Montag, 13. Juli 2009

Lang, lang ist's her...

Lang, lang ist’s her, seitdem ich das letzte Mal von mir hören lassen hab – owei schon über 2 Monate…
Nun ja es gibt nun Einiges zu berichten. Wo hab ich aufgehört, ah, ich hatte Deutsch und Englisch hinter mir.



Nun die restlichen Prüfungen liefen sehr gut…. ^^
Und am 4. Juni wurde Spaßtag, letzter Schultag gefeiert und mit viel Krach und einem weinenden und lachenden Auge zelebrierten wir diesen Tag unter dem Motto „ABI con Carne – Scharf im Abgang“.
Es war ein wunderschöner Tag. Wenn ich so zurück denke, finde ich keinen Punkt, wo etwas besser gemacht hätte werden können. Ok, ab und zu hat es genieselt, aber kaum einer hat dies wirklich wahrgenommen…
Es war irgendwie schön, sich unter diesem Anlass von Lehrern und Schülern und dem Schulhaus allgemein zu verabschieden – ohne dass diese Verabschiedung auch ausgesprochen werden musste. Ich glaube wir bleiben so dem Gymnasium Engelsdorf alle in positiver Erinnerung.



Am 5. Juni wurde ich dann 18 und selbstverständlich wurde auch dieser Anlass, dann am 7. Juni, ausgiebig gefeiert.
Da ich Mottopartys liebe, stand dieser Tag unter dem Thema „Lock’n’Roll – nach 18 Jahren Strebertum fängt Maria an zu rebellieren“ und natürlich war ein angemessenes Outfit (Streber oder Rebell) Pflicht!
Auch dieser Tag wird mir ewig in Erinnerung bleiben und trotz dass das Wetter zu Beginn nicht ganz so mitgespielt hatte, wurde es mit Einbruch der Nacht besser und die Stimmung stieg mit jeder Stunde. Auch die Geschenke waren absolut klasse und zum Teil waren darunter auch einige mögliche wichtige Gebrauchsgegenstände für mein nächstes Jahr in England.

Am 10. Juni wurden die Prüfungsergebnisse bekannt gegeben und ich kann euch sagen, dass ich unerwartet gut abgeschnitten habe und mich bei den Unis jetzt mit einem Durchschnitt von 1,4 bewerben kann bzw. könnte.

Nun dann folgte lange Zeit viel Stress, obwohl ich mich ja auf eine absolut angenehme, durch Nichtstun geprägte Zeit eingerichtet hatte. – Ha, nichts dergleichen. Fahrschule und Sonstiges nahmen und nehmen mich vollends ein und so richtig kam ich Anfang Juni eigentlich nicht zur Ruhe.



Dann stand aber das absolute Highlight an: Die Abschlussfahrt. Unser Ziel war Berlin, was sich letztendlich als tiefstes Brandenburg herausstellte, aber uns nicht minder lieb wurde.
Ein Campingplatz bei Ratenow sollte es sein und etwa 22 Mann unserer Stufe kamen am 19. Juni dort mit Auto, Zug oder Fahrrad an.
Direkt am See gelegen – täglich traumhaftes Wetter (... in Leipzig schiffte es aus Eimern…^^) – und die tollsten Leute um sich, die man sich nur vorstellen kann.
Unser Tagesablauf sah ungefähr folgendermaßen aus: Aufstehen, wann man Lust hatte, dann sich irgendein Messer und eine Tasse von der Wiese zusammensammeln und irgendwas Essbares suchen und gemeinsam oder allein etwa 3 Stunden frühstücken, dann sonnten wir uns oben bei den Zelten oder gingen direkt runter zum See, wo wir uns am Steg ebenfalls sonnen konnten, Tretbootfahren gehörte auch zu den Tagesbeschäftigungen und wenn wir dann Sonne satt hatten, ging’s eben wieder hoch, dann wurde gebeacht oder eben einfach nur geträumt. Abends wurde dann ordentlich gefeiert – einige Geburtstage gaben doppelten Anlass – und wenn man dann in den Morgenstunden müde wurde, kroch man eben in sein Zelt oder legte sich im Bungalow schlafen.
Wir haben den ganzen Tag nichts getan und waren damit vollauf beschäftigt.
Alles in allem waren es wunderschöne 6 Tage und endlich kam man dann auch zur verdienten Ruhe, die man sich in den Prüfungsphasen so sehr herbeigewünscht hatte.
Hinzu kommt, dass dies als Abschlussfahrt galt und so schwebte in den letzten Tagen eine gewisse Melancholie über uns, da man wusste, dass dies das letzte Mal sein wird, wo man so in diesem Verband wegfahren kann. Doch man genoss die Zeit dadurch doppelt so sehr.
Bei der Heimfahrt wurde die verbrachte Zeit natürlich nochmal Stück für Stück auseinander genommen und eine sehr gute Freundin und ich, wir kamen zu dem Schluss, dass diese Fahrt auch aus dem Grund so wunderschön war, dass man sich nicht verstellen musste: Man war nicht gezwungen sich zu produzieren oder irgendwem zu gefallen. Man konnte so sein wie man war. Kind. Ungeschminkt. Endlos glücklich. Jeder zufrieden auf seine Art. Diese ungezwungene Atmosphäre in der auch endlich einmal Eltern fehlten, die einem sonst endlose Vorträge über das Nichtstun, das Essen auf dem Boden oder das lange draußen Sitzen und Trinken gehalten hätten, sorgte dafür, dass folgendes möglich war: Nachts halb 3, „Du, ich hätte jetzt Lust zu Musik auf der Wiese zu tanzen!“ – „Ja, ich auch!“ Und man holte Musik und tanzte auf der Wiese.
Ich kann nur wiederholen: Alles in allem eine traumhafte Zeit, die ich nie vergessen werde und ich danke allen, die dabei waren und schon allein durch ihre Anwesenheit für die möglicherweise schönsten Tage unserer gesamten Oberstufenzeit gesorgt haben.



Dann 2 Tage nach unserer Ankunft, am 26. Juni sollte der langersehnte Abiball folgen. Und auch wenn viele nach der schönen Zeit in Brandenburg die Lust darauf verloren hatten, war die Aufregung einige Minuten vor der Fahrt mit den Eltern zur „Location“ dann doch zu spüren.
Auch dieser Tag sollte in ganz besonderer werden.
Ach und wie wunderschön wir alle waren. ^^ Die Kleider bzw. Anzüge und das Lächeln aller Abiturienten sorgte für ein unbeschreibliches Strahlen, das nicht nur uns selbst auffiel.
Es ging los mit der Zeugnisausgabe und natürlich war die Angst bei uns Mädchen groß in den unglaublich hohen, glatt besohlten und irgendwie gefährlich anmutenden Schuhen beim großen Auftritt auszurutschen. Doch alles verlief gut. Und nachdem noch manche Sonderehrungen entgegen genommen, diverse Reden (inklusive einer grandiosen Abiturientenrede) gehalten wurden und ich dann noch ein kleines Liedlein geträllert hatte, konnte man nach absolviertem Fototermin zum zweiten Teil übergehen: Dem Programm der 12er. Tanzeinlagen, gesangliche Untermalungen und ein wirklich gelungenes Theaterstück mit einer herausragenden Ranicki-Imitation dienten zur Unterhaltung.
Ach und nicht zu vergessen, das fabelhafte Buffet sorgte selbstverständlich auch für die physische Zufriedenstellung jeglicher Verdauungsorgane!!!
Abgeschlossen wurde der Abend mit einem wirklich fantastischen Feuerwerk, bei dem so mancher weiblicher Zuschauer die Chance nutzte und sich in Strumpfhose oder barfuß auf den Parkplatz stellte…
An dieser Stelle möchte ich allen Organisatoren dieses Abiturballs für diesen tollen Abend danken, ihr habt da wirklich etwas Großes auf die Beine gestellt und könnt sehr stolz auf euch sein! (Falls irgendjemand von euch das liest.)
Der Abend bot aber nicht nur die Chance sich vom Schülerdasein zu verabschieden, auch die Tatsache der Anwesenheit vieler, auch ehemaliger, Lehrer sorgte für die Möglichkeit noch einmal ein paar Worte mit diesen zu wechseln.
Und einige dieser Gespräche waren, wenn ich das so sagen darf, etwas merkwürdig: Man spricht mit den Lehrern nicht mehr, wie Schüler mit Lehrern sprechen, sondern von Erwachsenem zu Beinahe-Erwachsenem und ein Großteil der Ersterwähnten stellt sich da häufig als ausgesprochen nett heraus, was man von diversen Unterrichtsstunden jedoch gar nicht gewohnt ist (…)! Schade eigentlich, aber jetzt ist eh alles vorbei und die Wehmut, mit der ich das gewohnte Schülerwesen aufgebe, ist trotzdem sicherlich herauszuhören.
Nun weiter im Programm: Nach erwähntem Feuerwerk ging’s dann in den Volkspalast, wo ebenfalls ausgiebig gefeiert wurde. Auch wenn die Musik teilweise zu wünschen übrig ließ und wir gegen Ende wahrscheinlich die Einzigen auf der gesamten Tanzfläche waren, fühlten wir uns großartig.
Doch was mir dann auf der Taxifahrt nach Hause auffiel war, dass ich mich von so vielen überhaupt nicht verabschiedet hatte, inklusive einiger Lehrer, die mir, man glaubt es kaum, doch schon am Herzen lagen und uns schließlich so lange auf dem schwierigen Weg begleitet hatten. Und eben auch so viele Mitschüler - weniger enge Freunde, die ich mit Sicherheit wiedersehen werde - doch solche, die ebenfalls Leidensgenossen und Weggefährten waren. Was ist mit denen? Was wird aus diesen? Tja, das erfahre ich wohl erst in einem Jahr zum Absolvententreffen, aber komisch ist das schon: Wir waren, glaube ich, 82 Abiturienten. Grob überschlagen gehören 35 zum Freundeskreis. Bei etwa 20 ist es mir egal, was sie machen und auch eine Verabschiedung ist mir nicht sonderlich wichtig. Doch was ist eben mit den restlichen 27? Nun ja, aber das wird die Zeit schon zeigen.

Ich sitze gerade mit meinem neuen Laptop auf dem Schoß auf einem Bett, in einem Appartement, auf der Insel Vis, in Kroatien. Mir geht es richtig gut und wenn ich diesen Eintrag hochlade, bin ich schon längst wieder in Deutschland, denn ich habe hier kein Internet, aber endlich mal die Zeit und Lust euch über alles bisher Geschehene zu informieren.
Ich hoffe, eure Augen sind nicht müde geworden, doch es gab ja sooo viel zu berichten…

Liebe Grüße

Eure Maria

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