Und als sie dann nach und nach wach wurden… konnten sie sich größtenteils an nichts mehr erinnern! (Ist das jetzt gut oder schlecht?)
Naja, und von wegen Gentlemen! Unsere 3-stündige Babysitt-Aktion wurde nicht einmal mit einem eigentlich angebrachten Koffer-herunter-Tragen gewürdigt! Frechheit! ;o)

Aber was für eine Nacht!
Mein Ohrwurm des Abends: The Shins – A Call To Apathy

Oh Gott, das ist jetzt Seite 8! Ich hab wirklich ein schlechtes Gewissen!
Doch es würde mich freuen, wenn ihr weiter lest!

Orlando Bloom, The Shins und ein Junggesellenabschied

TEIL 5
BRIGHTON und LEEDS CASTLE
(12/09/09 und 13/09/09)


Dieser Tag war eigentlich nicht sonderlich herausragend, bis auf das wirklich schöne Bagelfrühstück am Meer mit Becci und Jenny! Ein wahnsinnig toller Abschluss! Ich bin mir sicher, dass ich nach Brighton zurückkehren werde und war traurig als ich - nach einem letztendlichen Spielzeugsmuseumsbesuch beim Weihnachtsmann persönlich (...) - in den Zug ins Nirgendwo (nach Chatham) ins (eigentlich langweilige) Herz Kents fuhr!

Aber nein, Einwas (wie schreibt man das?) ist hier noch zu erwähnen!
Der 12. September!!!
Dieser Tag ist nicht nur der Namenstag aller Marias, sondern auch Katis Geburtstag! Alles Gute nachträglich, meine Liebe! Es tut mir leid, dass ich mich nicht melden konnte! (Ich hoffe diese Publizierung macht das wieder gut!)

Nun, nach einer Zugfahrt nach Chatham, nach einer Busfahrt ins Nichts und einem halbe-Stunde-Marsch ins doppelte Nichts kam ich in der nächsten Juhe an, die für 2 Nächte mein Zuhause sein sollte. Ich bekam ein 4-Mann-Zimmer, in dem ich die 2 Tage allein bleiben sollte! (Nein, das schürt überhaupt nicht die Einsamkeit, nein, ach wo!)

Der 13. September wurde dem Leeds Castle gewidmet, das ja das schönste Schloss der Welt sein soll!
Doch der Weg dorthin, war nicht ganz so einfach, wie gedacht. Warum auch einfach, wenn’s kompliziert geht?
20 Minuten bis zum Leeds Castle steht bei der Juhe-Beschreibung! Ja, verdammt, wenn man ein Auto hat!
Für mich hieß es:
Halbe-Stunde-Marsch, Busfahrt nach Chatham, Busfahrt von Chatham nach Maidstone, und da von dort an diesem verdammten Sonntag wegen Bauarbeiten keine Züge nach Bearsted fuhren, war ein Bus-Ersatz eingerichtet wurde, der aller ‘ner Stunde fuhr! Schön, wenn man 'ne ¾ Stunde in einer Stadt verbringen darf, in der man nicht sein will! Naja, und nachdem ich dann in Bearsted angekommen war, noch ein Shuttle-Transport (Ja, hier gab es ein Shuttle!) zum Castle.
Erleichtert kam ich an, aber die Wolken trübten die Laune ein wenig, doch ich bin ja nicht allzu leicht unterzukriegen!


Zunächst schlängelt man sich durch fantasievolle Gartenanlagen, die von einer gewissen Lady Baillie wunderbar eingerichtet wurden. Mit zahlreichen Pflanzen- und Vogelarten.
(Hier ein Beweisfoto, wie nahe ich einem Pfau gekommen bin!)


Dann erkundete ich das Schloss mithilfe eines Audioguides… sehr interessant und wirklich sehenswert ist mein Fazit, aber etwas zu kurz!!


Nachdem ich wieder heraus kam, konnte ich noch eine Vogelanlage betrachten, einen mit den exotischsten Pflanzen angelegten Garten begutachten, ein Irrgarten durchqueren (Ja, ich brauchte 17 Minuten), eine lustige Grotte besichtigen, und eine traumhafte (ja was ist das?) Terrassenanlage (oder sowas) entlang schlendern!
Und dann machte ich mich auch auf den Heimweg, der ebenso kompliziert, wie der Hinweg war, aber da ich mich nun schon darauf eingerichtet hatte, war dies nicht das größte Problem!


Ach, wie ich so meine Notizen betrachte (ja, manches schreibe ich dann doch aus dem Kopf) habe ich etwas ganz vergessen. Aber das hänge ich hier mal so an: Bei der Hinfahrt zum Castle. Ich saß im Bus. Drinnen eine Mutti mit ihrer etwa-4-jährigen Tochter. Draußen der Papa: Ein rothaariger Engländer, der mich von seiner Mimik her sehr an Gary Sinise erinnerte. Und eine auf Mundbewegungen beschränkte Verabschiedung zwischen Vater und Tochter! „I love you!“ hieß es da mehrmals und „Byebye!“ mit adäquaten Gesten! Zuckersüß. Herzerwärmend. Schade für jeden, der nicht dabei war! Ach, das seid ihr ja alle! Na dann eben schade für euch alle!

Kommen wir nun zu meinem letzten Tag!
Huch das ist ja schon heute!

Orlando Bloom, The Shins und ein Junggesellenabschied

TEIL 6
ROCHESTER
(14/09/09)

Heute Morgen packte ich also meine Sachen in der Juhe bei Chatham zusammen und war froh wieder Richtung Woolwich zurückkehren zu können.
Doch ich hatte mir vorgenommen, noch das Rochester Castle und die Kathedrale zu besichtigen, also legte ich bei meiner Fahrt nach London eine etwa 2,5-stündige Unterbrechung in Rochester ein!
Doch was sollte ich diesmal mit meinem Gepäck machen? Ich hatte wirklich keine Lust die ganze Zeit mit Wackersteinen auf den Schultern durch dieses mir noch unbekannte Städtchen zu latschen!
Hach, und zum Glück gibt es da hilfsbereite Bahnmitarbeiter, die mein Zeug in ihren Personalraum einschlossen! Ich hätt ihn küssen können, diesen Opi! Na gut, vielleicht doch nicht …, aber ich war eben sehr dankbar!

Also lief ich dann zur ausgeschilderten Besucher-Information! Wie sollte ich sonst wissen, wo sich die von mir angestrebten Sehenswürdigkeiten befinden? Und ich bekam meine Info!

Mein erstes Ziel war die Kathedrale, die nicht einmal Eintritt verlangte!
Wieder ein zauberhaftes Stück Geschichte und Architektur. Und dann die Orgel, die während meiner Besichtigung zu meinem Glück gerade auch in Gebrauch war. Traumhaft! Dafür bekamen sie von mir gleich eine Spende! Ja, auch arme Freiwillige, sollten Kultur zu schätzen wissen!


Nun und zuletzt steuerte ich (im Regen) das normannische Castle an!
Also, auch wenn ich nicht ganz verstehen kann, warum diese Ruinen 5 Pfund Eintritt wert sein sollen – die Aussicht war wirklich toll: Man sah die Kathedrale, den River Medway und ganz Rochester von oben, etwas entfernte Kreidefelsen und zahlreiche südenglische Gebäude, die mich jedes Mal daran erinnern, warum ich dieses Land so liebe!



Und dann ging’s nach Hause!
Und jetzt sitze ich hier!
Habe knapp 4 Stunden an einem mehr als 10-seitigen Blogartikel geschrieben und ich hoffe ich kann den ganzen Text, in den nächsten 2 Stunden mit ein paar guten Bildern bestücken!

Wer es bis hier hin geschafft hat, verdient mehr als ein Lob!
Der kann sich ja mal melden, ich denk mir was aus!

Und auch wenn ich wahnsinnig viel Spaß hatte:
Ich vermiss euch!
Ich hätte euch gerne hier!

Eure Maria

Freitag, 4. September 2009

Ein Zwischenstand und eine Wohnungsbesichtigung

Nun nach meinem eher traurigen, letzten Bericht folgt heute ein wieder vor Frohsinn und Maria-Lachen strotzender Artikel:

Und dabei zunächst ein … ja wie nennt man sowas? Na sowas, was dann monatlich kommt? Nein… nicht das! Ach menno… wie heißt das denn? Naja, wenn mir's einfällt, schreib ich's... egal... ein Zwischenstand, und der geht so:

Nach einem Monat weiß ich, :
- dass man ruhig zum Busfahrer “Cheers“ sagen kann
- dass ein morgendlicher wolkenloser Himmel noch GAR NICHTS zu bedeuten hat
- dass „Steckdose“ “socket“ und “Termin“ “appointment“ heißt
- dass der Tee gar nicht so schlecht schmeckt
- dass 1€-Shops hier 99p-Shops sind
- dass es unüblich ist, sich vor dem Essen „Guten Appetit“ zu wünschen
- dass jeder Londoner – und so auch ich – eine Hassliebe zum “London Transport“ führt
- dass man hier momentan alles auf die “recession“ schiebt
- dass man sich, wenn man Rechtshänder ist, schneller an den Linksverkehr gewöhnt, als gedacht
- dass ich mit London den absoluten Jackpot gezogen habe

Nun – und nachdem ich jetzt erstmal meinen Becher mit leckerem Apple-Blackberry-Juice mit meinem Fuß umgestoßen habe und damit alle wichtigen Adressen und Zettel mit süßem Klebsaft getränkt habe – geht’s weiter!

Also, ich bin nämlich der Meinung, dass mal eine genaue Beschreibung meiner Behausung, Wohnung, Räumlichkeiten, was auch immer, notwendig ist.

Nun und wo fange ich da an?
Naja, arbeiten wir uns mal von außen nach innen:

Ich wohne, wie schon sehr oft erwähnt, in einer Assi-Gegend, dass heißt Arbeitslose, Bitterböse-Dreinblickende und schwangere Teenager. Und so sieht auch die Straße aus …

Unsere Wohnung liegt in einem Wohnkomplex oder sowas und ist über ein Treppenhaus und einen allgemein-zugänglich-Balkon (wie nennt man sowas?) erreichbar!
Offiziell muss man die gelbe Eingangstür verwenden (Von wegen >NO BALL GAMES< diese verdammten Kinder verwenden dieses Schild als Tor und treiben mich jede Nacht zum Wahnsinn!),



doch inoffiziell geht man hinten rein! (Unsere Wohnung ist die mit der roten Tür!) *haha*



Nun ein paar Bilder vom Assi-Treppenhaus. Ich hab mir überlegt, ob ich das reinstelle, ich will ja nicht, dass ihr euch Sorgen macht, aber die Nachbarschaft ist toll! (Ha, was für ein geiler Satz!)







Nun zu der Wohnung:
Sie ist klein, typisch englisch, über 2 Etagen verteilt und sowas von süß und gemütlich!!! Die einzige Frage, die sich mir hier stets stellt: Wie sollst du bei 'ner Party die üblichen 15 Freiwilligen + 5 anderen Menschen unterkriegen? Egal, los geht's:

Zuerst unser Flur, der euch jetzt nicht viel sagt, mich aber beim ersten Sehen schon überzeugt hat - von der Gemütlichkeit meines neuen Zu Hauses!



Dann folgen ein paar verschwommenen Küchenbilder.
Diese ist wirklich fantastisch ausgestattet. Und heute beim Kochen mit den Jungs (meine beiden Mitbewohner) hat sich herausgestellt, dass ich der Boss bin, schon allein durch die Tatsache, dass ich stets weiß, wo alles ist! *haha*




Nun unser Wohnzimmer.
Das ist typisch englisch eingerichtet, mit lauter kitschigen, ausrangierten Möbelstücken, aber einer ansehnlichen Video-und-DVD-Sammlung und haufen Zeug in den Schränken, was sich lohnt rauszuholen, anzugucken, zu sortieren, neuzuordnen und nochmal anzugucken und wieder reinzustopfen...



Und zuletzt noch zu unserem irgendwann schonmal erwähnten Badkomplex, der aus 2 Teilen besteht... was so ziemlich praktisch ist... naja, nein, ich werde das jetzt nicht näher erläutern!



Nein, von meinem Zimmer werdet ihr heute keine Bilder sehen. Das ist erstens zu dunkel (es ist gerade nachts halb 1 und die Beleuchtung is scheiße) und zweitens, ja verdammt - nicht aufgeräumt! Ich will ja keinen falschen Eindruck von mir hinterlassen, also übt euch in Geduld!

Ich wünsche euch noch einen fantastischen Tag und bedanke mich bei jedem, der es bis hier hin geschafft hat, für die Geduld mit dem Lesen!

Liebste Grüße

Eure Maria

Mittwoch, 2. September 2009

Die Tragik der Sache und die ersten Tränen

Während ich diese Zeilen schreibe, laufen mir immer noch Tränen über’s Gesicht… doch wo soll ich anfangen?
Denn – NEIN – es sind nur indirekt Heimwehtränen.

Ich habe heute einen meiner Klienten zum vorerst letzten Mal gesehen.
Vielleicht werde ich ihn im Herbst wieder sehen. Aber das Problem ist das VIELLEICHT!
Nun, man muss dazu sagen, dass dieser Junge, der nebenbei mein allererster Klient war, ein wirklich schwieriger Fall ist und zu Beginn mein absoluter Hassklient war.
Doch nun nach 4 Wochen sind er und seine Familie, die nebenbei bemerkt gerade eine wirklich schwierige Zeit durchmachen muss, mir so sehr ans Herz gewachsen, dass mir der Abschied unendlich schwer fiel.

Ich lief mit einem Lachen nach Hause und es regnete.

Doch nach ein paar Schritten wurde mir nach und nach bewusst, wie scheiße das alles ist.

Ich nahm den Bus. MP3-Player an. Und die Phrase „I’ll be there waiting for you“ brachte mich dann endgültig zum Heulen. Erst nur leise Tränen und die restliche Busfahrt und der Nachhauseweg von der Bushaltestelle war es dann ein nicht enden wollender Heulkrampf. (Musste im Treppenhaus sogar stehen bleiben vor lauter Tränen.)

Alles lag einfach an der TRAGIK DER SACHE.

Denn was mir in diesen Minuten durch den Kopf ging, war Folgendes:
Du bist hier ein Jahr. Du machst Bekanntschaften. Du begleitest Menschen. Du erleichterst ihnen das Leben. Bereitest ihnen Freude.
Und dann bist du weg.
WEG.
Nicht nur, dass du ihnen ans Herz wächst und diese dich verabschieden müssen, sondern dass auch du unter einer Trennung leiden wirst. (So wie ich heute.)
Darüber hinaus sind da ja noch die Multikulti-Freunde von sonstwoher, mit denen du ein Jahr deines Lebens verbringst und du weißt mit Sicherheit, dass ein Kontakthalten nur schwer möglich ist.

Was ist das also? Scheiße, verdammte Scheiße!!

Und wie ich da so filmreif im roten Doppeldeckerbus vor mich hin heule (Ja, der Humor kommt langsam wieder – ich hab aufgehört zu weinen.) wird mir klar, wie sehr ich jetzt eine Freundin, einen Freund, eine Mami, einen Papi, einen Felix brauchen könnte, der oder die mich in den Arm nimmt.
Ja, wie gesagt – eben indirekte Heimwehtränen.
Ach wie wäre es schön, jetzt jemanden hier zu haben.
Aber es geht nicht und damit muss ich mich vorerst abfinden.

Das waren die ersten Tränen und mir geht’s, nachdem ich das hier aufgeschrieben habe, schon um Einiges besser.

Gott, ist das peinlich, dass jetzt zu veröffentlichen und wehe ihr schreibt mir dann so ‘ne Mitleidmails!!! ;O) (Juhu, das erste Lachen)

Ja, was sonst – natürlich: Ich vermisse euch!

Eure Maria

PS: Versprochen der nächste Eintrag wird erfreulicher.

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