Dienstag, 25. August 2009

Sightseeing und das Gefühl ein Star zu sein

Oh mein Gott, das war ein Tag. Nein, ich war lange nicht mehr sooo ko!
LONDON war heute angesagt. Und ich hatte mir vorgenommen, ALLEINE an meinem freien Tag, die Parks und Notting Hill zu erkunden – zu Fuß.

Und los ging’s:
(Für meine Verhältnisse) Zeitig Aufstehen war heute Pflicht, denn sonst hätte sich das alles in die Länge gezogen und da ich heute einen Arzttermin habe (Nein, keine Sorge! Ich bin nicht krank – ist nur Kontrolluntersuchung …), wäre das fatal gewesen.


Nach der gewohnten Stunde Busfahrt kam ich also an der Westminster- station an und absolvierte erstmal das übliche Fotografier- programm. Und dann marschierte ich los: Einen wunderbaren Marco-Polo-Reiseführer-Spazierweg (hiermit ein ganz lieber Gruß an Anne-Marlen), der zunächst durch den St. James Park, der dann in den Green Park übergeht und dann selbstverständlich durch den Hyde Park führt. Und was soll ich sagen? Es war ein Traum. Wie man sich diese Parks vorstellt, aber dann irgendwie anders und noch schöner. Und ich hatte auch das Gefühl, dass die ersten beiden Parks vollkommen anders als der Hyde Park waren.
Unglaublich viele Wasservögel auf den Parkseen. Springbrunnen – einer schöner wie der andere. Statuen und Skulpturen – am meisten hab ich mich gefreut, die Peter Pan Statue zu sehen – einfach nur goldig.
Allgemein sieht man so viele Dinge, die man aus Filmen, Bildern, etc. kennt und das hat zumeist noch einmal so einen Extra-WOW-Effekt, einfach aus dem Grund, dass vieles noch schöner ist, als man es sonst über die Medien wahrgenommen hat – weil es LEBT!











Natürlich war dies heute kein regenfreier Tag, aber ich hatte wohlweißlich meinen Regenschirm einstecken und so war das weniger das Problem. Doch der Regen hier allgemein ist schon irgendwie nervig. Er ist zumeist so dünn, dass man sich wirklich fragt, ob man einen Regenschirm braucht. Und dann aber wiederum so dick und kalt, dass man für die paar Tropfen irgendwas zum Trockenbleiben benötigt…

Nach also etwa 2,5 Stunden (by the way DURCHGÄNGIGEM (doch dazu später mehr)) Zu-Fuß-Parkerkunden hatte ich dann Lust und Zeit nach Notting Hill zu marschieren. Und so war ich nach 20 Minuten und einem Schwarzen-Mann-Flirt (*haha*) in einer vollkommen anderen Welt: Zuerst lief ich durch eine Straße, die schon Chepstow Villas hieß und dementsprechend viele dieser Nobelbehausungen enthielt. Wie der 2-h-zuvor-gesehene Graureiher muss ich ausgesehen haben, wie ich da andauernd meinen Kopf gereckt hab, um vielleicht irgendeine berühmte Persönlichkeit in ihrem (Londoner) Zuhause zu erblicken – doch leider ohne Erfolg.


Und dann tat sich die Portobello Road vor mir auf.
Plötzlich stand ich im San Francisco Londons und die um-diese-Uhrzeit-wieder-knallende Sonne verstärkte diesen Eindruck. Und so schlenderte ich diese (für jedes weibliche Wesen gemachte) Einkaufstraße entlang und blieb an so gut wie jedem Geschäft hängen. In einem der ersten Läden bekam ich eine Insekten-Augen-Sonnenbrille für £ 5, auf deren Etikett £ 12 draufstand, und selbstverständlich konnte mir die chinesische Verkäuferin keine Quittung geben (… *schmunzel*).

Und dann gab’s da halt noch dies und das: Postkarten (Ja, einige von euch dürfen sich demnächst freuen.), einen schwarzen Er-Geht-Immer-Schal (Weil ich meinen beim Spaßtag in der Schule verloren hab.), was zu essen (Ein Sandwich und ein Mangosmoothie – alles spottbillig – für Londoner Verhältnisse) und zum Schluss noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk für Papi (Ja, auch du darfst dich demnächst über Post freuen. *haha*). Alles in allem eine (durch die Masse) trotzdem teure Angelegenheit, doch ich bereue Nichts und weiß schon jetzt, dass dies nicht mein letzter Notting Hill – Besuch war!

Die Frage ist nun, wie lange bin ich heute gelaufen? (Ich weiß, die Frage stellt ihr euch nicht, aber eine bessere Überleitung für die beachtliche Stundenzahl fällt mir jetzt nicht ein. ^^) 4,5 Stunden!!! Durchgängiges Laufen. Ok, 2 Loo-breaks, ein 2-minütiges Verweilen an der Peter Pan Statue (Diesen Moment musste ich einfach genießen.) und eine 20-minütige Busfahrtsunterbrechung (Auf die 3-Stunden–durch-den-Park-zurück hatte ich dann doch keine Lust). Gegessen wurde im Gehen. Ja, ich bin auch ziemlich stolz auf mich ;o) und ich bin froh, dass ich doch keine Ballerinas angezogen habe, sondern stattdessen (und jetzt kommt’s) flache Echt-Leder-Stiefeletten. Oh mein Gott, werdet ihr euch fragen – wer zieht im Sommer Stiefel an? Ist die denn bekloppt? – Ähm ja – also nein! DIESE Schuhe sind hier nur momentan total – aber sowas von – angesagt, da musste ich die einfach anziehen! Nun die nächste Frage: Und die kauft sich sowas auch noch? Nein, um Gottes Willen! Es ist aber so, dass eine Freiwillige, die in meiner Wohnung vorher gewohnt hat, einige Sachen dagelassen hat und mir gesagt hat, dass ich mir selbstverständlich nehmen soll, was mir gefällt… naja, und da hab ich mir halt (unter anderem) die Schuhe einverleibt. . .
Allgemein war mein Outfit heute sowas von London-like (Ja, Jungs – ihr dürft runterscrollen). Nun, ich war letzte Woche H&M-Shoppen und habe mir neben einem ultrageilen blauen Pullover-Irgendwas-Ding eine (in Deutschland wäre das für mich undenkbar) Leggins gekauft. Omg, ja – eine Leggins. Und was noch schlimmer ist: Es sieht auch noch einigermaßen gut aus ;) Also hatte ich heute DIE Schuhe, DIE Leggins und ein Ultra-Ausschnitt-Oberteil (das bei den Omis im Park weniger, dabei bei den hippen (männlichen) Notting Hill – Londonern umso besser angekommen ist …) an – plus: eine Kettenzusammenstellung, die ich jetzt öfter tragen werde, weil sie mir einfach mal so richtig gut gefällt. Naja und mit so einem mega-up-to-date Outfit wird man in London fast mit einem Scheiße-hab-ich-was-verpasst-die-sieht-so-aus-als-müsste-man-sie-kennen-Blick angeschaut. (Ok, ich komm ja schon wieder runter von meinem Höhenflug. FAST hab ich gesagt! Gönnt mir doch mal die kleine Freude!)


Und zum Abschluss gab‘s dann noch eine Fotosession an der Westminster Bridge…

Und so bin ich jetzt mega-ko, sitz hier zu Hause (also nicht in Leipzig – ihr wisst schon wo), freu mich und muss in 'ner halben Stunde beim Arzt sein…

Ich hoffe, ihr freut euch mit mir! Lasst’s euch gut gehen und genießt die Sonne – obwohl eigentlich sollte es ja bei euch regnen, wenn ich nicht in Leipzig bin ^^ (Ok, noch so’n Höhentrip – is ja gut, ich hör ja schon auf …)

Viele Küsse und bis bald

Eure Maria

Montag, 17. August 2009

Deutschkontakt

Hello my dear ones!!

Bevor ich anfange endlos loszulabern, erst einmal meine versprochene Auflösung der 3 Indikatoren dafür, dass das Frankmusik-Video ein europäisches – englisches Video ist:
1. Natürlich das bis oben zugeknöpfte Poloshirt (DAS ist englisch)
2. Die Klaviertastatur (DAS ist Europa und seine Kultur, denn Europa besitzt im Gegensatz zu manch anderen Kontinenten eine ausgeprägte Kultur) (Oh, das war jetzt gemein, aber menno es ist doch so)
3. Die Mädchen haben flache Schuhe an (DAS ist Europa und echte Qualität)

Nun, und jetzt wollt ihr alle sicherlich wissen, wie nun die Willkommensparty war:
Mh, wo fang ich da an?

Also es war toll! *haha*

Nun, nachdem ich schnell noch einen Nudelsalat zusammengewurschtelt hatte, machte ich mich am Samstag gegen 5.30 pm (haha, ja englische Uhrzeiten … die gewöhnt man sich so schnell an) auf den Weg nach Erith.
Und nachdem der Weg das letzte Mal 2 Stunden gedauert hatte, war ich stolz nach einer dreiviertel Stunde dort auf der Matte zu stehen.

Es waren noch nicht allzu viele da und ich kannte alle – bis auf einen – den Neuankömmling Daniel aus Deutschland, für den die Feier auch gedacht war.
Wir schnatterten alle ein bissel und veranstalteten einen unausgesprochenen Tisch-Deck-Wettbewerb mit dem Nachbarn (Ja, ich denke wir haben gewonnen.)^^
Und dann ging‘s ans Grillen. Gott sei Dank nicht für mich – ja, ich saß einfach zuuu weit weg, als dass ich mich da hätte beteiligen können. Aber die anderen haben ihre Sache schon gut gemacht und das bissel Schwarz kann man ja abkratzen …


Meine liebe Fem aus der Türkei, die am Montag abreist *heul* und Belle, die Nudel


Mal und Hannah aus Australien


Johanna und Tatiana aus Südamerika (Kolumbien und Costa Rica glaube ich)


Jill und der Ami


Yukimi und die andere kenn ich nicht ... ^^

Und dann trudelten ein paar andere ein, unter anderem 4, die ich nicht kannte, die nicht bei unserem Projekt arbeiten, aber von der gleichen britischen Organisation verschickt wurden, wie wir. (Das erinnert mich an den mal angekündigten Bericht über meine Arbeit und das Bewerbungsverfahren … ja, IRGENDWANN kommt der schon noch!) Und darunter war ein Ami (ein typischer Ami ;o), ein Japaner, ein Halb-Londoner-Halb-Malawinese (Heißen die Einwohner von Malawi so?) und hach – sieh da – ein weiterer Deutscher.
Nun ich könnte euch die beiden Deutschen (der Neuankömmling und ebenjenigen) jetzt ausführlich beschreiben, aber die Gefahr ist einfach zu groß, dass sie das hier lesen. *haha* Deswegen bleibe ich bei diesen allgemein-gehaltenen Aussagen: 2 ausgesprochene freundliche Berliner – ein stiller Städter (Daniel) und ein außerhalb Lebender (Philipp), mit dem ich mich zum Ärger der Anderen mehr auf Deutsch unterhalten habe, als Englisch. (Hach, es tat aber mal wieder gut, hundertprozentig das sagen zu können, was man sagen will.)
Ok, ich denke, meine Beschreibung ist ok, und ich hoffe jetzt, dass sie schmunzeln, wenn sie das lesen. . .


Phil, Daniel und Mitch

Also der weitere Abend verlief mehr oder weniger feuchtfröhlich – nein – Abstürze gab es keine. Und der harte Kern (sprich Hannah, Mitch (der Japaner), Phil und ich) machte sich dann gegen 2 auf den Weg zu Hannahs Wohnung (2 Wohnungen weiter), um dort aus von-der-Feier-Wohnung-mitgenommenen-Kissen ein Matratzenlager zu bauen. Schade, dass ich das nicht fotografiert habe, denn es sah geil aus und man schlief echt gut darin!
Also gegen halb 3 legten Mitch (der übrigens zu unserer Belustigung LEICHT angetrunken war), Phil und ich uns also dort schlafen. – Ich mit der Gewissheit, dass ich in 4,5 Stunden aufstehen muss…
Ja, denn ich musste um 7 raus, weil ich – nicht unüblicherweise – zum Sonntag arbeiten musste.


Auf dem Weg zur Bushaltestelle am nächten Morgen bin ich dann einen wirklich süßen Pfad langgegangen – etwa 12 Minuten – der von Hannah den Abend zuvor The-Rapist-Path getauft wurde (zu Deutsch: Der-Vergewaltiger-Pfad) Ja, sie hat Recht, nachts kann der einem echt Angst machen, aber morgens auf dem Weg zum Bus, wenn die Sonne gerade aufgegangen ist, ist er einfach nur schön gewesen.
Aber dann: Seid ihr schon mal angekatert, ohne Frühstück Bus gefahren – also Londoner Bus gefahren? Puh, das war echt … unangenehm und ich würde euch das keinesfalls weiterempfehlen. (...)

Naja, und gestern – sprich Sonntag – war meine Arbeit aber sowas von toll! (Auch wenn ich mich auf den Weg dorthin erstmal wieder verfahren hatte und ich 'ne halbe Stunde laufen musste…)
DENN: Ich habe einen neuen Lieblingsklienten. Mehr kann ich euch aus Datenschutz- und Privatsphäre-Gründen leider nicht sagen, aber er war sooooooo süß und ich wollte den am Ende gar nicht mehr loslassen. Da war auch der Schlafmangel nicht zu spüren…

Hach, und weil ich gerade so gute Laune habe, hier noch einer meiner momentanen Lieblingslieder: The Temper Trap mit Sweet Disposition. Nun ja, das Video ist hier ‘ne Werbung für die kommende Festivalzeit, und dadurch bin ich auch auf das Lied gekommen. Hach, es ist so toll, und jeder, der mit in Brandenburg war, kann sich vorstellen, warum mich das Lied und diese Werbung immer wieder an diese tolle Zeit dort erinnern.



Ach und jetzt noch ein bevorstehendes Problem: Ich muss zum Friseur. Ha, nur wo? Es gibt ja einige Friseursalons in Woolwich. Ja, aber was will ich mit ‘ner Afrotolle a la Angela Davis? Haha, na mal schauen...

Liebste Grüße
Und ganz viele Küsse an meine Lieben

Eure Maria

Mittwoch, 12. August 2009

Gefühlsmäßige Hoch- und Tiefpunkte

Seid gegrüßt, ihr Sweethearts!

Oh ja, die letzten 2 Tage beinhalten ja sooo vieles, was ich euch erzählen muss. Ja, das heißt, ich kann nicht anders: Es wird wiedermal Zeit für einen Blogeintrag. (Heißt übrigens >das< Blog, danke Neumi! – Aber wer bitte sagt >das< Blog?)

Los geht’s mit einer Eindrucksschilderung, wer will kann auch Männerschilderung sagen, aber das Folgende ist jetzt nicht zwingend am Geschlecht festgemacht.
Nun da steh ich so, wartend, allein, vereinsamt (und eigentlich nichts von dem außer wartend *haha*) an der Bushaltestelle und da kommt ein Bus, der nicht meine ist. Darin sitzt logischerweise (nicht nur) ein Fahrgast. Ja, und den gilt es zunächst zu beschreiben: Ein Punker asiatischer Herkunft. Pilotensonnenbrille. Schwarzer Iro. Etwa 4 bis 5 cm. Die Seiten nur einige Millimeter lang. Ein weißes Hemd. Selbstverständlich bis oben zugeknöpft. DAS ist London.
Dann meine nächste Begegnung: Diesmal sitze ich IM Bus und schaue von oben nach unten auf eine Bushaltestelle. Da steht ein Mann. Ein modischer Bussiness-Jüngling. Kurzhaarschnitt (Yes, it’s back!) Enge schwarze Röhre. Schwarze, flache, spitze Lederstiefel, wie sie hier grad in sind. Eine moderne lila-blaue Jogging-oder-auch-Lauf-Jacke. Selbstverständlich bis oben zugezogen. Auch DAS ist London.
Nun, nein, ich bin keine Mode-Fanatikerin. Ich möchte euch aber London ganz genau beschreiben. Und da die Mode den Lebensstil unterstreicht – da die Mode hier (zumindest teilweise) Lebensstil ist, ist DIE Mode LONDON. (Welch eine Logik… hach, eben blond!)

Ach, und wo wir gerade bei oben zugeknöpft sind: Aus Mangel an Bildern in diesem Blogartikel, habe ich mich, um euch nicht gänzlich mit Worten zu langweilen, dazu entschieden, meine momentanen Musik-Favoriten zu posten.
Hier den Beginn macht Frankmusik – ein (selbstverständlich) Londoner Musiker, mit einem wahnsinnig coolen Lied und einem nochmal so geilem Video, das 3 Indikatoren für die Tatsache beinhaltet, dass dies ein europäisches, bzw. englisches Video ist. (Guckt’s euch erstmal an – die Lösung gibt’s im nächsten Eintrag!)



Nun zu einem zunächst angenehmen und dann totally beklopptem Erlebnis:
Das ist schon merkwürdig. Da steht man an der Bushaltestelle. Die Kerle, die mit dem Auto vorbeifahren, pfeifen einem hinterher (soviel zum angenehmen Teil).
Aber habt ihr schon mal Klopapier kaufen müssen?
Da sind ja Tampons angenehmer und vor allem handlicher!
Aber habt ihr schon mal mit ‘ner Packung Klopapier durch die Kante rennen müssen?
Nicht nur, dass das extrem unhandlich ist, sondern dass einen alle angucken wie als wär man vom Mond…
Flirtfaktor unter der Bedingung A (A=1Packung Klopapier unterm Arm) = NULL! (Jaja... Mathe...)
Aber wenn’s eben alle ist…

So, und nun zu einem Highlight bzw. schlimmsten Moment meiner bisherigen Zeit hier.
Ich hab heute frei und mir gestern daher gedacht, dass es sich gut machen würde, abends nach der Arbeit irgendetwas zu unternehmen. Nun nach einigen SMS und Telefonaten und Facebook-Unterhaltungen war ich dann so weit, dass ich mich um 9 auf den Weg nach Erith machte, um ein paar andere Freiwillige zu besuchen und letztendlich auch dort zu schlafen (ein Zimmer war frei), weil ich mich um die Uhrzeit nicht wieder in die Assigegend hier traute.
Das Internet hatte mir schön die Rute berechnet und die Buslinien ausgespuckt und ich stieg nach ‘ner halben Stunde dort aus, wo ich sollte.

OMG – Mama, ich hab echt überlegt, ob ich das reinstelle. Unschön. Gefährlich. Gänzlich nicht gut. Aber was soll’s?

Denn dort wo ich ausstieg, war irgendwo am Arsch der Welt.
Nun, zunächst irrte ich durch die Straßen – es wurde langsam dunkel. Doch keine der Straßennamen sagte mir etwas, obwohl ich eine Karte der Gegend in der Hand hielt. Dann kam ich an 2 Kerlen vorbei. Lief schnell weiter. Ja, ich bin ein Mädchen – es ist Nacht – da macht man sich so seine Gedanken.
Doch, ich hatte keine Wahl. Ich hatte keinen Plan, wo ich war.
Ich kehrte um und sprach sie an. Wie sich letztendlich herausstelle, waren sie beide 19 und hingen diesen Abend einfach an ihrem Auto in ihrer Gegend rum. Nein, sie sahen NICHT gefährlich aus.
Letztendlich konnten sie mir sagen, dass ich ganz woanders war, als ich eigentlich sein wollte. Dann telefonierte ich mit einer der Freiwilligen und ihre Aussagen waren nur bedingt hilfreich. Ich wusste aber letztendlich durch die Hilfe der Jungs und durch das Telefonat, dass ich zunächst zu einem bestimmten Einkaufszentrum muss, und dazu eine gewisse Buslinie nehmen musste. Sie boten mir auch an, mich dort hinzufahren, doch ich lehnte ab (… ja, lest weiter). Ich machte mich auf den Weg zu der Bushaltestelle und sah den Bus wegfahren.
Nein, ich habe noch nie so viel geflucht. Ich war den Tränen nahe. Das Leben, Londoner Transport, alles hat mich in diesem Moment so angekotzt.
Ich ging dann zu der Bushaltestelle, um zu guter letzt auch noch festzustellen, dass der nächste Bus in einer halben Stunde kommen würde – um 11!!!
Alter, ich war verzweifelt, nahm’s letztendlich aber mit Humor. Scheiße, ich saß fest.

Und dann: Meine Rettung. Die 2 Jungs im Auto. „…We can give you a lift to Bexleyheath Shopping Centre!“
Ja, was macht man da? Ich sagte ihnen, dass ich es schon komisch fänden würde, mit Wildfremden mitzufahren.
Doch, naja.

Bauchgefühl.

Ich tat’s.
Mama, ich hoffe du fällst jetzt nicht in Ohnmacht!
Nun, ich rief vorher nochmal eine Freiwillige an und hielt mein Handy die ganze Zeit in der Hand.
Gott, hatte ich ein Schiss, aber sie stellten sich als außerordentlich freundlich heraus und hätten mich noch sonstwohin gefahren, aber ich wollte zu der Bushaltestelle am Shopping Centre. Von dort konnte ich einen Bus nehmen, mit dem ich nach ‘ner viertel Stunde an der Unterkunft der Freiwilligen ankam.
Ein 2-stündiger Horrortrip, aber ich lebe.

Der Abend war wirklich noch sehr lustig, da auch noch andere Freiwillige da waren – wir waren somit zu fünft. Und ich hatte ja was zu erzählen…
Als die anderen dann gegangen waren und sich die beiden Bewohnerinnen der Wohnung (Freiwillige) dann auch zurückgezogen hatten, schaute ich noch das Oasis-Konzert in Manchester im Fernsehen zu Ende … *Wonderwall* … und ging dann gegen 3 ins Bett.

Auf meinem heutigen Weg, bzw. meiner Fahrt nach Hause (die selbstverständlich diesmal besser geplant wurde) war dies mein Soundtrack: (Eigentlich in einer Orchesterversion auf dem Soundtrack von Oceans Eleven, aber ich lege euch hiermit eine Version dieses fantastischen Geigers ans Herz…)



Ja, das war viel für heute,

Aber im Sinne dieses traumhaften Finales dieses dritten Satzes der Suite bergamasque verabschiede ich mich heute von euch und wünsche euch noch einen fabelhaften Tag!

Eure Maria

Montag, 10. August 2009

The red one, please!

Hallo ihr Lieben, Verliebten, Geliebten und Liebenden.
Keine Angst, ich seh die Welt grad nicht durch eine rosarote Brille. Bin nur momentan verdammt gut drauf und möchte euch selbstverständlich daran teilhaben lassen, wenn ihr schon nicht hier sein könnt!

Nun, was gibt es Neues?
Ja, ich hab schon so einige Male arbeiten müssen und es ist echt hart, anspruchsvoll und – damn – ja, anstrengend! So einige Male war ich nach einem Arbeitstag nicht nur physisch, sondern auch psychisch fertig, aber ich bin davon überzeugt, dass sich das zwar nicht ändert, ich in der Zeit hier aber lerne, damit umzugehen.
Und wenn’s dann mal wieder zu viel wird, hör ich auf zuzuhören und lausche stattdessen (Das ist doch irgendein Stilmittel, oder? Jaja... Deutsch-Leistungskurs) nur noch dem unverschämt geilen Akzent. Dann lächle ich. Und dann geht’s. ^^
Ich bin sicher, dass demnächst auch irgendwann nochmal ein genauerer Bericht über meine Arbeit kommen wird, aber nicht jetzt, nicht heute und mit Sicherheit auch nicht morgen! Aber ich weiß ja, dass meine Leserschaft (das klingt toll… auch wenn’s nur 1 Leser wär, würde ich ihn Leserschaft nennen…) teilweise nicht zu hundertprozentig weiß, was ich hier eigentlich treibe!


Wo mach ich weiter?
Oh. Ja, oh… Ich habe gesündigt! Ich habe sie… Ja, sie… die ROTE TASCHE. Ich habe nicht gespart, wie ich es mir vorgenommen hatte, aber war gestern halt dort nochmal auf dem Greenwich Market und da war sie. Und ich hatte solche Angst, das dies das letzte Mal sein wird, dass ich sie sehe. Nein, das hätte ich nicht verkraftet. Und so kaufte ich sie. Für verdammte 45 £.
Nun und jetzt, wo ich sie habe. Ja, da fragt ihr euch sicher, wie das ist! (Ok, nicht alle, aber 90 Prozent meiner weiblichen Leser mit Sicherheit! Dann scrollt halt runter, ihr Uninteressierten!)
Nun, diese Tasche hat eine Seele! Sie ist eitel, mutig, elegant, sportlich und … eigenwillig. Aber gerade deswegen musste ich sie haben und ich bin mir sicher, dass unsere Beziehung eine enge sein wird!
ROT ist die Farbe meines Sommers und meines Jahres im >amazing< London.
(Und da diese Tasche nicht meine einzige, bisherige englische Anschaffung war, hier noch ein Bild des Restes + der ROTEN TASCHE.)


Ah, und dann noch ein gestriges Erlebnis, ja, ein Erlebnis, ein Novum: Ich habe gekocht (Jaja, ich weiß, dass ich schon mal gekocht habe. - Hört doch erstmal zu Ende zu!) und zwar (für mich) sehr aufwendig und frisch und lecker. Ha, naja, wer mich kennt, weiß, dass ich nicht die Superköchin bin. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen nach dem Abi noch so einiges von Mama zu lernen, aber dazu ist es irgendwie nicht gekommen! (…)


Und deswegen, bin ich sehr stolz darauf, euch sagen zu können, dass ich ganz alleine, nur mit frischen Zutaten und etwa mit einer Stunde Bearbeitungszeit (heißt das dann so?) eine verdammt leckere Nudel-Pilz-Pfanne hergezaubert habe!
Oh, ja… und es war soooo lecker.
Nun, nachdem ich so manches Gericht hier verkackt hab, bin ich jetzt verdammt stolz auf mich! Ihr hättet mich da gestern sehen müssen, wie ich durch die Küche und Wohnung getänzelt bin! Ja, das ist schon toll!

Weitere berichtenswerte Kleinigkeiten sind, dass ich heute einen Bibliotheksausweis erworben habe… für nischt – ja, das is hier kostenlos. Und da habe ich gleich in der Notenabteilung nachgeschaut und siehe da: Ha, ich konnte es kaum glauben. Mein Herz machte einen Sprung. Die Noten von Sittin‘ on the Dock of the Bay von Otis Redding! Nachträglich besitze ich nun diese Noten. Gut, das sagt jetzt einigen so gar nichts, aber allen etwas, die auf dem Abiball waren. Hach, und Maria ist jetzt glücklich! Sobald die Möglichkeit besteht, werde ich sie mir kopieren. *freu*


Hier nun noch ein Bild von einem fantastischen Paket, das vor 2 Tagen angekommen ist: Ein Paket von zu Hause. Wie ein Westpaket. Eingepackt von mir. Und liebevoll von meinen Eltern mit einigen weiteren, nützlichen und süßen Dingen bestückt. (Vielen Dank, ihr Lieben!) So sweet! Ich hab mich gefreut, wie ein kleines Kind! Und erst das Auspacken, das war eine Freude. Jedes Inhaltsstück wurde zweimal umgedreht! Also Pakete und Briefe sind wirklich gern gesehen ... (Ein-Wink-Mit-Dem-Zaunpfahl *haha*).

Nun, am Samstag findet eine Willkommensparty für mich und einen anderen Freiwilligen statt, der diese Woche kommt, und ich bin schon ganz aufgeregt… Ich werde sie kennen lernen – die ganzen anderen Freiwilligen!

In Spannung, Vorfreude und mit ganz viel guter Laune, die die Briten jetzt genießen dürfen

Verabschiedet sich für heute

Eure Maria

Donnerstag, 6. August 2009

LONDON


Very einfallslos diese Überschrift, aber was Kreativeres fällt mir im Moment nicht ein – und die Hauptaussage kommt ja durch: Yeah, I was in London!


Nun wo fang ich an?
Ok, da war zuerst der heutige Morgen:
Ich fleißiges Bienchen steh um 8 Uhr auf, obwohl ich heute frei hatte, um meine Wohnung sauber zu machen – denn: Mein Supervisor (Mentor im Projekt, whatever) wollte mir 12 Uhr einen Besuch abstatten und da diese Frau (oh hoffentlich liest sie das nicht) eine kleine Hexe ist… ja, wollte ich ihr keinen Grund zur Beanstandung geben. Somit hab ich: die Küche zweimal gewischt, die Küche aufgeräumt, das Wohnzimmer und den Flur gesaugt, im Wohnzimmer Staub gewischt, oben den Flur gesaugt, mein Zimmer aufgeräumt, mein Zimmer gesaugt, die Bäder grob sauber gemacht und sie dann gewischt. (Für alle, die noch keinen Skype-Rundgang bekommen haben: Ein Bad ist zwei und das andere 4 Quadratmeter groß, eins Klo das andere Waschbecken und Badewanne). Toll, ne? Also ich fand mich auch ziemlich cool… NUR DANN taucht die Tante nicht auf… ahhh, ich mach mir hier
‘nen übelsten Kopf und die kommt nicht.
Nun ja und da ich mich mit Belle halb 2 in London verabredet hatte, bin ich dann nach ‘ner-dreiviertel-Stunde-auf-Madame-Warten mit einem komischen Gefühl mit dem Bus (eine Stunde etwa) nach London gefahren…

Hach, und es war toll.
Nach und nach tat sich die City auf und so auch der städtische Verkehr. Ich sag euch, es ist keine Freude bei etwa 30 Grad in praller Sonne hinter einer Glasscheibe eines STEHENDEN, roten Doppeldeckerbusses in der oberen Etage zu sitzen!!!


Und dann: Ganz plötzlich, totally unerwartet tat sich alles vor mir auf:
Das erste, was ich beim Mit-dem-Bus-um-die-Ecke-Biegen sah, war der BIG BEN, dann the HOUSE OF PARLIAMENT und beim Fahren über die Themse sogar noch das LONDON EYE.

Und damit bestätigt sich, was man in einigen, schlauen Reiseführern sehen kann: Don’t take such a silly and expensive sight-seeing-bus – rather take a usual one. (Omg, das macht mir Angst…. So viel Englisch in einem deutschen Text. Es tut mir leid, für alle, die das nicht verstehen! Tja, kaum ist man 6 Tage hier…)









Ok, wo mach ich weiter?
Ah, Belle und ich wollten uns dann am Trafalgar Square treffen und nach einigen Telefonaten fanden wir uns auch irgendwo. Ja, Belle mit ihrer großen Brille und bei ihr: Youna, meine andere Lieblingskoreanerin!
Später trafen wir dann noch 2 andere Freiwillige: Karen und Rubeca…. Fragt mich jetzt nicht, wo die her sind! Das einzige, was ich euch dazu sagen kann ist: Asien.

Nachdem wir etwas planlos durch die Stadt gesteuert waren, bekamen wir vom vielen Reden Durst und entschlossen uns dazu eine geeignete Trinkgelegenheit aufzusuchen. Tja, leichter gesagt als getan: Erst waren irgendwo keine Sitzgelegenheiten, dann alle Plätze besetzt, dann kamen wir in einen Pub, wo uns alle ansahen, als seien wir eine ausgestorbene, aber leider nicht mehr benötigte Tierart (ich schätze, das war einer dieser berüchtigten Sport-Pubs, wo eine eingestammte (Männer-)Community Zutritt hat und alle anderen nicht gerne gesehen sind) und zum Schluss fanden wir noch eine Bar, wo Youna und ich uns einen Cocktail für 5 Pfund und 75 Pence teilten … ha, und da denkt man, man bekommt einen Cocktail. Also ein Cocktail war das schon, und er war auch außerordentlich lecker, nur wohl eher ein Tomatensaftglas voll! Eben London!


Hach, und auch da schnatterten wir ein bisschen und ich eher abseits des Gespräches (ja, man glaubt es kaum) war damit beschäftigt Leute, die draußen langflanierten, zu beobachten:
Und es stimmt wirklich, es ist wirklich wahr, man hat Recht: Londoner sind VERDAMMT COOL! Man muss natürlich vorher unterscheiden zwischen Tourist und Einheimischem, aber das ist einfach: Guckt er rum und ist dumm, ist es ein Fremder, guckt er runter, schick und munter, ist es ein Kenn‘nder! (Hab ich mir grad selber ausgedacht *haha*)! Nun, und damit zu den Londonern: Ja, die sind toll! Ach, ich weiß gar nicht, wie ich das beschreiben soll, aber schon der Style…
Die trauen sich einfach was. Dann diese gewisse Arroganz – eben städtisch, aber nicht zu sehr. Auf dem Boden geblieben. Teilweise undergroundmäßig alternativ. Models. Toll.
Es war also eine Freude sich letztendlich, nach den Drinks unter ebenjene zu mischen.

Aber mit den ganzen Touristen… ja, das ist schon irgendwie nervig, aber was will man machen? Den geht es auch bloß so wie mir!


Ich habe heute so im Allgemeinen kein Sightseeing betrieben, wir waren zwar noch am Piccadilly-Circus (auf dessen Weg es wieder mal wie aus Eimern goss…), aber mir ging es heute um das London-Feeling. Die Atmosphäre. Die Leute.
Sightseeing kann ich dann immer noch machen! Und wie erwähnt: Das war es wert. Das Flair ist einmalig.

Auf der Heimfahrt habe ich festgestellt, dass die Tatsache, dass ich mit dem Bus fuhr, noch so einige Vorteile hatte, denn ich hätte auch die Möglichkeit mit dem Zug (sehr viel schneller) nach Hause zu kommen.
ABER der Zug kostet erstens was (und der Bus für mich nicht) und zweitens: Das Herein- und Herausfahren in die Stadt dient hervorragend zur Vorbereitung und zum Ausklingen eines Londontrips. Nach und nach kommt man zunächst näher an London heran und vom Vorstadtflair rein ins Stadtvergnügen benötigt es eben einige Zeit. Und genauso auf dem Nachhauseweg: Der Trip endet nicht abrupt im Untergrund, sondern bekommt die Chance auszuklingen, indem man sich nach und nach mehr von ihr entfernt und diese Veränderung aber auch beobachten kann.

Ok, nach diesem pseudo-intellektuell-Gequatsche noch ein Wort, das meinen momentan größten Wunsch beschreibt: Ich brauch ein Bier!

In diesem Sinne,
Tschüssi meine Lieben

Eure Maria

Dienstag, 4. August 2009

Begegnungen

Nun bin ich jetzt schon ein paar Tage hier und es gibt wieder so Vieles zu erzählen.
Viele so kleine Dinge, die kaum ausdrückbar (ok, das Wort gibt’s nicht … mhh … then I choose:) in Worte zu fassen sind!
Aber ich versuch’s trotzdem – auch wenn man das eigentlich sehen muss!


Nun, gestern war ich das erste Mal an der Themse! Und die Aussicht war klasse.
Ein kleiner Für-Radfahrer-Und-Fußgänger-Weg führt die Themse entlang und ich nehme an, dass man von hier aus bis zur London Bridge joggen könnte, auch wenn das dann so an die 2 Stunden dauern würde!
Woraus man schließen kann, das ihr VON MIR leider keine Bilder einer solchen Ich-Renne-Wie-Eine-Bekloppte-Die-Themse-Entlang-Bilder sehen werdet! *hehe* (Aber ich hoffe, euch mit dem Bild hier zufriedenstellen zu können.)

Als ich dann gestern von meinem einstündigen, nein das ist übertrieben, meinem dreiviertelstündigen Ausflug zurück kam, kam auch Lars dann bald nach Hause, der heute Nacht abgereist ist (und ich bin jetzt allein) und ich musste in Papierkram versinken… ja, es war zum Verzweifeln, aber heute geht’s mir wieder gut und ich teile mir das ab jetzt ein…

Wo mach ich jetzt weiter?
Ja, wie gesagt, das sind so viele kleine Dinge…
Ahh, die Männer!!! (Alle Jungs sollten diesen Artikel überspringen!)
Man sagt ja von den Briten, sie seien nicht die Schönsten.
Ja, ich persönlich weiß nicht, ob ich dieser Aussage zustimmen kann, denn, ja … , England hat doch so Einiges männertechnisch zu bieten!
Da wäre da zunächst mein Nachbar, der gestern Nachmittag seinen schokoladenbraunen, perfekt geformten Oberkörper vor mir im Flur entblößte! Tja, sind schon strange people, those Britons.
Ha, und da wäre da noch heute Morgen im Bus dieser ebenfalls Schwarzäugige, Schwarzhäutige (hiermit Gruß an Familie Martin) mit seinem Sohn oder Bruder … no idea. Joah… ne Sahneschnitte… und dann dieser Akzent! ^^
Und dann an der Bushaltestelle: Da treff ich doch glatt den nächsten David Beckham! Ach, wäre ich nur noch einmal 13 oder 14 (so alt war er) …! Ich bin mir sicher, alle Mädels werden diesem Jungen zu Füßen liegen ... mit seinem sportlichen Äußeren und seinen fantastischen roten Lippen!
Aber ich denke, ich werde mir in meiner Zeit hier noch ein genaueres Bild der britischen Männerwelt verschaffen können!

Ok, dann machen wir am Besten weiter mit den Begegnungen, die ich ebenfalls heute machen durfte: ANDERE Freiwillige!!
Zuerst beäugen konnten wir uns im „training“ im Büro des Projektes, für das ich arbeite.
Da wäre da zunächst die schüchterne Jill, die gestern aus Taiwan angereist ist und dementsprechend müde war. Sie ist extrem ruhig und klein für ihre 25 Jahre und hat eine wahnsinnig hohe Stimme, aber man schließt sie sofort ins Herz.
Dann ist da die 21-jährige Youna aus Südkorea, mit der ich mich prommt super verstand. Ich denke, wir werden zusammen noch einigen Spaß haben.
Nun, dann war da noch Luke aus Leicester, der sich Simo nennt. Ein Punker, oder keiner – egal – er sieht zumindest so aus und nuschelt so einiges in seinem Nordenglisch vor sich hin, aber er ist schon sympathisch, auch wenn er es heute schwer hatte, mit den ganzen Mädels.
Und zuletzt war da noch eine weitere 24-jährige Koreanerin, die sich selbst Belle nennt, weil keiner ihren Namen aussprechen könnte. Das is‘ mal ‘ne Nudel!
Übelste Schuhe hat die, und dann diese absolut geile Brille… und dann nickt die beim Reden. Die ist einfach nicht ruhig zu stellen … ein richtiges Energiebündel!
Und ich kann noch nicht sagen, ob mir das auf die Nerven geht oder ob sie das für mich sympathisch macht! Wir werden sehen, am Donnerstag machen wir zwei und noch ne Freundin von ihr London unsicher!

Nachdem wir dann Training hatten sollten wir zusammen was essen gehen, um uns besser kennen zu lernen!
Und wo gehen wir hin?
In ein Fish&Chips-Laden!
Ja, man muss das ja ausprobieren, aber Maria probiert eben nicht Fish&Chips sondern was absolut Abartiges: Panierte, warme Thunfischpastete mit Chips. Wuah….. Und Maria gibt ja nicht gerne zu, dass sie’s verkackt hat (Habt ihr festgestellt, dass ich bei solchen Situationen gerne von mir in der 3ten Person rede?) … also quält sie sich das mit einem zaghaften Lächeln vollständig rein! Aber ok, ich weiß jetzt, was ich nie wieder essen werde und man muss einiges ausprobieren, um Dinge am britischen Essen zu finden (die es mit Sicherheit gibt), die schmecken!

Nun, danach war noch bissel was im Büro zu erledigen und Belle, Youna und Luke sind voraus zu Belles und Jills Wohnung gegangen… Jill und ich kamen dann nach. Ja, das war ganz interessant, aber ich finde unsere Wohnung schöner… aber es war lustig und es heißt hier eben Kontakte-knüpfen-was-geht!!!

Gut, das war viel für heute, ach nein ich hab was vergessen:
Ein Bild, das ich nur beschreiben kann, ich nicht fotografiert habe, eigentlich gesehen werden muss, aber erwähnt werden sollte:
Beim Busfahren. Ein Junge. Sein Freund. Beide etwa 9 Jahre alt. Rabenschwarz. Und weiß wie Schnee. Ein wunderschönes Bild.
Das ist London. So sollte es sein. Überall auf der Welt.
Both together as it was normal all over the world.
So manches Land könnte sich da einen Scheibe abschneiden.
Denkt drüber nach und lächelt, wie ich, über dieses grandiose Bild, das so normal erscheint und doch leider noch nichts dergleichen ist.

Ganz viele Küsse an die Zurückgebliebenen ^^

Bis demnächst.

Sonntag, 2. August 2009

Next day, next journey


Mein heutiger Tag begann so: Ich wurde von der Sonne geweckt! Hach ist das toll, am nächsten Tag ließ sich die Aussicht gleich nochmal genießen…
Ich stieg also von meinem Doppelstockbett, öffnete das Fenster und siehe da… auch in dieser Assi-Gegend (Ja, nach Aussage meines Mitbewohners ist das eine Assi-Gegend.) haben sich Schwalben über meinem Fenster unter dem Dach ein Nest gebaut. Ich schaute also nach oben und eine Mini-Schwalbe lugte über den Nestrand zu mir nach unten!

Nachdem ich mich dann fertig gemacht hatte und Lars und ich gefrühstückt hatten, gingen wir eine Buskarte kaufen und fuhren wir nach Greenwich (Ich hab's, bis ich hier war, auch immer falsch ausgesprochen: Nicht „Grienwitsch“, auch nicht „Grienitsch“ (wie ich dachte), sondern „Grenitsch“ … und immer schön das ‚r‘ rollen!). Dort hat mich Lars dann mir selbst überlassen und ich machte mich auf die Suche nach einem mysteriösen Orange-Shop, wo ich eine Handykarte kaufen wollte. Tja, Greenwich ist zwar nicht groß, aber voll mit Geschäften, die ich alle nicht kannte (übrigens auch ein paar zuckersüße Antiquitätengeschäfte, wie im Film… hab mich aber nicht getraut zu fragen, ob ich die mal fotografieren darf ^^).
Also fragte ich etwa 5 Leute, die alle keine Ahnung hatten und letztendlich fand ich das Geschäft „on my own“.
Dort durfte ich dann für 9,50 £ ein Handy kaufen, weil die Sim-Karten auf deutschen Handys irgendwie nicht funktionieren… fragt nicht, naja, jetzt hab ich noch ein neues Handy und das alte neue Handy wird wenigstens geschont (Mach dir keine Sorgen, Papa, das war also nicht umsonst – außerdem macht das tolle Handybilder (siehe vorheriger Artikel - alle Bilder mit Handy gemacht)).


Nun, dann kam ich am Greenwich Market vorbei … und konnte es nicht lassen … ich musste da rein: Ein überdachter Markt ähnlich, wie Barcelona, nur nicht so groß, und nicht mit so viel Essbarem. Ach, und da gerät man wirklich ins Schwärmen… das erste, was mir unter die Finger kam, war eine knallrote Ledertasche. *seufz* Stand kein Preis dran, schätze aber so, wie die anderen drumrum, 55 £… ich ließ es also sein und nahm mir vor „Ab heute sparst du für diese >amazing< Tasche!“. Dann ein rotes Portemonee für 8 £, aber auch diesen Kauf ließ ich erstmal sein, kann ja nicht alles Geld auf einmal ausgeben und muss ja sparen!
Aber dann: Ein wunderschöner roter Pashmina-Schal, für in-Deutschland-undenkbare 3 £. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Genauso, wie die 2 Paar Ohrringe für jeweils 1 £, die ich während meiner Orange-Shop-Suche auf einem Flohmarkt entdeckte!


Ok, und damit ich jetzt alle männlichen Leser nicht allzu langweile, komme ich zum nächsten Highlight meines heutigen Trips: Der Greenwich Park. Ein Bild von einem Park, traumhaft, einfach nur, hach, ich kann das gar nicht beschreiben. Schon wegen solchen Parks bin ich nach England gegangen. Dort steht auch das berühmte National Maritime Museum.


Nun, und dort verweilte ich eine Weile (… das klingt lustig), um meine bisherigen Errungenschaften zu betrachten und einen Einkaufszettel zu schreiben. Denn, jaaaa, ich musste noch einkaufen gehen!!! Und zwar ganz für mich alleine. Aber eins nach dem anderen.
Ich suchte also eine Busstation, womit ich zu dem Supermarkt fahren wollte, den mir Lars vormittags gezeigt hatte, doch ha, wie hieß der nochmal und wie hieß die Haltestelle, wo ich aussteigen sollte? (Zum Glück: die Busnummern wusste ich noch) Aber, Maria weiß sich ja zu helfen und wie auch im letzten Artikel – sie ist nicht auf den Mund gefallen. So war meine heutige britische Begegnung ein älteres Ehepaar aus Greenwich, das deutsche Nachbarn hat, einen Mittagsausflug machte und sich hilfsbereit dazu bereit erklärte, mir zu zeigen, wo der Markt ist (der übrigens ASDA hieß) und wo ich aussteigen muss. Und wieder unterhielt ich mich, mit total freundlichen Menschen…

Und dann ging’s einkaufen. Zum ersten Mal – komplett für mich alleine und das mit sehr wenig Geld:
Und was kam dabei raus? Ja, Maria ist sparsam – ein Einkauf für 15 Pfund. Und dafür bekam ich:
- Möhren
- Äpfel
- Milch
- Apfelsaft
- Knäckebrot
- Dosentomaten
- Toastbrot
- Studentenfutter
- Pfirsichjoghurt
- Tee (2 Packungen)
- Naturjoghurt
- Käse
- Wurst
- Mineralwasser
- Frischkäse
- Reiswaffeln
- Nutella
- Nudelsauce
Toll, ne? Ja, ich fand mich auch toll!

Nur der Weg nach Hause war dann ziemlich beschwerlich: Ich glaube ich wiege heute ein Kilo mehr, durch die dazugewonnenen Armmuskeln! Denn schon beim Einsteigen in den Bus, riss mir die verdammte Papiertüte und ich durfte das Zeug so irgendwie in meine Handtasche stopfen bzw. irgendwie so tragen… Toll, ich war froh, als ich also zu Hause ankam und die Füße hochlegen konnte.
Ja, und nun sitze ich hier und genieße die Freizeit. Mal schauen, was der morgige Tag so bringt, denn morgen muss ich zum ersten Mal in das Büro des Projektes…

Leute, ich vermiss euch, aber die Aufregung des heutigen Tages, überdeckt dies ein wenig, sodass ich nicht vollständig in die Melancholie verfalle.

Weiteres demnächst!

Tschüssi und
Bis bald!

I've never been to England before...

Das war ja mal ein guter Start!


Der Tag der Ab- bzw. Anreise war der 1. August und gegen 16.55 sollte meine Flieger gehen… Nun ja, Tränen am Flughafen, (war abzusehen, aber ich hab mich ziemlich schnell wieder erholt). Und dann kam die Durchsage, der Flieger hat 1 Stunde Verspätung – na toll! Ok, eine Stunde warten (ohne Essen und Trinken, weil ich nicht mal Euros einstecken hatte).
Dann kam er und ich saß, dank Papis Priority-Buchung als eine der ersten endlich im Flieger – erste Reihe Fensterplatz!
Der Flieger startete und der sich auftuende Himmel war Zuckerwatte für die Seele…


Dann: Das erste, was ich von GB sah, waren dicke Regenwolken und das zweite wunderschöne Felderlandschaft (ok, sowas gibt’s auch in DE) aber nicht diese grandiosen Landhäuser dazu.
Nun, wir kamen 18:40 an, obwohl 17:35 geplant war. Da konnten wir aber noch lange nicht aussteigen, NEIN, die Tür zum Terminal war noch nicht offen, also standen alle dicht gedrängt in Jacken mit Handgepäck (ich plus Schirm) im Flugzeug und das so etwa 20 Minuten. Dann konnten wir raus und mein Schirm erfüllte prommt seinen Zweck… (Man muss dazu sagen, dass in Deutschland beim Abflug etwa 27 Grad herrschten.)
Dann eine Hetze durch den Flughafen, aber mit einer ortskundigen, deutschen Studentin, die im Flugzeug neben mir stand. Ok, nun wollten wir alle unser Gepäck, doch auch das ließ auf sich warten und so etwa 20 Uhr nach einer dreiviertel Stunde Warterei bekamen wir es endlich.
Ich setzte mich dann sogleich in Bewegung zu den Zügen zu gelangen, kaufte ein Ticket für 21,20 £.


Der Zug fuhr 20:30 ab und ein traumhafter Sonnenuntergang (die hier immer so sein sollen) entschädigte für die ganzen Strapazen des Tages.
Aber nein, ich hatte ja noch eine 1,5-stündige Reise vor mir: Umsteigen in Liverpool Street in die tube, dann wieder Umsteigen in eine andere tube und dann zuletzt an der Station London Bridge Umsteigen in einen weiteren Zug.
Aber dieses ganze Umgesteige im Londoner Untergrund, das hatte schon was, denn was man dort sieht, ist logischerweise ein Querschnitt der ganzen Londoner Bevölkerung und da ist wirklich für jeden was dabei. Ella, mein Fashion-Victim, du hättest hier deine wahre Freude gehabt. Dann Männer mit Hut (*seufz*) … ziemlich heiß, das muss ich ja mal sagen. Und haufenweise Inderinnen mit bunten Saris. Und dann solche die schon Szene-mäßig aussahen - jeder Alternative-Fan hätte hier echt Spaß gehabt. Ja, also ich könnte hier endlos weitermachen…
In meinem letzten Zug, und das muss hier jetzt noch erwähnt werden, traf ich wie sollte es anders sein, auf eine (typisch London!) ziemlich schräge Frau: Mit grünem Glitzer im Gesicht und einem Bunte-Federn-Rücken-Trage-Dings in der Hand (ja, sorry kann das jetzt nicht anders beschreiben) kam die in die U-Bahn.
Und ich bin ja nicht auf den Mund gefallen.
Was macht Maria? Ja, die quatscht sie an: Und sie erzählte mir, dass sie gerade von einer Samba-Karneval-Irgendwas-Vorstellung käme und ihre Truppe letzte Woche sogar in Deutschland war (sie war aber nicht mit). Und dann erzählte sie auch noch von ihrer besten Freundin, die Stuttgarterin sein und jetzt einen Kanadier heirate – in London. Hach, strange people – das ist mein Metier (danke, Max).
Well, dann kam ich zur letzten Station, wo mich Lars, mein Mitbewohner für die nächsten 2 Tage, abholte. Er ist schon ein Jahr hier und reist bald ab. Als wir zu Hause ankamen, gab er mir eine kurze Einführung, aber dann hatte ich gegen halb 1 auch das dringende Bedürfnis ins Bett zu gehen. Ein Hochbett wohlbemerkt und die Aussichtaus dem Fenster ist BOMBIG! Ein Blick auf das Londoner Bankenviertel (beleuchtete Wolkenkratzer und davor süße Reihenhäuser!).
Ja, das war ein aufregender erster Tag, das muss ich schon sagen!
Bin froh, gut angekommen zu sein und freue mich, auf die nächste Zeit!

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