Very einfallslos diese Überschrift, aber was Kreativeres fällt mir im Moment nicht ein – und die Hauptaussage kommt ja durch: Yeah, I was in London!
Nun wo fang ich an?
Ok, da war zuerst der heutige Morgen:
Ich fleißiges Bienchen steh um 8 Uhr auf, obwohl ich heute frei hatte, um meine Wohnung sauber zu machen – denn: Mein Supervisor (Mentor im Projekt, whatever) wollte mir 12 Uhr einen Besuch abstatten und da diese Frau (oh hoffentlich liest sie das nicht) eine kleine Hexe ist… ja, wollte ich ihr keinen Grund zur Beanstandung geben. Somit hab ich: die Küche zweimal gewischt, die Küche aufgeräumt, das Wohnzimmer und den Flur gesaugt, im Wohnzimmer Staub gewischt, oben den Flur gesaugt, mein Zimmer aufgeräumt, mein Zimmer gesaugt, die Bäder grob sauber gemacht und sie dann gewischt. (Für alle, die noch keinen Skype-Rundgang bekommen haben: Ein Bad ist zwei und das andere 4 Quadratmeter groß, eins Klo das andere Waschbecken und Badewanne). Toll, ne? Also ich fand mich auch ziemlich cool… NUR DANN taucht die Tante nicht auf… ahhh, ich mach mir hier
‘nen übelsten Kopf und die kommt nicht.
Nun ja und da ich mich mit Belle halb 2 in London verabredet hatte, bin ich dann nach ‘ner-dreiviertel-Stunde-auf-Madame-Warten mit einem komischen Gefühl mit dem Bus (eine Stunde etwa) nach London gefahren…
Hach, und es war toll.
Nach und nach tat sich die City auf und so auch der städtische Verkehr. Ich sag euch, es ist keine Freude bei etwa 30 Grad in praller Sonne hinter einer Glasscheibe eines STEHENDEN, roten Doppeldeckerbusses in der oberen Etage zu sitzen!!!
Und dann: Ganz plötzlich, totally unerwartet tat sich alles vor mir auf:
Das erste, was ich beim Mit-dem-Bus-um-die-Ecke-Biegen sah, war der BIG BEN, dann the HOUSE OF PARLIAMENT und beim Fahren über die Themse sogar noch das LONDON EYE.
Und damit bestätigt sich, was man in einigen, schlauen Reiseführern sehen kann: Don’t take such a silly and expensive sight-seeing-bus – rather take a usual one. (Omg, das macht mir Angst…. So viel Englisch in einem deutschen Text. Es tut mir leid, für alle, die das nicht verstehen! Tja, kaum ist man 6 Tage hier…)

Ok, wo mach ich weiter?
Ah, Belle und ich wollten uns dann am Trafalgar Square treffen und nach einigen Telefonaten fanden wir uns auch irgendwo. Ja, Belle mit ihrer großen Brille und bei ihr: Youna, meine andere Lieblingskoreanerin!
Später trafen wir dann noch 2 andere Freiwillige: Karen und Rubeca…. Fragt mich jetzt nicht, wo die her sind! Das einzige, was ich euch dazu sagen kann ist: Asien.
Nachdem wir etwas planlos durch die Stadt gesteuert waren, bekamen wir vom vielen Reden Durst und entschlossen uns dazu eine geeignete Trinkgelegenheit aufzusuchen. Tja, leichter gesagt als getan: Erst waren irgendwo keine Sitzgelegenheiten, dann alle Plätze besetzt, dann kamen wir in einen Pub, wo uns alle ansahen, als seien wir eine ausgestorbene, aber leider nicht mehr benötigte Tierart (ich schätze, das war einer dieser berüchtigten Sport-Pubs, wo eine eingestammte (Männer-)Community Zutritt hat und alle anderen nicht gerne gesehen sind) und zum Schluss fanden wir noch eine Bar, wo Youna und ich uns einen Cocktail für 5 Pfund und 75 Pence teilten … ha, und da denkt man, man bekommt einen Cocktail. Also ein Cocktail war das schon, und er war auch außerordentlich lecker, nur wohl eher ein Tomatensaftglas voll! Eben London!
Hach, und auch da schnatterten wir ein bisschen und ich eher abseits des Gespräches (ja, man glaubt es kaum) war damit beschäftigt Leute, die draußen langflanierten, zu beobachten:
Und es stimmt wirklich, es ist wirklich wahr, man hat Recht: Londoner sind VERDAMMT COOL! Man muss natürlich vorher unterscheiden zwischen Tourist und Einheimischem, aber das ist einfach: Guckt er rum und ist dumm, ist es ein Fremder, guckt er runter, schick und munter, ist es ein Kenn‘nder! (Hab ich mir grad selber ausgedacht *haha*)! Nun, und damit zu den Londonern: Ja, die sind toll! Ach, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, aber schon der Style…
Die trauen sich einfach was. Dann diese gewisse Arroganz – eben städtisch, aber nicht zu sehr. Auf dem Boden geblieben. Teilweise undergroundmäßig alternativ. Models. Toll.
Es war also eine Freude sich letztendlich, nach den Drinks unter ebenjene zu mischen.
Aber mit den ganzen Touristen… ja, das ist schon irgendwie nervig, aber was will man machen? Den geht es auch bloß so wie mir!
Ich habe heute so im Allgemeinen kein Sightseeing betrieben, wir waren zwar noch am Piccadilly-Circus (auf dessen Weg es wieder mal wie aus Eimern goss…), aber mir ging es heute um das London-Feeling. Die Atmosphäre. Die Leute.
Sightseeing kann ich dann immer noch machen! Und wie erwähnt: Das war es wert. Das Flair ist einmalig.
Auf der Heimfahrt habe ich festgestellt, dass die Tatsache, dass ich mit dem Bus fuhr, noch so einige Vorteile hatte, denn ich hätte auch die Möglichkeit mit dem Zug (sehr viel schneller) nach Hause zu kommen.
ABER der Zug kostet erstens was (und der Bus für mich nicht) und zweitens: Das Herein- und Herausfahren in die Stadt dient hervorragend zur Vorbereitung und zum Ausklingen eines Londontrips. Nach und nach kommt man zunächst näher an London heran und vom Vorstadtflair rein ins Stadtvergnügen benötigt es eben einige Zeit. Und genauso auf dem Nachhauseweg: Der Trip endet nicht abrupt im Untergrund, sondern bekommt die Chance auszuklingen, indem man sich nach und nach mehr von ihr entfernt und diese Veränderung aber auch beobachten kann.
Ok, nach diesem pseudo-intellektuell-Gequatsche noch ein Wort, das meinen momentan größten Wunsch beschreibt: Ich brauch ein Bier!
In diesem Sinne,
Tschüssi meine Lieben
Eure Maria

hach mooskind du schreibst soooo schön, das weckt meine reiselust. Lass es dir gut gehen und Prost (okay eigentlich wollt ich nen coolen Trinkspruch schreiben, aber mir fällt mal wieder keiner ein. die, die ich von Patrick gelernt habe, hab ich vergessen) - was solls ;-)
AntwortenLöschenkuss