Montag, 10. August 2009

The red one, please!

Hallo ihr Lieben, Verliebten, Geliebten und Liebenden.
Keine Angst, ich seh die Welt grad nicht durch eine rosarote Brille. Bin nur momentan verdammt gut drauf und möchte euch selbstverständlich daran teilhaben lassen, wenn ihr schon nicht hier sein könnt!

Nun, was gibt es Neues?
Ja, ich hab schon so einige Male arbeiten müssen und es ist echt hart, anspruchsvoll und – damn – ja, anstrengend! So einige Male war ich nach einem Arbeitstag nicht nur physisch, sondern auch psychisch fertig, aber ich bin davon überzeugt, dass sich das zwar nicht ändert, ich in der Zeit hier aber lerne, damit umzugehen.
Und wenn’s dann mal wieder zu viel wird, hör ich auf zuzuhören und lausche stattdessen (Das ist doch irgendein Stilmittel, oder? Jaja... Deutsch-Leistungskurs) nur noch dem unverschämt geilen Akzent. Dann lächle ich. Und dann geht’s. ^^
Ich bin sicher, dass demnächst auch irgendwann nochmal ein genauerer Bericht über meine Arbeit kommen wird, aber nicht jetzt, nicht heute und mit Sicherheit auch nicht morgen! Aber ich weiß ja, dass meine Leserschaft (das klingt toll… auch wenn’s nur 1 Leser wär, würde ich ihn Leserschaft nennen…) teilweise nicht zu hundertprozentig weiß, was ich hier eigentlich treibe!


Wo mach ich weiter?
Oh. Ja, oh… Ich habe gesündigt! Ich habe sie… Ja, sie… die ROTE TASCHE. Ich habe nicht gespart, wie ich es mir vorgenommen hatte, aber war gestern halt dort nochmal auf dem Greenwich Market und da war sie. Und ich hatte solche Angst, das dies das letzte Mal sein wird, dass ich sie sehe. Nein, das hätte ich nicht verkraftet. Und so kaufte ich sie. Für verdammte 45 £.
Nun und jetzt, wo ich sie habe. Ja, da fragt ihr euch sicher, wie das ist! (Ok, nicht alle, aber 90 Prozent meiner weiblichen Leser mit Sicherheit! Dann scrollt halt runter, ihr Uninteressierten!)
Nun, diese Tasche hat eine Seele! Sie ist eitel, mutig, elegant, sportlich und … eigenwillig. Aber gerade deswegen musste ich sie haben und ich bin mir sicher, dass unsere Beziehung eine enge sein wird!
ROT ist die Farbe meines Sommers und meines Jahres im >amazing< London.
(Und da diese Tasche nicht meine einzige, bisherige englische Anschaffung war, hier noch ein Bild des Restes + der ROTEN TASCHE.)


Ah, und dann noch ein gestriges Erlebnis, ja, ein Erlebnis, ein Novum: Ich habe gekocht (Jaja, ich weiß, dass ich schon mal gekocht habe. - Hört doch erstmal zu Ende zu!) und zwar (für mich) sehr aufwendig und frisch und lecker. Ha, naja, wer mich kennt, weiß, dass ich nicht die Superköchin bin. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nach dem Abi noch so einiges von Mama zu lernen, aber dazu ist es irgendwie nicht gekommen! (…)


Und deswegen, bin ich sehr stolz darauf, euch sagen zu können, dass ich ganz alleine, nur mit frischen Zutaten und etwa mit einer Stunde Bearbeitungszeit (heißt das dann so?) eine verdammt leckere Nudel-Pilz-Pfanne hergezaubert habe!
Oh, ja… und es war soooo lecker.
Nun, nachdem ich so manches Gericht hier verkackt hab, bin ich jetzt verdammt stolz auf mich! Ihr hättet mich da gestern sehen müssen, wie ich durch die Küche und Wohnung getänzelt bin! Ja, das ist schon toll!

Weitere berichtenswerte Kleinigkeiten sind, dass ich heute einen Bibliotheksausweis erworben habe… für nischt – ja, das is hier kostenlos. Und da habe ich gleich in der Notenabteilung nachgeschaut und siehe da: Ha, ich konnte es kaum glauben. Mein Herz machte einen Sprung. Die Noten von Sittin‘ on the Dock of the Bay von Otis Redding! Nachträglich besitze ich nun diese Noten. Gut, das sagt jetzt einigen so gar nichts, aber allen etwas, die auf dem Abiball waren. Hach, und Maria ist jetzt glücklich! Sobald die Möglichkeit besteht, werde ich sie mir kopieren. *freu*


Hier nun noch ein Bild von einem fantastischen Paket, das vor 2 Tagen angekommen ist: Ein Paket von zu Hause. Wie ein Westpaket. Eingepackt von mir. Und liebevoll von meinen Eltern mit einigen weiteren, nützlichen und süßen Dingen bestückt. (Vielen Dank, ihr Lieben!) So sweet! Ich hab mich gefreut, wie ein kleines Kind! Und erst das Auspacken, das war eine Freude. Jedes Inhaltsstück wurde zweimal umgedreht! Also Pakete und Briefe sind wirklich gern gesehen ... (Ein-Wink-Mit-Dem-Zaunpfahl *haha*).

Nun, am Samstag findet eine Willkommensparty für mich und einen anderen Freiwilligen statt, der diese Woche kommt, und ich bin schon ganz aufgeregt… Ich werde sie kennen lernen – die ganzen anderen Freiwilligen!

In Spannung, Vorfreude und mit ganz viel guter Laune, die die Briten jetzt genießen dürfen

Verabschiedet sich für heute

Eure Maria

Donnerstag, 6. August 2009

LONDON


Very einfallslos diese Überschrift, aber was Kreativeres fällt mir im Moment nicht ein – und die Hauptaussage kommt ja durch: Yeah, I was in London!


Nun wo fang ich an?
Ok, da war zuerst der heutige Morgen:
Ich fleißiges Bienchen steh um 8 Uhr auf, obwohl ich heute frei hatte, um meine Wohnung sauber zu machen – denn: Mein Supervisor (Mentor im Projekt, whatever) wollte mir 12 Uhr einen Besuch abstatten und da diese Frau (oh hoffentlich liest sie das nicht) eine kleine Hexe ist… ja, wollte ich ihr keinen Grund zur Beanstandung geben. Somit hab ich: die Küche zweimal gewischt, die Küche aufgeräumt, das Wohnzimmer und den Flur gesaugt, im Wohnzimmer Staub gewischt, oben den Flur gesaugt, mein Zimmer aufgeräumt, mein Zimmer gesaugt, die Bäder grob sauber gemacht und sie dann gewischt. (Für alle, die noch keinen Skype-Rundgang bekommen haben: Ein Bad ist zwei und das andere 4 Quadratmeter groß, eins Klo das andere Waschbecken und Badewanne). Toll, ne? Also ich fand mich auch ziemlich cool… NUR DANN taucht die Tante nicht auf… ahhh, ich mach mir hier
‘nen übelsten Kopf und die kommt nicht.
Nun ja und da ich mich mit Belle halb 2 in London verabredet hatte, bin ich dann nach ‘ner-dreiviertel-Stunde-auf-Madame-Warten mit einem komischen Gefühl mit dem Bus (eine Stunde etwa) nach London gefahren…

Hach, und es war toll.
Nach und nach tat sich die City auf und so auch der städtische Verkehr. Ich sag euch, es ist keine Freude bei etwa 30 Grad in praller Sonne hinter einer Glasscheibe eines STEHENDEN, roten Doppeldeckerbusses in der oberen Etage zu sitzen!!!


Und dann: Ganz plötzlich, totally unerwartet tat sich alles vor mir auf:
Das erste, was ich beim Mit-dem-Bus-um-die-Ecke-Biegen sah, war der BIG BEN, dann the HOUSE OF PARLIAMENT und beim Fahren über die Themse sogar noch das LONDON EYE.

Und damit bestätigt sich, was man in einigen, schlauen Reiseführern sehen kann: Don’t take such a silly and expensive sight-seeing-bus – rather take a usual one. (Omg, das macht mir Angst…. So viel Englisch in einem deutschen Text. Es tut mir leid, für alle, die das nicht verstehen! Tja, kaum ist man 6 Tage hier…)









Ok, wo mach ich weiter?
Ah, Belle und ich wollten uns dann am Trafalgar Square treffen und nach einigen Telefonaten fanden wir uns auch irgendwo. Ja, Belle mit ihrer großen Brille und bei ihr: Youna, meine andere Lieblingskoreanerin!
Später trafen wir dann noch 2 andere Freiwillige: Karen und Rubeca…. Fragt mich jetzt nicht, wo die her sind! Das einzige, was ich euch dazu sagen kann ist: Asien.

Nachdem wir etwas planlos durch die Stadt gesteuert waren, bekamen wir vom vielen Reden Durst und entschlossen uns dazu eine geeignete Trinkgelegenheit aufzusuchen. Tja, leichter gesagt als getan: Erst waren irgendwo keine Sitzgelegenheiten, dann alle Plätze besetzt, dann kamen wir in einen Pub, wo uns alle ansahen, als seien wir eine ausgestorbene, aber leider nicht mehr benötigte Tierart (ich schätze, das war einer dieser berüchtigten Sport-Pubs, wo eine eingestammte (Männer-)Community Zutritt hat und alle anderen nicht gerne gesehen sind) und zum Schluss fanden wir noch eine Bar, wo Youna und ich uns einen Cocktail für 5 Pfund und 75 Pence teilten … ha, und da denkt man, man bekommt einen Cocktail. Also ein Cocktail war das schon, und er war auch außerordentlich lecker, nur wohl eher ein Tomatensaftglas voll! Eben London!


Hach, und auch da schnatterten wir ein bisschen und ich eher abseits des Gespräches (ja, man glaubt es kaum) war damit beschäftigt Leute, die draußen langflanierten, zu beobachten:
Und es stimmt wirklich, es ist wirklich wahr, man hat Recht: Londoner sind VERDAMMT COOL! Man muss natürlich vorher unterscheiden zwischen Tourist und Einheimischem, aber das ist einfach: Guckt er rum und ist dumm, ist es ein Fremder, guckt er runter, schick und munter, ist es ein Kenn‘nder! (Hab ich mir grad selber ausgedacht *haha*)! Nun, und damit zu den Londonern: Ja, die sind toll! Ach, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, aber schon der Style…
Die trauen sich einfach was. Dann diese gewisse Arroganz – eben städtisch, aber nicht zu sehr. Auf dem Boden geblieben. Teilweise undergroundmäßig alternativ. Models. Toll.
Es war also eine Freude sich letztendlich, nach den Drinks unter ebenjene zu mischen.

Aber mit den ganzen Touristen… ja, das ist schon irgendwie nervig, aber was will man machen? Den geht es auch bloß so wie mir!


Ich habe heute so im Allgemeinen kein Sightseeing betrieben, wir waren zwar noch am Piccadilly-Circus (auf dessen Weg es wieder mal wie aus Eimern goss…), aber mir ging es heute um das London-Feeling. Die Atmosphäre. Die Leute.
Sightseeing kann ich dann immer noch machen! Und wie erwähnt: Das war es wert. Das Flair ist einmalig.

Auf der Heimfahrt habe ich festgestellt, dass die Tatsache, dass ich mit dem Bus fuhr, noch so einige Vorteile hatte, denn ich hätte auch die Möglichkeit mit dem Zug (sehr viel schneller) nach Hause zu kommen.
ABER der Zug kostet erstens was (und der Bus für mich nicht) und zweitens: Das Herein- und Herausfahren in die Stadt dient hervorragend zur Vorbereitung und zum Ausklingen eines Londontrips. Nach und nach kommt man zunächst näher an London heran und vom Vorstadtflair rein ins Stadtvergnügen benötigt es eben einige Zeit. Und genauso auf dem Nachhauseweg: Der Trip endet nicht abrupt im Untergrund, sondern bekommt die Chance auszuklingen, indem man sich nach und nach mehr von ihr entfernt und diese Veränderung aber auch beobachten kann.

Ok, nach diesem pseudo-intellektuell-Gequatsche noch ein Wort, das meinen momentan größten Wunsch beschreibt: Ich brauch ein Bier!

In diesem Sinne,
Tschüssi meine Lieben

Eure Maria

Dienstag, 4. August 2009

Begegnungen

Nun bin ich jetzt schon ein paar Tage hier und es gibt wieder so Vieles zu erzählen.
Viele so kleine Dinge, die kaum ausdrückbar (ok, das Wort gibt’s nicht … mhh … then I choose:) in Worte zu fassen sind!
Aber ich versuch’s trotzdem – auch wenn man das eigentlich sehen muss!


Nun, gestern war ich das erste Mal an der Themse! Und die Aussicht war klasse.
Ein kleiner Für-Radfahrer-Und-Fußgänger-Weg führt die Themse entlang und ich nehme an, dass man von hier aus bis zur London Bridge joggen könnte, auch wenn das dann so an die 2 Stunden dauern würde!
Woraus man schließen kann, das ihr VON MIR leider keine Bilder einer solchen Ich-Renne-Wie-Eine-Bekloppte-Die-Themse-Entlang-Bilder sehen werdet! *hehe* (Aber ich hoffe, euch mit dem Bild hier zufriedenstellen zu können.)

Als ich dann gestern von meinem einstündigen, nein das ist übertrieben, meinem dreiviertelstündigen Ausflug zurück kam, kam auch Lars dann bald nach Hause, der heute Nacht abgereist ist (und ich bin jetzt allein) und ich musste in Papierkram versinken… ja, es war zum Verzweifeln, aber heute geht’s mir wieder gut und ich teile mir das ab jetzt ein…

Wo mach ich jetzt weiter?
Ja, wie gesagt, das sind so viele kleine Dinge…
Ahh, die Männer!!! (Alle Jungs sollten diesen Artikel überspringen!)
Man sagt ja von den Briten, sie seien nicht die Schönsten.
Ja, ich persönlich weiß nicht, ob ich dieser Aussage zustimmen kann, denn, ja … , England hat doch so Einiges männertechnisch zu bieten!
Da wäre da zunächst mein Nachbar, der gestern Nachmittag seinen schokoladenbraunen, perfekt geformten Oberkörper vor mir im Flur entblößte! Tja, sind schon strange people, those Britons.
Ha, und da wäre da noch heute Morgen im Bus dieser ebenfalls Schwarzäugige, Schwarzhäutige (hiermit Gruß an Familie Martin) mit seinem Sohn oder Bruder … no idea. Joah… ne Sahneschnitte… und dann dieser Akzent! ^^
Und dann an der Bushaltestelle: Da treff ich doch glatt den nächsten David Beckham! Ach, wäre ich nur noch einmal 13 oder 14 (so alt war er) …! Ich bin mir sicher, alle Mädels werden diesem Jungen zu Füßen liegen ... mit seinem sportlichen Äußeren und seinen fantastischen roten Lippen!
Aber ich denke, ich werde mir in meiner Zeit hier noch ein genaueres Bild der britischen Männerwelt verschaffen können!

Ok, dann machen wir am Besten weiter mit den Begegnungen, die ich ebenfalls heute machen durfte: ANDERE Freiwillige!!
Zuerst beäugen konnten wir uns im „training“ im Büro des Projektes, für das ich arbeite.
Da wäre da zunächst die schüchterne Jill, die gestern aus Taiwan angereist ist und dementsprechend müde war. Sie ist extrem ruhig und klein für ihre 25 Jahre und hat eine wahnsinnig hohe Stimme, aber man schließt sie sofort ins Herz.
Dann ist da die 21-jährige Youna aus Südkorea, mit der ich mich prommt super verstand. Ich denke, wir werden zusammen noch einigen Spaß haben.
Nun, dann war da noch Luke aus Leicester, der sich Simo nennt. Ein Punker, oder keiner – egal – er sieht zumindest so aus und nuschelt so einiges in seinem Nordenglisch vor sich hin, aber er ist schon sympathisch, auch wenn er es heute schwer hatte, mit den ganzen Mädels.
Und zuletzt war da noch eine weitere 24-jährige Koreanerin, die sich selbst Belle nennt, weil keiner ihren Namen aussprechen könnte. Das is‘ mal ‘ne Nudel!
Übelste Schuhe hat die, und dann diese absolut geile Brille… und dann nickt die beim Reden. Die ist einfach nicht ruhig zu stellen … ein richtiges Energiebündel!
Und ich kann noch nicht sagen, ob mir das auf die Nerven geht oder ob sie das für mich sympathisch macht! Wir werden sehen, am Donnerstag machen wir zwei und noch ne Freundin von ihr London unsicher!

Nachdem wir dann Training hatten sollten wir zusammen was essen gehen, um uns besser kennen zu lernen!
Und wo gehen wir hin?
In ein Fish&Chips-Laden!
Ja, man muss das ja ausprobieren, aber Maria probiert eben nicht Fish&Chips sondern was absolut Abartiges: Panierte, warme Thunfischpastete mit Chips. Wuah….. Und Maria gibt ja nicht gerne zu, dass sie’s verkackt hat (Habt ihr festgestellt, dass ich bei solchen Situationen gerne von mir in der 3ten Person rede?) … also quält sie sich das mit einem zaghaften Lächeln vollständig rein! Aber ok, ich weiß jetzt, was ich nie wieder essen werde und man muss einiges ausprobieren, um Dinge am britischen Essen zu finden (die es mit Sicherheit gibt), die schmecken!

Nun, danach war noch bissel was im Büro zu erledigen und Belle, Youna und Luke sind voraus zu Belles und Jills Wohnung gegangen… Jill und ich kamen dann nach. Ja, das war ganz interessant, aber ich finde unsere Wohnung schöner… aber es war lustig und es heißt hier eben Kontakte-knüpfen-was-geht!!!

Gut, das war viel für heute, ach nein ich hab was vergessen:
Ein Bild, das ich nur beschreiben kann, ich nicht fotografiert habe, eigentlich gesehen werden muss, aber erwähnt werden sollte:
Beim Busfahren. Ein Junge. Sein Freund. Beide etwa 9 Jahre alt. Rabenschwarz. Und weiß wie Schnee. Ein wunderschönes Bild.
Das ist London. So sollte es sein. Überall auf der Welt.
Both together as it was normal all over the world.
So manches Land könnte sich da einen Scheibe abschneiden.
Denkt drüber nach und lächelt, wie ich, über dieses grandiose Bild, das so normal erscheint und doch leider noch nichts dergleichen ist.

Ganz viele Küsse an die Zurückgebliebenen ^^

Bis demnächst.

Sonntag, 2. August 2009

Next day, next journey


Mein heutiger Tag begann so: Ich wurde von der Sonne geweckt! Hach ist das toll, am nächsten Tag ließ sich die Aussicht gleich nochmal genießen…
Ich stieg also von meinem Doppelstockbett, öffnete das Fenster und siehe da… auch in dieser Assi-Gegend (Ja, nach Aussage meines Mitbewohners ist das eine Assi-Gegend.) haben sich Schwalben über meinem Fenster unter dem Dach ein Nest gebaut. Ich schaute also nach oben und eine Mini-Schwalbe lugte über den Nestrand zu mir nach unten!

Nachdem ich mich dann fertig gemacht hatte und Lars und ich gefrühstückt hatten, gingen wir eine Buskarte kaufen und fuhren wir nach Greenwich (Ich hab's, bis ich hier war, auch immer falsch ausgesprochen: Nicht „Grienwitsch“, auch nicht „Grienitsch“ (wie ich dachte), sondern „Grenitsch“ … und immer schön das ‚r‘ rollen!). Dort hat mich Lars dann mir selbst überlassen und ich machte mich auf die Suche nach einem mysteriösen Orange-Shop, wo ich eine Handykarte kaufen wollte. Tja, Greenwich ist zwar nicht groß, aber voll mit Geschäften, die ich alle nicht kannte (übrigens auch ein paar zuckersüße Antiquitätengeschäfte, wie im Film… hab mich aber nicht getraut zu fragen, ob ich die mal fotografieren darf ^^).
Also fragte ich etwa 5 Leute, die alle keine Ahnung hatten und letztendlich fand ich das Geschäft „on my own“.
Dort durfte ich dann für 9,50 £ ein Handy kaufen, weil die Sim-Karten auf deutschen Handys irgendwie nicht funktionieren… fragt nicht, naja, jetzt hab ich noch ein neues Handy und das alte neue Handy wird wenigstens geschont (Mach dir keine Sorgen, Papa, das war also nicht umsonst – außerdem macht das tolle Handybilder (siehe vorheriger Artikel - alle Bilder mit Handy gemacht)).


Nun, dann kam ich am Greenwich Market vorbei … und konnte es nicht lassen … ich musste da rein: Ein überdachter Markt ähnlich, wie Barcelona, nur nicht so groß, und nicht mit so viel Essbarem. Ach, und da gerät man wirklich ins Schwärmen… das erste, was mir unter die Finger kam, war eine knallrote Ledertasche. *seufz* Stand kein Preis dran, schätze aber so, wie die anderen drumrum, 55 £… ich ließ es also sein und nahm mir vor „Ab heute sparst du für diese >amazing< Tasche!“. Dann ein rotes Portemonee für 8 £, aber auch diesen Kauf ließ ich erstmal sein, kann ja nicht alles Geld auf einmal ausgeben und muss ja sparen!
Aber dann: Ein wunderschöner roter Pashmina-Schal, für in-Deutschland-undenkbare 3 £. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Genauso, wie die 2 Paar Ohrringe für jeweils 1 £, die ich während meiner Orange-Shop-Suche auf einem Flohmarkt entdeckte!


Ok, und damit ich jetzt alle männlichen Leser nicht allzu langweile, komme ich zum nächsten Highlight meines heutigen Trips: Der Greenwich Park. Ein Bild von einem Park, traumhaft, einfach nur, hach, ich kann das gar nicht beschreiben. Schon wegen solchen Parks bin ich nach England gegangen. Dort steht auch das berühmte National Maritime Museum.


Nun, und dort verweilte ich eine Weile (… das klingt lustig), um meine bisherigen Errungenschaften zu betrachten und einen Einkaufszettel zu schreiben. Denn, jaaaa, ich musste noch einkaufen gehen!!! Und zwar ganz für mich alleine. Aber eins nach dem anderen.
Ich suchte also eine Busstation, womit ich zu dem Supermarkt fahren wollte, den mir Lars vormittags gezeigt hatte, doch ha, wie hieß der nochmal und wie hieß die Haltestelle, wo ich aussteigen sollte? (Zum Glück: die Busnummern wusste ich noch) Aber, Maria weiß sich ja zu helfen und wie auch im letzten Artikel – sie ist nicht auf den Mund gefallen. So war meine heutige britische Begegnung ein älteres Ehepaar aus Greenwich, das deutsche Nachbarn hat, einen Mittagsausflug machte und sich hilfsbereit dazu bereit erklärte, mir zu zeigen, wo der Markt ist (der übrigens ASDA hieß) und wo ich aussteigen muss. Und wieder unterhielt ich mich, mit total freundlichen Menschen…

Und dann ging’s einkaufen. Zum ersten Mal – komplett für mich alleine und das mit sehr wenig Geld:
Und was kam dabei raus? Ja, Maria ist sparsam – ein Einkauf für 15 Pfund. Und dafür bekam ich:
- Möhren
- Äpfel
- Milch
- Apfelsaft
- Knäckebrot
- Dosentomaten
- Toastbrot
- Studentenfutter
- Pfirsichjoghurt
- Tee (2 Packungen)
- Naturjoghurt
- Käse
- Wurst
- Mineralwasser
- Frischkäse
- Reiswaffeln
- Nutella
- Nudelsauce
Toll, ne? Ja, ich fand mich auch toll!

Nur der Weg nach Hause war dann ziemlich beschwerlich: Ich glaube ich wiege heute ein Kilo mehr, durch die dazugewonnenen Armmuskeln! Denn schon beim Einsteigen in den Bus, riss mir die verdammte Papiertüte und ich durfte das Zeug so irgendwie in meine Handtasche stopfen bzw. irgendwie so tragen… Toll, ich war froh, als ich also zu Hause ankam und die Füße hochlegen konnte.
Ja, und nun sitze ich hier und genieße die Freizeit. Mal schauen, was der morgige Tag so bringt, denn morgen muss ich zum ersten Mal in das Büro des Projektes…

Leute, ich vermiss euch, aber die Aufregung des heutigen Tages, überdeckt dies ein wenig, sodass ich nicht vollständig in die Melancholie verfalle.

Weiteres demnächst!

Tschüssi und
Bis bald!

I've never been to England before...

Das war ja mal ein guter Start!


Der Tag der Ab- bzw. Anreise war der 1. August und gegen 16.55 sollte meine Flieger gehen… Nun ja, Tränen am Flughafen, (war abzusehen, aber ich hab mich ziemlich schnell wieder erholt). Und dann kam die Durchsage, der Flieger hat 1 Stunde Verspätung – na toll! Ok, eine Stunde warten (ohne Essen und Trinken, weil ich nicht mal Euros einstecken hatte).
Dann kam er und ich saß, dank Papis Priority-Buchung als eine der ersten endlich im Flieger – erste Reihe Fensterplatz!
Der Flieger startete und der sich auftuende Himmel war Zuckerwatte für die Seele…


Dann: Das erste, was ich von GB sah, waren dicke Regenwolken und das zweite wunderschöne Felderlandschaft (ok, sowas gibt’s auch in DE) aber nicht diese grandiosen Landhäuser dazu.
Nun, wir kamen 18:40 an, obwohl 17:35 geplant war. Da konnten wir aber noch lange nicht aussteigen, NEIN, die Tür zum Terminal war noch nicht offen, also standen alle dicht gedrängt in Jacken mit Handgepäck (ich plus Schirm) im Flugzeug und das so etwa 20 Minuten. Dann konnten wir raus und mein Schirm erfüllte prommt seinen Zweck… (Man muss dazu sagen, dass in Deutschland beim Abflug etwa 27 Grad herrschten.)
Dann eine Hetze durch den Flughafen, aber mit einer ortskundigen, deutschen Studentin, die im Flugzeug neben mir stand. Ok, nun wollten wir alle unser Gepäck, doch auch das ließ auf sich warten und so etwa 20 Uhr nach einer dreiviertel Stunde Warterei bekamen wir es endlich.
Ich setzte mich dann sogleich in Bewegung zu den Zügen zu gelangen, kaufte ein Ticket für 21,20 £.


Der Zug fuhr 20:30 ab und ein traumhafter Sonnenuntergang (die hier immer so sein sollen) entschädigte für die ganzen Strapazen des Tages.
Aber nein, ich hatte ja noch eine 1,5-stündige Reise vor mir: Umsteigen in Liverpool Street in die tube, dann wieder Umsteigen in eine andere tube und dann zuletzt an der Station London Bridge Umsteigen in einen weiteren Zug.
Aber dieses ganze Umgesteige im Londoner Untergrund, das hatte schon was, denn was man dort sieht, ist logischerweise ein Querschnitt der ganzen Londoner Bevölkerung und da ist wirklich für jeden was dabei. Ella, mein Fashion-Victim, du hättest hier deine wahre Freude gehabt. Dann Männer mit Hut (*seufz*) … ziemlich heiß, das muss ich ja mal sagen. Und haufenweise Inderinnen mit bunten Saris. Und dann solche die schon Szene-mäßig aussahen - jeder Alternative-Fan hätte hier echt Spaß gehabt. Ja, also ich könnte hier endlos weitermachen…
In meinem letzten Zug, und das muss hier jetzt noch erwähnt werden, traf ich wie sollte es anders sein, auf eine (typisch London!) ziemlich schräge Frau: Mit grünem Glitzer im Gesicht und einem Bunte-Federn-Rücken-Trage-Dings in der Hand (ja, sorry kann das jetzt nicht anders beschreiben) kam die in die U-Bahn.
Und ich bin ja nicht auf den Mund gefallen.
Was macht Maria? Ja, die quatscht sie an: Und sie erzählte mir, dass sie gerade von einer Samba-Karneval-Irgendwas-Vorstellung käme und ihre Truppe letzte Woche sogar in Deutschland war (sie war aber nicht mit). Und dann erzählte sie auch noch von ihrer besten Freundin, die Stuttgarterin sein und jetzt einen Kanadier heirate – in London. Hach, strange people – das ist mein Metier (danke, Max).
Well, dann kam ich zur letzten Station, wo mich Lars, mein Mitbewohner für die nächsten 2 Tage, abholte. Er ist schon ein Jahr hier und reist bald ab. Als wir zu Hause ankamen, gab er mir eine kurze Einführung, aber dann hatte ich gegen halb 1 auch das dringende Bedürfnis ins Bett zu gehen. Ein Hochbett wohlbemerkt und die Aussichtaus dem Fenster ist BOMBIG! Ein Blick auf das Londoner Bankenviertel (beleuchtete Wolkenkratzer und davor süße Reihenhäuser!).
Ja, das war ein aufregender erster Tag, das muss ich schon sagen!
Bin froh, gut angekommen zu sein und freue mich, auf die nächste Zeit!

Montag, 13. Juli 2009

Lang, lang ist's her...

Lang, lang ist’s her, seitdem ich das letzte Mal von mir hören lassen hab – owei schon über 2 Monate…
Nun ja es gibt nun Einiges zu berichten. Wo hab ich aufgehört, ah, ich hatte Deutsch und Englisch hinter mir.



Nun die restlichen Prüfungen liefen sehr gut…. ^^
Und am 4. Juni wurde Spaßtag, letzter Schultag gefeiert und mit viel Krach und einem weinenden und lachenden Auge zelebrierten wir diesen Tag unter dem Motto „ABI con Carne – Scharf im Abgang“.
Es war ein wunderschöner Tag. Wenn ich so zurück denke, finde ich keinen Punkt, wo etwas besser gemacht hätte werden können. Ok, ab und zu hat es genieselt, aber kaum einer hat dies wirklich wahrgenommen…
Es war irgendwie schön, sich unter diesem Anlass von Lehrern und Schülern und dem Schulhaus allgemein zu verabschieden – ohne dass diese Verabschiedung auch ausgesprochen werden musste. Ich glaube wir bleiben so dem Gymnasium Engelsdorf alle in positiver Erinnerung.



Am 5. Juni wurde ich dann 18 und selbstverständlich wurde auch dieser Anlass, dann am 7. Juni, ausgiebig gefeiert.
Da ich Mottopartys liebe, stand dieser Tag unter dem Thema „Lock’n’Roll – nach 18 Jahren Strebertum fängt Maria an zu rebellieren“ und natürlich war ein angemessenes Outfit (Streber oder Rebell) Pflicht!
Auch dieser Tag wird mir ewig in Erinnerung bleiben und trotz dass das Wetter zu Beginn nicht ganz so mitgespielt hatte, wurde es mit Einbruch der Nacht besser und die Stimmung stieg mit jeder Stunde. Auch die Geschenke waren absolut klasse und zum Teil waren darunter auch einige mögliche wichtige Gebrauchsgegenstände für mein nächstes Jahr in England.

Am 10. Juni wurden die Prüfungsergebnisse bekannt gegeben und ich kann euch sagen, dass ich unerwartet gut abgeschnitten habe und mich bei den Unis jetzt mit einem Durchschnitt von 1,4 bewerben kann bzw. könnte.

Nun dann folgte lange Zeit viel Stress, obwohl ich mich ja auf eine absolut angenehme, durch Nichtstun geprägte Zeit eingerichtet hatte. – Ha, nichts dergleichen. Fahrschule und Sonstiges nahmen und nehmen mich vollends ein und so richtig kam ich Anfang Juni eigentlich nicht zur Ruhe.



Dann stand aber das absolute Highlight an: Die Abschlussfahrt. Unser Ziel war Berlin, was sich letztendlich als tiefstes Brandenburg herausstellte, aber uns nicht minder lieb wurde.
Ein Campingplatz bei Ratenow sollte es sein und etwa 22 Mann unserer Stufe kamen am 19. Juni dort mit Auto, Zug oder Fahrrad an.
Direkt am See gelegen – täglich traumhaftes Wetter (... in Leipzig schiffte es aus Eimern…^^) – und die tollsten Leute um sich, die man sich nur vorstellen kann.
Unser Tagesablauf sah ungefähr folgendermaßen aus: Aufstehen, wann man Lust hatte, dann sich irgendein Messer und eine Tasse von der Wiese zusammensammeln und irgendwas Essbares suchen und gemeinsam oder allein etwa 3 Stunden frühstücken, dann sonnten wir uns oben bei den Zelten oder gingen direkt runter zum See, wo wir uns am Steg ebenfalls sonnen konnten, Tretbootfahren gehörte auch zu den Tagesbeschäftigungen und wenn wir dann Sonne satt hatten, ging’s eben wieder hoch, dann wurde gebeacht oder eben einfach nur geträumt. Abends wurde dann ordentlich gefeiert – einige Geburtstage gaben doppelten Anlass – und wenn man dann in den Morgenstunden müde wurde, kroch man eben in sein Zelt oder legte sich im Bungalow schlafen.
Wir haben den ganzen Tag nichts getan und waren damit vollauf beschäftigt.
Alles in allem waren es wunderschöne 6 Tage und endlich kam man dann auch zur verdienten Ruhe, die man sich in den Prüfungsphasen so sehr herbeigewünscht hatte.
Hinzu kommt, dass dies als Abschlussfahrt galt und so schwebte in den letzten Tagen eine gewisse Melancholie über uns, da man wusste, dass dies das letzte Mal sein wird, wo man so in diesem Verband wegfahren kann. Doch man genoss die Zeit dadurch doppelt so sehr.
Bei der Heimfahrt wurde die verbrachte Zeit natürlich nochmal Stück für Stück auseinander genommen und eine sehr gute Freundin und ich, wir kamen zu dem Schluss, dass diese Fahrt auch aus dem Grund so wunderschön war, dass man sich nicht verstellen musste: Man war nicht gezwungen sich zu produzieren oder irgendwem zu gefallen. Man konnte so sein wie man war. Kind. Ungeschminkt. Endlos glücklich. Jeder zufrieden auf seine Art. Diese ungezwungene Atmosphäre in der auch endlich einmal Eltern fehlten, die einem sonst endlose Vorträge über das Nichtstun, das Essen auf dem Boden oder das lange draußen Sitzen und Trinken gehalten hätten, sorgte dafür, dass folgendes möglich war: Nachts halb 3, „Du, ich hätte jetzt Lust zu Musik auf der Wiese zu tanzen!“ – „Ja, ich auch!“ Und man holte Musik und tanzte auf der Wiese.
Ich kann nur wiederholen: Alles in allem eine traumhafte Zeit, die ich nie vergessen werde und ich danke allen, die dabei waren und schon allein durch ihre Anwesenheit für die möglicherweise schönsten Tage unserer gesamten Oberstufenzeit gesorgt haben.



Dann 2 Tage nach unserer Ankunft, am 26. Juni sollte der langersehnte Abiball folgen. Und auch wenn viele nach der schönen Zeit in Brandenburg die Lust darauf verloren hatten, war die Aufregung einige Minuten vor der Fahrt mit den Eltern zur „Location“ dann doch zu spüren.
Auch dieser Tag sollte in ganz besonderer werden.
Ach und wie wunderschön wir alle waren. ^^ Die Kleider bzw. Anzüge und das Lächeln aller Abiturienten sorgte für ein unbeschreibliches Strahlen, das nicht nur uns selbst auffiel.
Es ging los mit der Zeugnisausgabe und natürlich war die Angst bei uns Mädchen groß in den unglaublich hohen, glatt besohlten und irgendwie gefährlich anmutenden Schuhen beim großen Auftritt auszurutschen. Doch alles verlief gut. Und nachdem noch manche Sonderehrungen entgegen genommen, diverse Reden (inklusive einer grandiosen Abiturientenrede) gehalten wurden und ich dann noch ein kleines Liedlein geträllert hatte, konnte man nach absolviertem Fototermin zum zweiten Teil übergehen: Dem Programm der 12er. Tanzeinlagen, gesangliche Untermalungen und ein wirklich gelungenes Theaterstück mit einer herausragenden Ranicki-Imitation dienten zur Unterhaltung.
Ach und nicht zu vergessen, das fabelhafte Buffet sorgte selbstverständlich auch für die physische Zufriedenstellung jeglicher Verdauungsorgane!!!
Abgeschlossen wurde der Abend mit einem wirklich fantastischen Feuerwerk, bei dem so mancher weiblicher Zuschauer die Chance nutzte und sich in Strumpfhose oder barfuß auf den Parkplatz stellte…
An dieser Stelle möchte ich allen Organisatoren dieses Abiturballs für diesen tollen Abend danken, ihr habt da wirklich etwas Großes auf die Beine gestellt und könnt sehr stolz auf euch sein! (Falls irgendjemand von euch das liest.)
Der Abend bot aber nicht nur die Chance sich vom Schülerdasein zu verabschieden, auch die Tatsache der Anwesenheit vieler, auch ehemaliger, Lehrer sorgte für die Möglichkeit noch einmal ein paar Worte mit diesen zu wechseln.
Und einige dieser Gespräche waren, wenn ich das so sagen darf, etwas merkwürdig: Man spricht mit den Lehrern nicht mehr, wie Schüler mit Lehrern sprechen, sondern von Erwachsenem zu Beinahe-Erwachsenem und ein Großteil der Ersterwähnten stellt sich da häufig als ausgesprochen nett heraus, was man von diversen Unterrichtsstunden jedoch gar nicht gewohnt ist (…)! Schade eigentlich, aber jetzt ist eh alles vorbei und die Wehmut, mit der ich das gewohnte Schülerwesen aufgebe, ist trotzdem sicherlich herauszuhören.
Nun weiter im Programm: Nach erwähntem Feuerwerk ging’s dann in den Volkspalast, wo ebenfalls ausgiebig gefeiert wurde. Auch wenn die Musik teilweise zu wünschen übrig ließ und wir gegen Ende wahrscheinlich die Einzigen auf der gesamten Tanzfläche waren, fühlten wir uns großartig.
Doch was mir dann auf der Taxifahrt nach Hause auffiel war, dass ich mich von so vielen überhaupt nicht verabschiedet hatte, inklusive einiger Lehrer, die mir, man glaubt es kaum, doch schon am Herzen lagen und uns schließlich so lange auf dem schwierigen Weg begleitet hatten. Und eben auch so viele Mitschüler - weniger enge Freunde, die ich mit Sicherheit wiedersehen werde - doch solche, die ebenfalls Leidensgenossen und Weggefährten waren. Was ist mit denen? Was wird aus diesen? Tja, das erfahre ich wohl erst in einem Jahr zum Absolvententreffen, aber komisch ist das schon: Wir waren, glaube ich, 82 Abiturienten. Grob überschlagen gehören 35 zum Freundeskreis. Bei etwa 20 ist es mir egal, was sie machen und auch eine Verabschiedung ist mir nicht sonderlich wichtig. Doch was ist eben mit den restlichen 27? Nun ja, aber das wird die Zeit schon zeigen.

Ich sitze gerade mit meinem neuen Laptop auf dem Schoß auf einem Bett, in einem Appartement, auf der Insel Vis, in Kroatien. Mir geht es richtig gut und wenn ich diesen Eintrag hochlade, bin ich schon längst wieder in Deutschland, denn ich habe hier kein Internet, aber endlich mal die Zeit und Lust euch über alles bisher Geschehene zu informieren.
Ich hoffe, eure Augen sind nicht müde geworden, doch es gab ja sooo viel zu berichten…

Liebe Grüße

Eure Maria

Dienstag, 5. Mai 2009

Das Sprungbrett

Das ist schon irgendwie komisch.


Die schriftlichen Prüfungen sind seit heute vorbei und die Zukunft scheint uns zu überholen – sie rennt.

Wie ein auf dem Rücken liegender Käfer hat man vor einem Jahr versucht, die Zeit und damit das Abi aufzuhalten und jetzt ist es da!


Und danach?


Ich mein, was wird aus uns? Was ist nächstes Jahr?

Wir strömen in die Welt hinaus. Lernen Leute kennen. Machen neue Erfahrungen. Studieren. Das sind schöne Dinge, aber ganz schön viele und vor allem neue Dinge für uns an Stundenpläne gewöhnte Schüler.


Und dazwischen?


Was ist zwischen der letzten Prüfung und dem Beginn eines neuen Lebensabschnittes?

Jeder nimmt diese Zeit anders wahr und nutzt sie ebenfalls anders. Doch für jeden gilt: Das ist wie schweben - wie fliegen – ohne Angst zu fallen!


Ich hab letztens darüber nachgedacht und das ganze „Davor-Dazwischen-Danach“ mit einem Sprungbrett verglichen:


6 Jahre ist man am Klettern, schließlich will man hoch hinaus.

12 Jahre rennt man - mal schneller, mal langsamer - entscheidend ist der Anlauf.

Das Abitur ist dann der alles (oder zumindest vieles) entscheidende Absprung.

Und dann schwebt man in der Luft, man fliegt, genießt die Freiheit - um dann letztendlich mehr oder weniger glücklich - je nach dem, wie die vorherigen Phasen abgelaufen sind - im Wasser – einem neuen Element – zu landen.


Ich finde den Vergleich ganz passend, doch um am Ende meines heutigen Blog-Eintrages nicht vollständig in die Melancholie und eine Fragezeichenphase zu verfallen und auch meine Leser davor zu bewahren, füge ich noch schnell eins meiner Lieblingsgedichte von Eugen Roth an:


Das Sprungbrett
Ein Mensch, den es nach Ruhm gelüstet,
Besteigt, mit großem Mut gerüstet,
Ein Sprungbrett - und man denkt, er liefe
Nun vor und spränge in die Tiefe,
Mit Doppelsalto und dergleichen
Der Menge Beifall zu erreichen.
Doch läßt er, angestaunt von vielen,
Zuerst einmal die Muskeln spielen,
Um dann erhaben vorzutreten,
Als gält's, die Sonne anzubeten.
Ergriffen schweigt das Publikum -
Doch er dreht sich gelassen um
Und steigt, fast möcht man sagen, heiter
Und vollbefriedigt von der Leiter.
Denn, wenn auch scheinbar nur entschlossen,
Hat er doch sehr viel Ruhm genossen,
Genau genommen schon den meisten -
Was sollt er da erst noch was leisten?


Ein Ein-Lächeln-aufs-Gesicht-zauber-Gedicht...


Bis zum nächsten Mal


Ciao


Eure Maria

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