Dienstag, 5. Mai 2009

Das Sprungbrett

Das ist schon irgendwie komisch.


Die schriftlichen Prüfungen sind seit heute vorbei und die Zukunft scheint uns zu überholen – sie rennt.

Wie ein auf dem Rücken liegender Käfer hat man vor einem Jahr versucht, die Zeit und damit das Abi aufzuhalten und jetzt ist es da!


Und danach?


Ich mein, was wird aus uns? Was ist nächstes Jahr?

Wir strömen in die Welt hinaus. Lernen Leute kennen. Machen neue Erfahrungen. Studieren. Das sind schöne Dinge, aber ganz schön viele und vor allem neue Dinge für uns an Stundenpläne gewöhnte Schüler.


Und dazwischen?


Was ist zwischen der letzten Prüfung und dem Beginn eines neuen Lebensabschnittes?

Jeder nimmt diese Zeit anders wahr und nutzt sie ebenfalls anders. Doch für jeden gilt: Das ist wie schweben - wie fliegen – ohne Angst zu fallen!


Ich hab letztens darüber nachgedacht und das ganze „Davor-Dazwischen-Danach“ mit einem Sprungbrett verglichen:


6 Jahre ist man am Klettern, schließlich will man hoch hinaus.

12 Jahre rennt man - mal schneller, mal langsamer - entscheidend ist der Anlauf.

Das Abitur ist dann der alles (oder zumindest vieles) entscheidende Absprung.

Und dann schwebt man in der Luft, man fliegt, genießt die Freiheit - um dann letztendlich mehr oder weniger glücklich - je nach dem, wie die vorherigen Phasen abgelaufen sind - im Wasser – einem neuen Element – zu landen.


Ich finde den Vergleich ganz passend, doch um am Ende meines heutigen Blog-Eintrages nicht vollständig in die Melancholie und eine Fragezeichenphase zu verfallen und auch meine Leser davor zu bewahren, füge ich noch schnell eins meiner Lieblingsgedichte von Eugen Roth an:


Das Sprungbrett
Ein Mensch, den es nach Ruhm gelüstet,
Besteigt, mit großem Mut gerüstet,
Ein Sprungbrett - und man denkt, er liefe
Nun vor und spränge in die Tiefe,
Mit Doppelsalto und dergleichen
Der Menge Beifall zu erreichen.
Doch läßt er, angestaunt von vielen,
Zuerst einmal die Muskeln spielen,
Um dann erhaben vorzutreten,
Als gält's, die Sonne anzubeten.
Ergriffen schweigt das Publikum -
Doch er dreht sich gelassen um
Und steigt, fast möcht man sagen, heiter
Und vollbefriedigt von der Leiter.
Denn, wenn auch scheinbar nur entschlossen,
Hat er doch sehr viel Ruhm genossen,
Genau genommen schon den meisten -
Was sollt er da erst noch was leisten?


Ein Ein-Lächeln-aufs-Gesicht-zauber-Gedicht...


Bis zum nächsten Mal


Ciao


Eure Maria

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