Trotz der Tatsache, dass ich hier grade im übelsten Rotz und Beinahe-Fieber auf meiner Couch sitze und jede Haltung irgendwie unbequem ist (Ja, ich bin krank!), lässt es mein schlechtes Gewissen nicht zu, euch weitere 2 Wochen auf einen Blogartikel warten zu lassen, daher hier ein weiterer Bericht aus meinem Leben im Land der höflichen Tee-Trinker:
Wieder ist ein Monat vergangen (Ja, die Zeit scheint hier in scheinbarer Lichtgeschwindigkeit zu vergehen…) und damit wird wieder ein Monatsbericht (mir ist immer noch kein passender Begriff eingefallen!) fällig:
Nach zwei Monaten weiß ich:
- dass ich mittlerweile schon einen Punkt revidieren muss: Es gibt auch 1£-Shops (Danke, Phil!)
- dass es die Bezeichnung „Grüner Daumen“ auch im Englischen gibt – „green thumb“
- dass die Phrase „Nonetheless they provide a useful starting point in thinking about…“ definitiv auf den 12 Seiten Englisch-LK-Oral-Exam-Phrases fehlte
- dass Mandarinen, Clementinen und Orangen hier ohne jeweilige Unterscheidung als "oranges" bezeichnet werden [GEÄNDERT - am ersten des Monats, an dem meine Mutter Geburtstag hat - um ... keine Ahnung, etwa eine halbe Stunde nach der Erst-Publikation ^^]
- dass Busse in besonderen Fällen nicht nur die Aufschrift „NOT IN SERVICE“ tragen, sondern „SORRY, NOT IN SERVICE“ tragen (Jaja, die höflichen Briten!)
- dass das klitzekleine Wort ‚a‘ [ӕ] hier von einigen Muttersprachlern als [ӕɪ] ausgesprochen wird
- dass „to have a job jobbed“ eine tolle umgangssprachliche Wendung ist
- dass mir nach einem Monat englischer Schulzeit (Anfang September ging hier die Schule los) die Schulkinder in den Bussen schon sowas von auf den Geist gehen… Wie kommt man als Bürgermeister Londons auch nur auf die zwar geniale, aber für mich ungünstige Idee, die Busfahrten zur Schule und zurück für Schüler kostenlos zu machen?
- dass man sich hier nicht auf die Postboten verlassen kann, denn da werden gerne mal Pakete vor die Wohnung abgelegt, wenn man nicht da ist
- dass sich so gut wie keiner im Londoner (bzw. auch Englischen) Verkehr an die Ampelzeichen hält – und trotzdem geht (zu meinem Erstaunen) alles glatt
Nun zu meinen letzten 2 Wochen. Diese waren weniger arbeits- dafür umso erlebnisreich!
Da wäre da zum Beispiel letzte Woche das Kennenlernen eines echten – ja, man glaubt es kaum - Stars:
Anlass war das 10-jährige Jubiläum unseres Projektes (Ach so’n Mist ich hab euch immer noch nicht beschrieben, was ich hier genau mache… naja, kommt noch… irgendwann).
Damit verbunden war eine Veranstaltung, wo hauptsächlich weniger wichtige Menschen aufeinandertrafen (die sich teilweise aber sehr wichtig fühlten), aber unter den wichtigeren waren: wir Freiwillige selbstverständlich (haha…) UND PAM FERRIS! Diese Frau sagt euch jetzt vom Namen sicherlich nichts, aber wenn ich „Agatha Knüppelkuh“ und „Harry Potters fliegende Tante“ in den Raum werfe, werdet ihr mit Sicherheit ein bisschen neidisch. (Ich weiß, dass ihr nicht neidisch werdet, aber bitte lasst mich in dieser naiven Träumerei!)^^

Nun, diese Schauspielerin war als Ehrengast geladen, da sie Vizepräsidentin von „Princess Royal Trust for Carers“ ist (hoho… klingt schon mal bombastisch) und selbst carer-Erfahrung besitzt! Naja, und sie war nicht eine der VIPs, die nach ihrer 3-Minuten-Rede mit viel Tamtam verschwinden, sondern sich nach einigen (sie sehr sympathisch machenden) Worten sogar zu uns Freiwilligen an den Tisch setzte und zumindest vorgab, sich für uns zu interessieren…
Hach, es ist schon toll, an der Quelle der Reichen und (nicht immer) Schönen zu
wohnen… ^^
(Hier noch ein Gruppenbild, das am Ende der Veranstaltung in einem der schönsten englischen Parks entstanden ist, die ich hier je erblicken durfte:)
Wie mach ich weiter?
Nun da wäre da noch der Freitag der letzten Woche. Dieser war einem London-Besuch mit besonderer Begleitung gewidmet: Ein Besuch mit Thesi aus Halle, die auch Freiwillige in GB ist. Wir haben uns lustigerweise über’s Internet gefunden und Freitag war es dann soweit – wir wollten uns treffen.
Haha.
Ach, was war das für ein schöner Tag!
Erst saßen wir gechillt in der Sonne des St.James-Parks, dann trafen wir auf der Suche nach Postkarten einen Deutschen, der in Hong-Kong arbeitet, aber mal für ein paar Stunden in London war. (Oh ja, dieser definitiv zu alte Typ hätte es gerne, gesehen, wenn wir ihm noch ein bisschen die Stadt gezeigt hätten, aber nüscht gibt’s… der war definitiv zu alt!) ;o)
Und dann genossen wir mit unserem Subway-Snack die Aussicht auf dem Trafalgar Square… die Aussicht, nun ja, das war hauptsächlich das maskuline Angebot der britischen Metropole (Bei diesem Wort ein ganz lieber Gruß an Chrisi, kannst du dich noch an das Activity-Spiel erinnern?)… Jaja, diesbezüglich hat London schon so Einiges zu bieten…
Und als krönenden Abschluss schlenderten wir noch an die Westminsterbridge und konnten gar nicht aufhören zu reden… ja, der Abschied war blöd, denn Thesi arbeitet jetzt in Coventry… ;((( Aber wie war das? Halt Ausschau nach Schopf-Nacken-Schulterkombinationen und wenn du nach London kommst, stürzen wir uns ins Nachtleben!
Hach, was für ein wirklich schöner Tag!
Und nach einem lustigen und wirklich schönem Feier-Wochenende folgte ein wahnsinnig ereignisreicher Montag: Leset und staunet:
Keiner von uns CSV (so heißt meine Sendeorganisation in GB… jaja, meine Arbeitsbeschreibung wird echt langsam notwendig…) – Freiwilligen bei meinem Projekt – das heißt: Daniel, Nelly (aus DE … vor einigen Wochen angekommen), Adrian (aus GB … vor 2 Wochen angekommen) und ich – hatte am Wochenende so recht Lust auf diesen Tag, denn wir waren nach London-City zum CSV-Day eingeladen worden.
Wie klingt das schon CSV-Day? Und wir richteten uns auf Kennlernspielchen und stundenlanges Rumhocken und Woanders-Sein-Wünschen ein.
Doch es stellte sich alles besser raus als gedacht:
Nachdem wir etwa um eine halbe Stunde zu spät angekommen waren („The traffic was hell!“ ist eine allseits geltende Ausrede), teilte man uns in Fünfergruppen ein, wo das befürchtete Kennlernen stattfinden sollte. Wie heißt du? (Namensschildchen nahmen einiges Fragematerial vorweg, aber man fragte trotzdem.) Wo kommst du her? (Auch das wurde auf der Brust eines jeden vermerkt.) Was machst du? Wo genau arbeitest du? sollten die Fragen sein, um die sich alles in den nächsten Minuten drehte… Nun gut… nicht sonderlich spannend, und die Nachbargruppen schienen sowieso immer um einiges interessanter…
Auf diese etwas steife Konversation folgte eine langweilige aber dafür nicht allzu lange Präsentation der CSV-Mitarbeiter. Und schließlich wurden wir alle, wenn auch mit einer kleinen Aufgabe, erlöst und nach draußen in einen niedlichen Hinterhof entlassen: Wir sollten ein Gedicht schreiben – über CSV.
Gut, diese Aufgabe war ersteinmal nebensächlich – jetzt ging’s an’s Kennenlernen. Dabei wurde Vielen die Kontaktaufnahme durch die Tatsache, dass die „Deutschen-Konzentration“ sehr hoch war (etwa dreiviertel der etwa 35 oder 40 Freiwilligen), erleichtert.
Eigentlich sind wir hier alle nach England gekommen, um Englisch zu lernen, und nun landen wir in einer deutsch-dominierten Organisation.
Wir könnten uns ja auf Englisch unterhalten, aber Faulheit und der Wunsch genau das sagen zu können, was man will, sind in diesem Zusammenhang zu überwindende „obstacles“ (Hindernisse). Nun gut… ich kann’s verkraften.
Nach und nach traf man also auf viele Deutsche und einige andere und genoss die frische Luft. Und dann machte man sich zumindest teilweise auch daran, Verse zu verfassen, die irgendetwas mit der Organisation zu tun hatten. Ich steuerte irgendwo 4 Verse bei und dann ging es wieder in den stickigen Raum, wo die zahlreichen Gedichte verlesen wurden. Ok… es waren 3!
Darauf folgte eine angenehme Essenspause: Der Lunch bestand aus Mitgebrachtem… Maria war vorher noch (schweineteuer) bei Marks&Spencer einkaufen. Naja, wenn einem die Notwendigkeit des Mitbringens erst am Montagmorgen einfällt… Selber schuld! (Und wieder rede ich von mir in der dritten Person… haha.) ^^ Und auch bei dieser physischen Zufriedenstellung stand man mal da, mal dort und machte sich bekannt.
Krönender Abschluss des CSV-Days war ein Wissenstest, der in Gruppen absolviert werden sollte. Fragen über Schauspieler, Allgemeinwissen, Michael-Jackson-Songs, landestypische Spezialitäten und Flaggen und Hauptstädte waren der Inhalt und zahlreiche wertvolle Preise die Belohnung: Meine Gruppe wurde Zweiter und wir durften daraufhin einige CDs und eine Männerparfümprobenbox unser Eigen nennen. (Verdammt nochmal, wir hatten die Führung… wir hätten Erster werden können und dann schnappt uns diese eine Gruppe (…) den obersten Treppchenplatz vor der Nase weg… Aber nein, ich gönn ihnen die „The Incredible Hulk“-DVD.)
Nun, der spannende Aufenthalt im CSV-Büro neigte sich seinem Ende zu und nach der Absolvierung der obligatorischen One-Month-Interviews mit einer CSV-Mitarbeiterin machten wir uns auf den Heimweg.
Nein.
Das stimmt nicht ganz.
Wir liefen etwa 100 Meter, trafen Hannah und Mads (zwei Freiwillige meines Projektes) und entschlossen uns – wenn auch nur kurz – in einem Londoner Pub einzukehren. Dort traf man auch einen Großteil, der neuen Bekanntschaften wieder… und trank …
Nun ja. Kommen wir damit also endlich mal zur Sache – zum Bier! *haha*
Die letzten 2 Wochen waren aufgrund der eher geringen Arbeitsbeanspruchung von so einigen Pub-Besuchen durchzogen. Und so konnte ich nicht nur endlich mal etwas Zeit mit meinen anderen Freiwilligen außerhalb von obligatorischen Office-Besuchen und CSV-Days verbringen, sondern mich auch mit britischen Pubsitten und Biersorten vertraut machen:
Was die Pubsitten betrifft, so kann ich sagen, dass es lustig war, den Am-Tresen-Order-Gebrauch und das „Last Order“-Klingeln endlich mal live zu erleben.
Und bezüglich der Biersorten … nun, es steht fest, dass ich in den 2 Monaten (leider) noch nicht alle Biersorten ausprobieren konnte und euch daher auch noch keinen „lager“-Favoriten nennen kann.
Nun ja, und dann hatte Mads noch die schöne Idee Tadz zu besuchen (Jaja… die ganzen Namen – egal – Tadz ist eben einer, der mal Freiwilliger war und jetzt in irgendnem Restaurant im Bankenkomplex (den ich sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue) arbeiten soll, …). Also machten wir uns per tube und Zug auf den Weg… Und menno… ich war doch noch mal im Pub bei den „ladies“, aber ich hab in diesen 20 Minuten Fahrt, die schmerzvollsten, ja die schlimmsten Minuten meiner ganzen 2 Monate hier verlebt. Peinlich aber wahr – soviel dazu!
Wir kamen also im Bankenkomplex an und nach dem Besuch diverser Örtlichkeiten ward ein jeder erschlagen von einer unglaublichen Protzigkeit: Man hat in diesem Bankenkomplex am Fuße diverser Wolkenkratzer eigene Zugstationen, und diese sind, nicht wie üblich im Grau-Metallic-Look „dekoriert“. Nein! Feinster Granit ziert die Wände, Böden und Oyster-Automaten!!!
Als wir hinaustraten, erblickten wir einen säuberlichen Platz mit etwas Grün, etwas Wasser und vielen fein gekleideten Menschen. Kurz gesagt: Wir fühlten uns ein klein wenig UNDERDRESSED!!! (Ja, nur ein gaaaanz kleines bisschen!)
Egal, wir suchten also Tadz, mit dem fabelhaften Ergebnis ihn nicht zu finden.
Schön, also entschieden wir uns zur Heimfahrt. Genauer: Alle anderen fuhren Zug und ich entschied mich für den Bus.
FALSCHE ENTSCHEIDUNG!
Auch wenn, ich die Wolkenkratzer von meinem Fenster aus sehen kann,
heißt dies nicht zwangsläufig, dass ich eine halbe Stunde nach Hause brauche, denn ich vergaß: Einer kleiner Fluss namens Themse trennte mich von meinem Zu Hause.
Schön.
Es kostete mich ganze 2 Stunden, bis ich nach chaotischen Ins-Nichts-Fahrten, Nach-Diversen-Bushaltestellen-Suchen und Tunnel-Fahrten letztendlich in Woolwich ankam.
Nun und dort folgte ein weiteres Fiasko, aber ich will ja nichts vorweg nehmen:
Ich hatte mir vorgenommen für mich und meine Jungs Kartoffelmus, Fischstäbchen und Fisch zu machen. Ist ja auch nicht sonderlich schwer.
Nun ja… die Meeresbewohner (wenn auch in neuem Zustand) sind mir gelungen, nur das Kartoffelmus war absolute Grütze…
„Ich hatte nicht die richtigen Stampfer!“ war meine Ausrede.
‘Die Kartoffeln wurden nicht lang genug gekocht!‘ ist die Wahrheit.
Mit allerlei Komplimenten, was mein verkacktes Kartoffelmus anging, versuchte zumindest Marvin meine Laune aufzubessern – Danke, lieb gemeint, aber die Tatsache, dass ich versagt hatte, ließ sich einfach nicht beschönigen bzw. verleugnen.
Aber gut, der Dienstag begann mit Halsschmerzen und meinen jetzigen Zustand hab ich euch beschrieben…
Ich hoffe euch geht es besser
und ich vermisse seit neustem mein Zimmer
und selbstverständlich EUCH!
Liebste Grüße
Eure Maria

haha mittelmeermetropole - unvergesslich!
AntwortenLöschenund meine liebe ich muss dich enttäuschen auch wir in deutschlnad unterscheiden rosinen von sultaninen nur frag mich bitte nich wo der unterschied liegt ;)
knutschibutschi von der chrisi
Ach menno, wenn man sich nur einmal auf Wikipedia verlassen könnte... Ok, ich werd's ändern...
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