Dienstag, 24. August 2010

Die letzten Monate, ein Abschied, ein Willkommen und vom Gefühl des Erwachsenwerdens

Hallo ihr Lieben, Liebenden und Heißgeliebten,

Ich weiß, es ist eine Weile her … eine ganze Weile, um ehrlich zu sein.
Ich kann nicht behaupten, es wäre nichts passiert.
Ganz im Gegenteil. Die letzten Wochen und Monate waren ereignisreich, schön und tränenreich zugleich.
Ich denke, ihr könnt mich verstehen, wenn ich euch sage, dass ich einfach nicht zum Schreiben gekommen bin, denn erst jetzt, erst heute finde ich die Zeit und Muße.

Schau ich so zurück, bereue ich es ein bisschen … euch nicht taufrisch von diesen gewissen Momenten und Ereignissen erzählt zu haben, aber nur ein bisschen.

Ich kam nicht dazu, euch von Schottland zu erzählen. Wie ich allein, mit 3 Jungs (Adrian, Daniel und Marvin) nach Edinburgh fuhr. Wie wir im besten Hostel Großbritanniens untergebracht waren. Wie ich das beste Hähnchen meines Lebens aß. Wie wir von Bar zu Bar zu Club zu Club liefen und wahnsinnig viel Spaß hatten. Wie ich einen Franzosen namens Clement kennenlernte. Wie ich mit 2 Stunden Schlaf den Berg Arthur’s Seat erklomm. Und wie ich mir Calvin Klein Socken kaufte. Wie ich auf der 9-stündigen Rückfahrt von einem 18-jährigen Obdachlosen, der mehr als eine Droge genommen hatte, zugetextet wurde.
Nein, all dies konnte ich euch nicht (ausführlicher) erzählen.
Schade.
Vielleicht kann ich es mit ein paar Bildern wieder gut machen:





Ich kam auch nicht dazu, euch davon zu erzählen, wie ich meinen Geburtstag verbringen durfte: Wie ich bei meiner Klientin aufwachte. Wie mir einige zauberhafte SMS ein Lächeln auf die Lippen zauberten und mir wenigstens ansatzweise eine Geburtstagsstimmung verschafften. Wie ich mich gegen 11 Uhr auf nach Hause machte, um dort ein Paket und einen Brief vorzufinden. Ein Brief aus Neuseeland, über den ich mich wahnsinnig freute und ein Paket von zu Hause, das mit etlichen Geburtstagssüßigkeiten gefüllt war. Wie mich Max, der Neuseeländer gegen 1 Uhr mittags anrief, um mir zum Geburtstag zu gratulieren. Und wie ich ihm gleichzeitig auch gratulieren konnte, da er einen Tag nach mir Geburtstag hat. Ich konnte euch nicht sagen, wie sehr ich mich freute und wie gut es mir trotz der erschwerten Geburtstagsbedingungen ging. Wie das Wetter wirklich ein Geburtstagswetter war und wie es mir dadurch kaum schwer fiel, gegen 2 Uhr wieder aufzubrechen, um um 3 wieder bei meiner Klientin zu sein und den restlichen Tag und die Nacht (so wie die vergangenen 8 Nächte) dort zu verbringen.
Es war ein ungewöhnlicher Geburtstag und trotzdem etwas Besonderes. Natürlich könnte ich schreiben, er war scheiße und eigentlich kein Geburtstag, aber das entspräche nur der halben Wahrheit und meine mit-Positivismus-verseuchten Finger würden dies nie zulassen….

Ja, ich konnte euch von all dem nicht berichten, aber eigentlich mache ich es ja jetzt. Und damit verändere ich jetzt auch meinen Schreibstil, da sich jede Deutschlehrerin über diese WIE-derholungen aufregen würde.

Lasst mich nun also davon berichten, wie ich im Juni erwachsen wurde.

Die Zeit um meinen Geburtstag war arbeitsreich, doch auf der anderen Seite wahnsinnig interessant, da ich nach und nach endlich mich selbst in den Vordergrund stellte und bewusst eigene Entscheidungen traf.
Ich ging allein zum Broken Bells Konzert, was fantastisch war. Fuhr allein nach Oxford. (Ich berichtete.) Und fühlte bewusst, wie ich reifer geworden war und es nicht mehr allen recht machen wollte, sondern mir selbst gerecht werden wollte und auf eigenen Beinen stand.
(Es war etwas komplexer und hing natürlich mit mehr Ereignissen zusammen, aber nicht alle davon sind erwähnenswert.)
Ich weiß nicht, wie viele Menschen innerhalb eines Monats erwachsen werden, und ich weiß auch nicht, ob ihr das nachvollziehen könnt, aber es war ein verdammt gutes Gefühl.
Ja, verdammt gut!
Ich fühlte mich gut und frei. Und immer noch jung, aber erwachsen.
Ich bereute nichts. Rein gar nichts.
Und war dankbar für alles, was mir passiert war, was mir ermöglicht wurde, dankbar für jede Begegnung, und war sie mit noch so viel Schmerz verbunden.

Ich weiß nicht, warum ich euch, euch allen hier, von dieser Reflexion berichte, warum das sein muss und ich weiß auch nicht, ob ich in einem Jahr darüber schmunzeln muss. Doch, wie erwähnt, ich bereue nichts und werde jetzt einen weiteren Schritt auf der so oft erwähnten Ereignisleiter machen.

Der Juni war wohl für the whole wide world ein ereignisreicher Monat, denn die Fußball-WM begann und so verfiel auch England ins Fieber.


Leider konnte ich wegen meiner merkwürdigen Arbeitszeiten nicht alle Spiele verfolgen – so auch das langherbeigesehnte England-Deutschland-Spiel – doch mehr als einer hielt mich per SMS stets auf dem (Spiel)Stand. Ich konnte mir ein Grinsen letztendlich nicht verkneifen, doch allzu öffentlich wollte ich dann doch nicht zugeben, dass ich Deutsche bin, wer weiß, was dann passiert wäre…
Wir sind nicht Weltmeister geworden und trotzdem war ich am Ende sehr stolz auf unser Team. Hinzu kommt, dass die Spieltage stets einen Grund gaben, Leute zu treffen und so verbrachte ich mehr als einen Abend feiernd in London.
Hach, was war das für ein traumhafter Sommer.

Doch dann näherten wir, wir Freiwilligen, uns alle den wochen- und monatelang verdrängten Tagen des Abschieds. Nach und nach machte sich einer nach dem anderen vom Acker. Natürlich wurde stets noch einmal (for old times sake) gefeiert, richtig gefeiert. Doch der Anlass war immer traurig und der Abschied umso mehr.
So ging zuerst Phil, dann Lucia, dann Timo, Miriam und Andre, dann Daniel, dann Ferdinand, dann Jule, dann Chris, dann Mitchi, dann Thomas und dann Lina (mit der Reihenfolge bin ich mir nicht hundertprozentig sicher)…
Ja, es waren nicht wenige. Da kann man sich vorstellen, wenn die Laune für einige Zeit nicht gerade ganz oben war. Hinzu kamen dann noch die Verabschiedungen von Klienten. Ich mein, diese Good Byes waren ja abzusehen, doch es ist blöd, wenn sich das über mehrere Wochen hinzieht. Als ich Leipzig verlassen hatte, verabschiedete ich mich auf einmal von allen und schließlich war da die Aufregung vor dem Kommenden. Doch da, im Juni/Juli, hatte man das Gefühl, ständig nur am Tschüss sagen zu sein und die „Aufregung“ hielt sich, um ehrlich zu sein, in Grenzen!

Glücklicherweise waren die letzten 3-4 Wochen dann von Besuchen durchzogen, die für etwas Ablenkung sorgten.
So durfte ich Mitte Juli noch einmal meine Freundin Maria meinen Gast nennen und mit ihr: Nadja!!!! Nadja, die ich seit August 2009 nicht gesehen hatte, da sie sich damals auch nach Neuseeland verabschiedet hatte. Hach, und wie tat das gut. Natürlich wurde wieder geshoppt – und ich ignorierte gänzlich die Tatsachen, dass ich es mir eigentlich nicht leisten konnte UND ich nicht darüber nachdachte, wie ich das alles nach Hause bekommen sollte. Anyway, ich shoppte trotzdem, weil ich ein Määäääädchen bin. Wir hatten wahnsinnig viel Spaß und so kam es auch, dass wir uns eines Abends schick machten, um den tollsten Club Londons unsicher zu machen. Blöd war nur, dass dieser an diesem Tag geschlossen hatte. Wirklich blöd. Aber wir sind jung, wir sind spontan, wir tranken also noch etwas, fuhren nach Hause und ließen den Abend mit Wein, Gelächter und etwas Beauty-Getue ausklingen.
Und da war es auch, dass Nadja und ich feststellten, dass wir uns 1-Jahr-minus-eine-Woche nicht gesehen hatten und trotzdem alles so wie früher war. Ich könnt euch sicher vorstellen, dass mir diese Erkenntnis wahnsinnig gut getan hatte, da ich nun wusste, dass es zu Hause genauso sein würde, wie damals und da ich nun etwas hatte, worauf ich mich freuen konnte.






Während dieses Besuchs (Omg, der Genitiv, ein Hoch auf die Deutsche Sprache) ließ ich die Mädels auch einen Tag alleine und machte mich noch einmal auf nach Brighton. Die Stadt, die, seit ich sie das erste Mal im vergangenen September gesehen hatte, zu meinem zweiten britischen Favoriten geworden war. Ich besuchte Chris, der sich ab September mutig dort einem Musikstudium zuwenden wird, und verabschiedete mich. Das Wetter war fantastisch, das Meer war unruhig und der Kaffee war gut.



Die Heimfahrt war von gemischten Gefühlen erfüllt… eben ein Abschied von einem guten Freund, was soll ich sagen?

Und dann brachte ich auch die Mädels zur Liverpool Street Station. Aber wenigstens sie sollte ich ja schon bald wieder sehen.

Und dann ein weiteres Juli-Highlight, das Ablenkung brachte: Ich besuchte Adrian in Manchester. Unseren lieben Adrian, dessen Freiwilligenzeit schon Anfang Mai zu Ende war. So fuhr ich also per Coach (=Bus) nach Manchester und gleich nachdem wir uns in die Arme geschlossen hatten, wurde der neueste Klatsch und Tratsch ausgetauscht. Tja, er ist eben auch ein richtiges gossip girl… Und da gab es viel zu erzählen!
Da es in Manchester nicht allzu viel zu sehen gibt, die Stadt jedoch eine weitbekannte Indieszene zu bieten hat, begaben wir uns bald dorthin, ins Indieviertel, um in Läden zu stöbern und wieder einmal Geld loszuwerden.
I couldn’t help it.
Und dann wurde es Abend, und was wäre ein Abend mit Adrian ohne sehr viel Spaß und ein zwei Drinks (zu viel)? Es war wie „früher“ und nachdem wir gegen 7 angefangen hatten, machten wir uns gegen 3 auf zu seiner Wohnung, um (zumindest für meinen Teil) tot ins Bett zu fallen, wirres Zeug zu träumen, am nächsten Morgen um 8 aufzuwachen und nicht zu wissen, wo ich war.
Hach, wie war es wieder schön! Und so fuhr ich mit einem komischen Gefühl im Bauch – wo auch immer das herkam – nach Hause. Nach London. (Die Fahrt dauerte unangenehme 5 Stunden…)


Und dann? Ja, dann in der vorletzten Woche bekam ich einen 2ten Besuch: Mein Bruder, mit dem ich diesmal nicht (mehr) London erkundete, sondern das schöne Cornwall. Ein Traum, sag ich euch. Die Klippen, das Meer, die Menschen, die Künstler.




Ja, und einen Sonnenbrand mehr und eine Digitalkamera weniger ging es dann auch schon wieder zurück nach London und er flog dorthin, wohin ich nach 6 Tagen folgen sollte.

Doch noch war es nicht so weit.

Erst war da noch Nelli’s, Yannik’s und meine leaving party an meinem letzten Montag. Es war eine schöne Party und doch konnte ich nicht allzu viel Zeit mit diesen Menschen verbringen, die gekommen waren, die ich alle zwar mochte, doch die nicht zu meinen engen Freunden zählten. Meine Freunde waren weg. Bis auf Jessi, Yannik und Nelli. Und so begab es sich, dass Nelli und ich uns verzogen, in einen Raum, der nicht unserer, auf ein Bett, das nicht unseres war.
Wir redeten lange.
Und ließen so unser ganzes Jahr mit all seinen Erlebnissen, mit all seinen Momenten, mit all seinen lustigen Zwischenfällen und schmutzigen Details noch einmal aufleben. Sozusagen Revue passieren.
An diesem Abend kroch die Angst in mir hoch, diese Ereignisse zu vergessen, die Menschen zu vergessen. Was ich nicht will, da es viel zu schön war. Aber dies ist wahrscheinlich der Lauf der Dinge. Nur das, was auf Fotos und hier auf diesem Blog festgehalten wurde, hat die Möglichkeit, nicht in Vergessenheit zu geraten.

Dann der Dienstag. Ein Tag, an dem ich mich von insgesamt 6 Klienten verabschieden musste. Traurig aber wahr. Nunja, es ist nicht so, dass ich weinen musste, aber ich denke schon, dass ich zu einigen ein wirklich sehr enges Verhältnis hatte und dann nach einem Jahr, in dem man Teil des Lebens dieser gewissen Person war, einfach so Tschüss sagen zu müssen, ist nicht einfach.
Auch von dem office staff – sozusagen den Leuten, die meine Arbeit organisiert und für unser Training gesorgt hatten – musste ich mich verabschieden.
Ich bekam Blumen, ein Tuch, einen Teddybär, ein T-Shirt und etliche andere Kleinigkeiten. Ich versorgte sie mit Muffins, da ich nicht mit leeren Händen kommen wollte. Und verdammt, diese Muffins waren wieder einmal sooooo gut, die hatten sich nicht erst einmal bewährt gehabt.
Abends verabschiedete ich mich noch von den anderen Freiwilligen und Nelli und Jessi brachten mich zum Bus. Ich war den Tränen nahe.

Und dann am Mittwoch fuhr ich auf Arbeit, zu einer Klientin, um dort bis Samstag früh zu bleiben.
Tja, das war auf der einen Seite ausgesprochen blöd, da ich anders geplant hatte. Ich hoffte nämlich, dass ich da zwar arbeiten muss, aber den Nachmittag oder zumindest den Abend frei habe, um mich von anderen Klienten verabschieden zu können und noch einige Dinge erledigen zu können. Das war natürlich doof.
Auf der anderen Seite war ich durch die Arbeit so eingenommen, dass ich gar nicht großartig über die bevorstehende Abreise nachdenken konnte und ich mir so nicht unnötige Gedanken machte.
Schicksal.

Dafür war der Samstag dann EXTREEEEEEEEM stressig:
Pakete wurden zur Post gebracht, Koffer gepackt, Geschenke besorgt, noch eine Klientenfamilie musste besucht werden, dann wurde weiter Koffer gepackt, dann nahm ich meine Wandcollage ab,


dann wusch ich noch Wäsche, dann plante ich meine Abreise am nächsten Morgen, dann hatte ich eine halbe Stunde der Ruhe, des Luftholens, des Begreifens, dass ich am nächsten Tag, um diese Zeit schon zu Hause sein würde, und dann legte ich mich ins Bett. Schlafen konnte ich natürlich nicht und dann fiel mir nachts auch noch auf, dass meine Reise zum Flughafen, so wie ich sie geplant hatte, gar nicht durchführbar war. Alles musste also noch einmal umgeplant werden. Nachts um 11. Und ich musste eine Stunde eher aufstehen. Nachts um dreiviertel 1. Ja, weniger als 2 Stunden später!! Ich dankte beim Einschlafen einer höheren Macht, dass ich diesen späten Geistesblitz hatte. Sonst hätte ich höchstwahrscheinlich meinen Flieger verpasst, und meine Eltern und der Rest hätten umsonst auf mich gewartet.

Aber first things first.

So stand ich nachts also auf, trank meinen Kaffee schwarz, da die Milch alle war, und machte mich mit einem merkwürdigen Gefühl auf zur Bushaltestelle. Ich wartete eine Viertelstunde auf den Nachtbus, fuhr nach Elephant&Castle. Begegnete einigen Samstag-Nacht-Alkohol-Leichen und musste an einen Abend denken, als ich fast auch schon einmal zu ebenjenigen an ebenjenem Ort gehörte… Dann nahm ich einen weiteren Bus und fuhr zur Liverpool Street Station, von wo ich den Nacht-Zugersatz-Bus zum Stansted Airport nahm. An Schlafen war nicht zu denken und so öffnete ich meinen Laptop und verbrachte die fast einstündige Fahrt mit dem Film Coffee & Cigarettes (… wie passend …)!
Und dann das übliche Flughafengerammel. Es stank und war für diese Uhrzeit ungewöhnlich voll! Als der Flieger abhob, war es 6.25 englische Zeit.
Soviel dazu.
Im Flieger schlief ich etwas, obwohl ich es eigentlich vermeiden wollte. (Einige peinliche Schnappschüsse zeugen von meiner Angewohnheit, im Sitzen mit offenem Mund zu schlafen...)

Während dieser ganzen Tour dachte ich nicht viel nach. Eigentlich gar nicht.
Heute denk ich mir, dass dies möglicherweise ein Schutzmechanismus war.
Jeder, der mich kennt, und vielleicht auch die, die nur oberflächlich diesen Blog verfolgen, wissen, dass ich Dinge und Ereignisse, sind sie auch noch so klein, simpel und primitiv, stets auf ziemlich emotionale Art und Weise auffasse, verarbeite und selten ignoriere.
Doch was wäre das geworden, hätte ich auf dieser Heimfahrt den extremen Gefühlsschwall verspüren müssen? Die volle Wucht der Tatsache, dass ich im Begriff war, einen Ort zu verlassen, der ein Jahr mein Zu Hause war und es wahrscheinlich so schnell nicht wieder sein wird? Die besonderen Menschen und Orte verlassen zu müssen, die mein Leben nachhaltig geprägt hatten?
Nein, mein Körper und mein Kopf hatten da wahrscheinlich genau richtig reagiert, nämlich gar nicht. Stets dachte ich nur: „Ich fahr Bus.“, „Jetzt nehm ich diesen Bus.“, „Hält der Zug am Stansted Airport?“ und „Welcher Flugsteig?“. Das war’s. Keine emotionalen Höhen und Tiefen.

Und dann – um 9 Uhr deutsche Zeit – landete mein Flieger in Altenburg.
Mein Paps schloss mich in die Arme und fuhr mich nach Hause.
Meine Ma schloss mich in die Arme und wollte mir den neuen Pool zeigen.
Sie zog mich am Arm nach draußen.
Und dort standen sie, alle versammelt. Meine Lieben. Meine lieben, lieben, treuen Lebenskonstanten. Meine Freunde. Mit Plakat und allem drum und dran.
Ich schloss sie in die Arme.
Und so frühstückten wir, so brunchten wir, usw. auf der Wiese, auf Decken im Garten, bis abends um 6.
Ein besseres Willkommen kann man sich nicht vorstellen.

Und jetzt bin ich hier.

Jetzt bin ich hier in Leipzig und nichts hat sich verändert.
Jetzt bin ich hier und hatte die Chance (fast) alle wieder zu sehen.
Jetzt bin ich an der Uni in Halle eingeschrieben.
Jetzt bin ich hier und lebe bis zu Beginn des Studiums zu Hause, was schon arg komisch ist… nach einem Jahr in einer eigenen Wohnung, mit eigenen Regeln und dem bisher größten Maß an Freiheit.
Jetzt bin ich hier und genieße die Anwesenheit meiner Freunde.
Jetzt bin ich hier und vermisse sie alle schon jetzt, sie, die Engländer und die anderen Freiwilligen. Es war ja zu erwarten.

Jetzt bin ich hier und genieße den Sommer. Sitze mit meinem Laptop am Pool auf der Sonnenliege und blinzle trotz Sonnenbrille


(ein ultrascharfes Mitbringsel aus einer nunmehr fernen Stadt), um überhaupt was auf meinem Laptopbildschirm zu erkennen. Nein, ich will diese Sonne und die Ruhe noch genießen. Mal wieder ein vollkommener Moment. Sie sind selten geworden, seitdem ich hier in Deutschland bin, die Momente des vollkommenen Glücks. Es war zu erwarten. Vieles ist bekannt und weniges ist aufregend. Doch es ist schön und trotz dieser Wehmut geht es mir gut, denn schon bald stürze ich mich in ein weiteres Abenteuer.

Dieses Jahr war das Beste, was mir je passieren konnte, und, wie gesagt, ich bin dankbar für jede einzelne Bekanntschaft. Ich hatte ganz schlimme emotionale Tiefs, die ich nicht noch einmal erleben möchte, aber ich hatte auch die wohl beste Zeit meines Lebens.
Und das ist die Art und Weise, wie man die Dinge stets betrachten sollte.
Ich bin reifer geworden, das weiß ich. Ich bin selbstbewusster geworden.
Und bestimmt 5 Kilo schwerer. That’s life.

Ich weiß nicht, was mit diesem Blog passiert, vielleicht schreib ich weiter, vielleicht auch nicht. Guckt immer mal rein, es könnte ja sein, das mein Leben weiter so spannend bleibt. Ansonsten mach ich es spannend - dann eben nur auf dem Papier. Dies ist wenigstens eine Sache, die ich relativ gut kann…

Ich danke euch allen für das Lesen dieses Blogs und hoffe, euch immer mal ein Lächeln auf die Lippen gebracht zu haben.

Freut euch mit mir.

Danke.

Fühlt euch umarmt, auch ihr, die ich fast nicht kenne.

Ein Lächeln.

Eure Maria

Ps: Zum Abschluss noch ein Lied.
Was wär ich in diesem Jahr nur ohne Musik gewesen?
Auch wenn es euch nicht gefällt, freut euch mit mir. Und genießt den Sommer!

One Night Only 'You And Me' from PTE on Vimeo.

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